Die große Wissenswelt
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Astronomie und Astrologie

Sternzeichen und ihre Beziehung zu den Himmelskörpern spielen in der Astrologie eine große Rolle. 

 

Die Wörter Astronomie und Astrologie klingen sehr ähnlich und werden im Sprachgebrauch auch gelegentlich von manchen Menschen verwechselt. Das kommt daher, weil beide Begriff mit den Sternen zu tun haben. Hier erfährst du, worin sie sich unterscheiden.

Astrologie

Das Wort Astrologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Sternenlehre beziehungsweise Sterndeuterkunst. Die Sternenlehre versucht anhand von Sternbildern, das heißt mithilfe von Himmelskörpern, die wie Figuren und Muster angeordnet sind, Aussagen über die Zukunft zu treffen. Zum Beispiel durch ein Horoskop.

Diese Himmelsfiguren wurden häufig nach Tieren, Helden und Göttern benannt. In der Vergangenheit wurden mithilfe der Astrologie zum Beispiel günstige Termine für Aussaat und Ernte, aber auch der Ausgang von Kriegen und Schlachten vorausgesagt.

Astronomie

Die Astronomie ist die Wissenschaft von den Sternen. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern ástron (Stern) und nómos (Gesetz) zusammen. Die astronomische Forschung beschäftigt sich dabei sowohl mit den Eigenschaften von Himmelskörpern (Monde, Asteroiden, Planeten, Sonnen und Galaxien), als auch mit Fragen über den Aufbau und die Entstehung des Universums.

Die Astronomie ist eng mit der Mathematik und der Physik verknüpft und hat zahlreiche Forschungsbereiche, wie zum Beispiel die Astrophysik (erforscht die Physik des Weltalls), die galaktische Astronomie (beschäftigt sich mit unserer Galaxie) und die extragalaktische Astronomie (untersucht den Aufbau anderer Galaxien).

Sterndeuter und Rechenkünstler

Im Altertum gab es zwischen Astrologie und Astronomie keine großartige Unterscheidung. Die Astronomie stellte Rechenarten zur Verfügung, mit deren Hilfe die Astrologie ihre Sinndeutungen durchführte. Die Wurzeln beider Disziplinen finden sich in der Antike, in deren Zeitverlauf diese Kunst von den verschiedensten Völkern wie den Ägyptern, den Griechen und den Babyloniern, betrieben und gelehrt wurde.

Als Ursprungsland gilt Mesopotamien (der heutige Irak), wo schon die Sumerer im 4. Jahrtausend vor Christus diese Deutung betrieben. Wie in allen Hochkulturen spielte die Beobachtung der Sterne eine wichtige Rolle und wurde daher meistens von privilegierten Schichten, wie den Priestern, durchgeführt.

Die Weiterentwicklung der Astrologie

Ihre große Blüte erreichte die Astrologie bei den alten Griechen. Später traten die Araber das Erbe der Antike an und entwickelten ab dem 8. Jahrhundert hochkomplizierte Berechnungs- und Deutungssysteme. Seriöse Astrologenschulen gab es ab dem 12. Jahrhundert, dann auch in der westlichen Welt, wo an den großen Universitäten in Paris, Padua, London, Oxford und Bologna, Lehrstühle in dieser Disziplin eingerichtet wurden. Zu dieser Zeit galt die Astrologie noch als Wissenschaft.

Der Untergang der Astrologie

Die Aufklärung im 18. Jahrhundert verdrängte die Astrologie aus dem Universitätsbetrieb, da sie nicht auf vernünftigen Begründungen und Experimenten basiert. Astrologie galt ab sofort als unwissenschaftlich und abergläubisch und wurde zunehmend durch die Astonomie verdrängt. Der letzte deutsche Lehrstuhl für Astrologie schloss 1817 in Würzburg seine Pforten. Seitdem sind alle Versuche, die Astrologie erneut als Wissenschaft zu etablieren, gescheitert.

Astrologie und Astronomie heute

Heute wird die Astrologie zweispältig betrachtet. Manche Menschen glauben an sie, andere halten Sterndeutung für kompletten Unfug. Den Beruf des Astrologen gibt es auch heute noch, obwohl die Astrologie keine Aufmerksamkeit mehr in der wissenschaftlichen Forschung genießt. Im Normalfall kommt der moderne Mensch durch Horoskope, die sich in vielen Zeitschriften befinden, damit in Kontakt.

Im Gegensatz dazu erfreut sich die Astronomie immer größerer Beliebtheit.
Nicht nur Hobbyforscher begeistern sich hierfür, sondern auch Universitäten fördern diese Disziplin, indem sie die vielen unterschiedlichen Fachbereiche der Astronomie durch Lehre und Forschung unterstützen.

Auch andere Forschungszweige arbeiten heutzutage immer enger mit der Astronomie zusammen, so gibt es beispielsweise die Kosmochemie, die die Entstehung und Verteilung der chemischen Elemente und Verbindungen im Universum erforscht.

Nicht zuletzt kann natürlich die Raumfahrt als experimentelle Astronomie angesehen werden. Die Mondlandungen und die modernen Weltraumteleskope haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehr wichtige Erkenntnisse gebracht, als die Forschung in vielen Jahrhunderten davor.

Noch mehr Spannendes zum Thema erfährst Du in WAS IST WAS Band 6 Sterne. Wunder des Weltalls