Frag nach!

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Marvin, 8 Jahre, fragt:

Können Insekten eigentlich krank werden?

Die Antwort:

Marvin, 8 Jahre, interessiert sich besonders für Insekten. Seine Frage an uns: Können Insekten eigentlich krank werden?

Bienensterben
Bienen können durch den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln krank werden und sterben. Es gibt aber auch spezielle Viren, die Binen befallen.
 


Auch Insekten sind Lebewesen und Lebewesen können Krankheiten bekommen. Da bilden auch Käfer, Spinnen, Bienen oder Schmetterlinge keine Ausnahme. Allerdings gibt es unheimlich viele Insektenarten und dieses Fachgebiet ist noch sehr wenig erforscht. Dazu kommt, dass es eigentlich keine Möglichkeiten gibt, kranke Insekten zu behandeln.

Sogar Tumoren sind möglich

Was man weiß, ist, dass sich in Insekten Viren, Bakterien oder Pilze entwickeln können, die unterschiedlichste Krankheiten und Symptome hervorrufen. Insekten können sogar bösartige Tumoren, also Krebs, bekommen. Allerdings ist die Lebensdauer von Insekten meistens so kurz, dass diese Krankheit nicht den Tod herbeiführt.

Schädlingsbekämpfung mit Darmbakterium

Weiterhin gibt es zum Beispiel ein Bodenbakterium, das bei bestimmten Insektenarten eine tödliche Darmkrankheit verursacht. Forscher haben sich dieses Wissen zu Nutze gemacht und auf Basis des Erregers ein Pflanzenschutzmittel entwickelt. Das Schädlingsbekämpfungspräparat wird in der Forstwirtschaft ebenso eingesetzt wie von Obst-, Wein- und Gemüsebauern.

Virus tötet Bienen samt Nachwuchs

Bei den Honigbienen ist eine als Sackbrut bekannte Krankheit gefürchtet. Ein Virus sorgt dafür, dass die befallenen Arbeiterinnen und Drohnenlarven kurz vor oder während der Metamorphose (Verwandlung) sterben. Während die Körperhülle starr bleibt, wird das Innere des Insekts zersetzt. Die Larve kann dann sackförmig - daher der Name der Krankheit - aus der Brutzelle gezogen werden.

Pasteur entdeckt die "Flecksucht"

Seidenraupen fallen dagegen häufig einem zu den Pilzen zählenden Einzeller zum Opfer. Dieser sorgt dafür, dass die Seidenraupen nicht mehr in der Lage sind, Seide zu produzieren und sich zu verpuppen. Die als Flecksucht bekannte Krankheit wurde 1865 vom französischen Wissenschaftler Louis Pasteur entdeckt. Kurz zuvor hatte eine flächendeckende Seuche in Südfrankreich fast die gesamte Seidenproduktion zum Erliegen gebracht.
 

Kampf gegen Krankheitserreger

Pasteur rettete mit seinen Forschungsergebnissen einen ganzen Industriezweig vor dem Zusammenbruch. Ganz nebenbei stellte seine Methodik einen ganz entscheidenden Schritt im Kampf gegen Krankheitserreger dar. Pasteur stellte fest, dass die Krankheit nicht nur hoch ansteckend ist, sondern dass die befallenen Muttertiere den Erreger bei der Eiablage durch Sporen auch an ihre Brut weitergeben. Künftig wurden nur noch nicht befallene Eier für die Seidenproduktion verwendet.

Wenn dich Insekten interessieren, dann wirf doch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 30 Insekten – Überlebenskünstler auf sechs Beinen

Weitere Fragen
Hier kannst du auswählen

Zurzeit sind keine Nachrichten vorhanden.