Die große Wissenswelt
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Albert Einstein: Zeit und Raum sind relativ

Albert Einsteins Vorstellungsvermögen war grenzenlos: Bereits 1915 war er von Gravitationswellen im All überzeugt, was Forscher erst 2016 beweisen konnten.Foto: pd

 

Albert Einsteins Berechnungen waren schwindelerregend, seine Vorstellungsgabe scheinbar grenzenlos und seine Theorien sind bis heute nur für wenige nachvollziehbar. Albert Einsteins Relativitätstheorie gehört zu den kompliziertesten Modellen der modernen Physik. Und ausgerechnet er selbst erklärte das schwierige Thema am eindrucksvollsten: "Wenn man zwei Stunden lang mit einem netten Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität."

Am 14. März 1879 wird Albert Einstein als Sohn jüdischer Eltern in Ulm geboren. Mit 15 Jahren geht er in die Schweiz, wird zunächst Fachlehrer für Mathematik und Physik und arbeitet später im Patentamt in Bern. Niemand hätte dem unauffälligen jungen Mann wohl zugetraut, dass er wenig später Entdeckungen machen würde, die das physikalische Weltbild grundlegend ändern sollten.

1905: Ein revolutionäres Jahr für die Physik

Gerade mal 26 Jahre ist Albert Einstein, als er im Jahr 1905 eine Reihe revolutionärer wissenschaftlicher Abhandlungen veröffentlicht. In diesem Jahr verfasst der aus Ulm stammende Sohn jüdischer Eltern nicht nur die spezielle Relativitätstheorie, sondern er bringt auch seine wegweisenden Gedanken über die Quantenphysik (Photoelektrischer Effekt) und über die Molekularbewegung (Brownsche Bewegung) zu Papier. Albert Einstein legt den Grundstein zur modernen Atom- und Teilchenphysik hmacht das Jahr 1905 zu einem Meilenstein in der Geschichte der Physik.

Daraus folgen ungewöhnliche und dem Alltagsverstand nur schwer zugängliche Phänomene: Raum und Zeit hängen zusammen, sich schnell bewegende Uhren laufen langsamer als relativ dazu ruhende. Außerdem scheinen bewegte Körper sich zu verkürzen und schließlich können auch Masse und Energie ineinander umgewandelt werden.

Die Formel aller Formeln

1907 veröffentlicht Einsteins die wohl bekannteste physikalische Formel:

E = mc²

Sie besagt, dass Energie (E) gleich der Masse (m) mal Lichtgeschwindigkeit hoch zwei (²) sei. Das bedeutet, dass Masse in einen riesigen Energiebetrag umgewandelt werden kann, wenn man sie mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit (Lichtgeschwindigkeit = 300.000 km pro Sekunde) multipliziert.

Zum Einsatz kommt diese Gleichung beispielsweise bei der Atombombe. In der Bombe, die 1945 die japanische Großstadt Hiroshima zerstörte, befand sich nur 1 Gramm Masse! Durch dessen Spaltung wurde eine ungeheure Menge Energie freigesetzt. Einsteins Formel lieferte damit die theoretische Grundlage für die Entwicklung der Atombombe.

Ruhm und Rückzug

Sehr schnell wird Einstein berühmt. Im Jahr 1914 ist er bereits Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin. 1912 erhält er den Nobelpreis. Jedoch nicht für die Relativitätstheorie, die heute sein bekanntestes Werk ist, sondern für den Photoelektrischen Effekt.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Stimmung in Deutschland jedoch immer judenfeindlicher. Einstein erhält Morddrohungen. Als Hitler mit seiner Partei, der NSDAP im Januar 1933 die Macht in Deutschland übernimmt, befindet sich Einstein gerade auf einer Vortragsreise in Kalifornien. Er kehrt nicht nach Deutschland zurück, sondern siedelt in die USA um. An der Universität Princeton erhält er eine Anstellung.

Pazifist und Kriegsgegner

Zeit seines Lebens ist Albert Einstein pazifistisch (gegen den Krieg) eingestellt. Bereits 1914 hatte er sich, anders als viele seiner Kollegen, gegen den Ersten Weltkrieg ausgesprochen. Als er jedoch sieht, dass Hitler-Deutschland eine Bedrohung für andere Nationen wird, befürchtet er, dass Deutschland über eine Atombombe verfügen und diese auch einsetzen könnte. Deshalb schreibt er 1939 einen Brief an den amerikanischen Präsidenten, indem er ihn auffordert, seinerseits den Bau einer Atombombe voranzutreiben, um Deutschland abzuschrecken.Die Mitarbeit am so genannten "Manhattan-Projekt" verweigert er jedoch.

Als die USA jedoch 1945 Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abwirft und damit Tod und Zerstörung über diese Gegenden bringt, ist Einstein entsetzt. Er engagiert sich fortan für Abrüstung und die friedliche Nutzung der Kernenergie. Albert Einstein stirbt am 18. April 1955.

Noch mehr erfährst du in WAS IST WAS Band WAS IST WAS Band 79 Moderne Physik sowie in WAS IST WAS Band 102 Universum. Geheimnisse des Weltalls