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Was ist eine DNA-Spur?

Die Antwort:

Immer häufiger hört man im Zusammenhang von Verbrechen die Abkürzung DNA oder auch DNA-Spur. Aber was ist eigentlich damit gemeint? Jennifer, 9 Jahre, würde gerne wissen, was das sein soll, eine "DNA-Spur".

Eine grafische Darstellung des langen Kettenmoleküls. Quelle: © vitstudio, Shutterstock
 

DNA ist die Abkürzung für den englischen, chemischen Begriff Desoxyribonucleicacid. Auf Deutsch ist dieser Begriff in DNS oder Desoxyribonucleinsäure übersetzt. Deshalb gibt es die beiden Abkürzungen DNS und DNA. In dieser DNS ist die gesamte genetische Information eines Organismus in verschlüsselter Form festgelegt. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass es keinen Menschen gibt, der exakt wie ein anderer ist (Ausnahme: eineiige Zwillinge). DNS ist ein langes, fadenförmiges Molekül, das alle Erbinformationen trägt.

Die Polizei arbeitet nun mit dem sogenannten genetischen Fingerabdruck eines Menschen. Da in jeder Zelle des Menschen das Erbgut angelegt ist, reichen schon die winzigsten Körperzellenfunde um solch einen genetischen Fingerabdruck zu erstellen. Egal ob es Speichelspuren an einem Glas oder einer Zigarette, ein Haar, eine Hautschuppe, Schweiß oder Blutkörperchen sind. Wenn die Polizei solche winzigen Spuren findet und sie unter dem Mikroskop untersucht, kann der genetische Fingerabdruck des Täters herausgefunden werden. Bei den heute zur Verfügung stehenden Technologien reicht schon ein einziges DNS-Molekül, um einen Täter eindeutig zu identifizieren - vorausgesetzt, die Probe ist hinreichend gut erhalten.

Eine Schuppe wird zum Beispiel so genau untersucht, dass man funktionslose Zwischenstücke der DNS herausfindet. Diese Zwischenstücke verfügen über bestimmte Teilabschnitte, die sich immer wieder exakt wiederholen. Durch die Analyse dieser Stücke, kann man für jeden Menschen ein charakteristisches Muster erstellen, das einmalig ist. Dieses Muster wird per Computer in einem Strichcode dargestellt. Für jeden Menschen kann mal also eine eigene Strichmusterkarte anlegen.

Eine Verwechslung wäre nur möglich, wenn der Täter einen eineiigen Zwilling hat. Nur dieser besitzt ein vollkommen identisches Erbgut. Betrachtet man den genetischen Fingerabdruck eines Menschen, so ist je eine Hälfte des Musters von einem Elternteil ererbt und diesem eindeutig zuzuordnen. Das ermöglicht auch Vaterschaftsbestimmungen mit einer Sicherheit von 99,99 Prozent.

 

Noch mehr zum Thema erfährst Du in:

WAS IST WAS Band 98 Kriminalistik. Dem Täter auf der Spur

WAS IST WAS Band 120 Polizei. Streife, Kripo, SEK

 
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