Die große Wissenswelt
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Warum verdurstet man schneller als man verhungert?

Es ist wichtig, dass man täglich genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Der Mensch kann wesentlich länger ohne feste, als ohne flüssige Nahrung auskommen. Woran liegt das? Diese Frage stellte Jennifer aus Heidenheim. Und wir haben die Internistin Bettina Uhlig nach einer Antwort gefragt.

Durst
Wasser ist Leben, auch für unseren Körper ist dieser Stoffe für sämtliche biochemischen Stoffe unverzichtbar. Quelle © AfricaStudio
 

Der menschliche Körper besteht je nach Lebensalter aus 50-75 Prozent Wasser. Wasser wird für alle biochemischen Vorgänge im Körper benötigt. Es ist Baustoff jeder Körperzelle, außerdem ein Transport- und Lösungsmittel und es ist notwendig zur Regulierung der Körpertemperatur. Bei schwerem Wassermangel besteht akute Lebensgefahr durch Verdursten.

Nach spätestens fünf Tagen ohne Wasser treten beim Menschen Schäden auf, die kaum mehr rückgängig zu machen sind. Im Sommer reichen sogar schon drei bis vier Tage. Dass der Mensch schneller verdurstet als verhungert, liegt daran, dass der Körper die Energie, die er mit Nahrung aufnimmt, speichern kann. Das Wasser scheidet er dagegen wieder aus. Der Körper legt sich in der Leber Zuckervorräte an und speichert Fett unter der Haut. Davon kann auch ein dünner Mensch gut zwei bis drei Wochen zehren.

Wasser wird dagegen über die Nieren ausgeschieden und es verdunstet an der Körperoberfläche. Immerhin werden täglich 200-300 Milliliter verdunstet. Die Flüssigkeit kann also nicht gespeichert werden. Das kann im Gegensatz zum Menschen das Kamel. Es speichert Wasser in seinem Höcker und kann daher ein bis zwei Wochen ohne Flüssigkeit überleben.

Fehlt dem Menschen Flüssigkeit, so spürt er das ziemlich schnell in den Nieren, denn die sind für die Entgiftung des Körpers zuständig. Die Nieren scheiden die Giftstoffe im Urin aus. Wenn die Nieren nicht arbeiten können, vergiftet der Körper von innen. Aber auch das Gehirn und das Herz werden sehr schnell in Mitleidenschaft gezogen. Das Herz pumpt das Blut durch den Körper. Ist das Blut zu dick, kann es nicht mehr transportiert werden und es kommt zu einem Schlaganfall, der dann auch das Hirn schädigen kann.

Also ganz wichtig: Täglich zwei bis drei Liter Wasser trinken - dann könnt ihr euch übrigens auch besser konzentrieren!

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 50 Der menschliche Körper. Wunderwerk der Natur