Die große Wissenswelt
Die große Wissenswelt

Wie sah der Urknall aus?

Wer nachts in den Himmel schaut, kann viele Sterne sehen, die in der scheinbar endlosen Weite des Weltalls schweben. Schnell kommt da die Frage auf, wie alles begann. Inzwischen hat sich die sogenannte Urknall-Theorie von der Entstehung des Universums durchgesetzt. Aber was bedeutet das und wie sah der Urknall aus? Das fragt Simon, 11 Jahre.

Sonnensystem
Unser Universum ist Ergebnis des Urknalls, bei dem Raum, Zeit und Materie erst entstanden sind.Quelle: © Milena Moiola, Shutterstock.
 

Die Urknall-Theorie erklärt bislang am besten den heute beobachteten Zustand des Universums. Dazu gehört die Verteilung der Galaxien und Sterne, die Häufigkeit der verschiedenen chemischen Elemente und eine bestimmte Art von schwacher Strahlung, die sogenannte kosmische Hintergrundstrahlung. Sie ist gewissermaßen das Echo des Urknalls und zeigt sich in besonderen Mustern des weit entfernten Universums.

Wo hat der Urknall stattgefunden?

Bei der Urknall-Theorie geht man davon aus, dass sich das Universum im Laufe der letzten rund 14 Milliarden Jahre aus einem extrem heißen und sehr dichten Zustand heraus entwickelt hat. Der Samen des Universums war dabei viel kleiner als ein Atom und enthielt alle Materie und Energie, die sich heute über viele Milliarden Lichtjahre verteilen!

Entstehung von Raum, Zeit und Materie

Das klingt fast unglaublich, aber alle Daten deuten bislang darauf hin. Wo der Urknall stattgefunden hat, wissen wir nicht. Denn Zeit und Raum gab es vor dem Urknall nicht.
Erst danach kann man sinnvoll von Raum, Zeit, Ort und Zeitpunkt sprechen. Der Urknall selbst lässt sich nicht mit den mathematischen Formeln erfassen, die erst nach dem Urknall Gültigkeit besitzen.

Wie hat der Urknall ausgesehen?

Auch diese Frage kann man eigentlich nicht beantworten. Denn er war keine Explosion, so wie man sie aus Filmen oder dem Kino kennt. Der Urknall war eine Explosion, aber keine die im uns bekannten dreidimensionalen Raum stattfand. Der Raum selbst explodierte. Vielleicht kann man die Seltsamkeit des Urknalls so ausdrücken: In einem kaum vorstellbaren Nicht-Raum hat eine Nicht-Explosion stattgefunden. Mit physikalischen Gesetzen und Formeln lässt sich der Urknall ebenfalls nicht beschreiben, denn diese galten zwar schon winzigste Sekundenbruchteile nach dem Urknall, aber eben nicht für den Urknall selbst.

Wir sind aus Sternenstaub

Die ersten 300.000 Jahre war das Universum extrem heiß, aber dunkel! Denn die Materie war sehr dicht gepackt und befand sich in einem besonderen Zustand, einem sogenannten Plasma. Erst als das Universum eine bestimmte Größe erreicht hatte und auf eine gewisse Temperatur abgekühlt war, wurde es durchsichtig für Licht!

Diesen Zeitpunkt, etwa 300.000 Jahre nach der Entstehung des Universums, nennt man auch Rekombinationsphase. Da bildeten sich erstmals die kleinsten Materiebausteine, Atome, wie wir sie heute kennen, und aus denen wir zusammengesetzt sind.

Die Atome in deinem Körper sind in Sternen entstanden und wurden bei deren Tod als explodierende Supernova ins Universum verteilt. Wir sind also aus Sternenstaub zusammengesetzt Kinder der Sterne und des Weltalls. Und die meisten Atome in deinem Körper sind viele Milliarden Jahre alt!

Noch mehr zum Thema erfährst Du in WAS IST WAS Band 102 Universum. Geheimnisse des Weltalls