Die große Wissenswelt
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Schweben im Weltall

Am 7. Februar 1984 schrieb Bruce McCandless Weltraumgeschichte: Der US-Amerikaner war der erste Astronaut, der völlig frei im Weltraum schwebte – dank eines hochmodernen Raumanzugs.

Viele Kinder und auch Erwachsene träumen davon einmal im All zu schweben wie ein richtiger Astronaut. Quelle: © eddtoro, Shutterstock
 

Das Wort „Weltraumspaziergang“ klingt gemütlich und harmlos, doch tatsächlich ist es eine lebensgefährliche Angelegenheit. Die NASA nennt diese Tätigkeit EVA, das ist die Abkürzung für „Extra-Vehicular Activity“ („Außenbordaktivität“). Gemeint sind damit alle Arbeiten eines Raumfahrers außerhalb eines Raumfahrzeuges.

An der Nabelschnur

Ab 1965 hatten Russen und Amerikaner damit experimentiert, Astronauten im All schweben zu lassen. Viele Male klappte das allerdings nur „an der Nabelschnur“. Das bedeutet, die Piloten waren über eine Versorgungsleine mit ihrer Raumkapsel verbunden und somit abgesichert.

Ein Rucksack für die Umlaufbahn

In heutige Raumanzüge sind kleine Düsen eingebaut, die den Astronauten antreiben und mit deren Hilfe er sich frei im All bewegen kann. Es war der US-Amerikaner Bruce McCandless, der diesem Düsenrucksack zum Durchbruch verhalf. Am 3. Februar 1984 startete er in der Raumfähre Challenger zur Mission STS-41-B. Zusammen mit Robert Stewart testete er den neuartigen Düsenrucksack, genannt MMU. McCandless unternahm am 7. Februar selbst den ersten Testflug. Damit schrieb er Weltraumgeschichte: Er war  der erste Mensch, der völlig frei im Weltraum schwebte. Alle Tests der MMU verliefen erfolgreich, wobei sich die beiden Astronauten bis zu 90 Meter vom Shuttle entfernten.

Kurze Karriere

Die MMU kam lediglich bei drei Missionen zum Einsatz. Diese wurden alle im Jahr 1984 durchgeführt. Die Steuerung erwies sich als zu ungenau, so dass der NASA der Einsatz als zu riskant erschien. Nachfolger der MMU war das Simplified Aid for EVA Rescue (SAFER), ein Selbsthilfesystem, mit dem sich der Astronaut wieder zurück zum Raumfahrzeug manövrieren kann, wenn die Sicherungsleine reißen sollte und keine fremde Hilfe in der Nähe ist.

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