Die große Wissenswelt
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Warum hat man beim Laufen manchmal Seitenstechen?

Seitenstechen kennt wohl jeder. Es sticht auf Höhe des Brustkorbs und man kann kaum mehr atmen. Warum passiert das manchmal beim Joggen oder Rennen? Maria, 7 Jahre, stellt diese Frage.

Seitenstechen
Ist das Zwerchfell beim Laufen oder Rennen mit Sauerstoff unterversorgt, reagiert es manchmal mit Seitenstechen. Quelle © NataSnow
 

Früher dachten die Mediziner, dass Seitenstechen dadurch entsteht, weil beim Laufen die Milz verkrampft. Man fand aber heraus, dass auch Menschen ohne Milz Seitenstiche bekommen können. Heute geht man davon aus, dass das Zwerchfell, der größte Atemmuskel, für Seitenstechen verantwortlich ist. Das Zwerchfell schließt den Brustraum nach unten ab und liegt in unmittelbarer Nähe der Milz. Wenn sich das Zwerchfell anspannt, saugt es Luft in unsere Lungen.

Wenn wir laufen, dann benötigen wir dafür eine sehr große Menge Sauerstoff. Unser Körper leitet also möglichst viel davon in die Beine. Die Folge ist, dass bei zu großer Belastung andere Körperbereiche nicht mehr ausreichend versorgt werden. Das Zwerchfell reagiert auf diesen kurzfristigen Engpass mit dem stechenden Schmerz.

Trainings-Neueinsteiger werden öfter von Seitenstechen geplagt als fortgeschrittene Läufer, weil bei trainierten Läufern der Sauerstoff im Körper besser verteilt wird.

Es gibt ein paar Tipps, wie man Seitenstechen eher vermeiden kann:


1. Wenn du beim Laufen Seitenstechen bekommst, dann hast du zu schnell angefangen. Es ist dann besser langsamer zu laufen und möglichst ruhig und gleichmäßig zu atmen. Das Stechen hört dann ziemlich schnell auf.

2. Es ist nicht gut, mit vollem Magen zu laufen. Da ist die Wahrscheinlichkeit von Seitenstechen viel höher, denn ein voller Bauch bindet sehr viel Blut und fördert dadurch Seitenstiche. Außerdem liegt das Essen sozusagen "schwer" im Magen und belastet damit die Aufhängung der Verdauungsorgane.

Am besten ist es, zwei Stunden vor dem Laufen nichts mehr zu essen. Oder nur leicht verdauliche Nahrung, wie zum Beispiel eine Banane eine Stunde vor dem Laufen. Man sollte vorher auch nicht zu viel trinken. Nach richtig großen Mahlzeiten sollten Läufer sogar eine Pause von etwa vier Stunden einlegen.

3. Bauchmuskeln helfen, kein Seitenstechen zu bekommen - auch die könnt ihr mit speziellen Übungen trainieren.

Falls ihr beim Laufen dennoch unter Seitenstechen leidet, dann hilft es, sich nach vorne zu beugen und die schmerzende Bauchseite anzuspannen oder mit der Faust in die Stelle hineinzudrücken. Wenn der Schmerz nachlässt, langsamer weiter laufen. Je mehr man trainiert, desto seltener wird in der Regel das Seitenstechen.

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 50 Der menschliche Körper. Wunderwerk der Natur