Die große Wissenswelt
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Angst und Panik - wenn der Körper verrückt spielt

Frau in Panik

Viele Menschen leiden unter so starken Ängsten, dass sie sich nicht mehr kontrollieren können.Quelle: © Burlingham, Shutterstock
 

Angst kennt jeder. Egal ob dunkler Keller, die Matheschulaufgabe am nächsten Tag, Spinnen oder der große Hund in Nachbars Garten. Angst ist normal und ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers. Doch Angst kann auch belastend sein, wenn sie außer Kontrolle gerät und die Funktionen in Körper und Psyche verrückt spielen. Warum das so ist, erklären wir euch hier.

Grundsätzlich sind psychische Belastungen wie Angst für den Körper nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Ebenso wie Sport Muskeln und Ausdauer trainiert, hilft uns die eine oder andere stressige Situation dabei, weiterhin flexibel zu bleiben und uns an die sich ständig wandelnde Umwelt anzupassen. Das hat der Körper so eingerichtet, damit wir Menschen in Gefahrensituationen bestehen, geistesgegenwärtig reagieren und im Extremfall unser Leben verteidigen.

Das Nervensystem schlägt Alarm

Aber was passiert eigentlich biologisch im Körper, wenn wir Angst haben? Wird Gefahr gemeldet, kommt es nach einer kurzen Schrecksekunde zu einer Alarmreaktion. Das Sympathische Nervensystem tritt in Aktion. Es ist zuständig für die Aktivierung unseres Körpers, der nun auf Kampf oder Flucht vorbereitet wird. Der Blutdruck steigt, der Herzschlag wird schneller, die Muskeln werden angespannt, die Pupillen weiten sich und wir beginnen zu schwitzen.

Die Entspannung kehrt zurück

Im Normalfall gewöhnen wir uns nach einigen Minuten an die Situation. Jetzt ist das Parasympathische Nervensystem an der Reihe. Es ist dafür zuständig, dass sich unsere Körperfunktionen wieder normalisieren und wir zu Ruhe und Entspannung zurückkehren. Wir bleiben jedoch noch einige Zeit angespannt, bis das freigesetzte Adrenalin und Noradrenalin (chemische Botenstoffe, die bei Stress freigesetzt werden) abgebaut sind.

Was ist eine Phobie?

Viele Menschen leiden so stark Angst, dass sie sich nicht mehr kontrollieren können und der Kreislauf von Erregung und Entspannung gestört ist. Häufig sind sogenannte Phobien Schuld für überschießende Reaktionen. Von Phobien spricht man dann, wenn jemand übermäßige Angst vor bestimmten Dingen und Situationen hat, die realistisch betrachtet gar nicht so gefährlich sind. Kennzeichnend ist, dass sogenannte Phobiker nicht die Dinge und Situationen selbst fürchten, sondern die damit verbundenen Folgen, wie etwa von einer hohen Brücke zu fallen oder im Fahrstuhl zu ersticken.

Angst vor Krankheiten, Prüfungen und Menschen

Die Betroffenen wissen meistens, dass ihre Angst unbegründet ist. Sie schaffen es aber nicht, sich in die Situation zu begeben, vor der sie solche Angst haben. Es gibt fast nichts, wovor man nicht Angst haben kann. Besonders stark verbreitet sind die übersteigerte Angst vor Krankheiten (Hypochondrie), vor geschlossenen Räumen wie Aufzüge, Tunnels (Klaustrophobie), vor Höhe oder Prüfungen. Bestimmte Tierarten wie Ratten, Mäuse oder Spinnen lösen Panik aus. Auch vor sozialen Kontakten – oft verbunden mit der Angst vor Infektionen und Bakterien – fürchten sich manche Menschen.

Was tun gegen die Angst?

Wer unter starken Ängsten und Phobien leidet, sollte nicht den Fehler begehen, die furchteinflößende Situation zu meiden. Denn genau dann redet man sich immer wieder ein, dass die Situation gefährlich ist. Nur durch eine direkte Konfrontation kann man lernen, die negativen Gedanken über Bord zu werfen und Ängste schließlich zu überwinden. Seid ihr selbst betroffen, so wendet euch am besten an euren Schulpsychologen. Er kann euch Tipps geben und Kurse empfehlen, in denen man Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung erlernen kann. Das hilft bei Angst und Panik gelassener zu werden.

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