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Geschichte

Wie werden Leichen zu Mumien?

Ann-Kathrin, 10 Jahre, fragt:

Wie werden Leichen zu Mumien?
Dieser ägyptische Pharao wurde durch künstliche Mumifizierung vor der Verwesung bewahrt.Quelle: © Mickhail Zahranichny, Shutterstock
 

Mumien entstehen entweder künstlich durch Mumifizierung oder natürlich durch Mumifikation. Beide Prozesse führen dazu, dass Lebewesen oder zumindest einzelne Bestandteile des Lebewesens, haltbar gemacht werden.


Mumifizierung: Die künstliche Mumie

Die Alten Ägypter waren Profis in Sachen künstlicher Mumifizierung. Sie hatten entdeckt, dass Natron Körper lange haltbar macht und den Verwesungsprozess verlangsamt. Zunächst wurden dem Körper dazu das Gehirn und die inneren Organe entnommen. Die leere Bauchhöhle wurde mit Palmwein und Kräutern gereinigt und mit Myrrhe und Kräutern ausgestopft und wieder zugenäht. Diese Vorgehensweise ist wichtig, damit die von den Bakterien verursachten chemischen Reaktionen unterbunden werden, indem die Bakterien getötet werden.

Danach wurde der Körper in Natronsalz getrocknet. Das dauerte rund 14 Tage. Um den letzten verbleibenden Rest noch auszutrocknen, wurde die präparierte Mumie auch auf dem Feuer oder in der Sonne getrocknet. Anschließend wurde der Körper geschminkt, mit parfümierten Ölen und Baumharzen eingerieben und schließlich in Leinenbinden eingewickelt und in den Sarg gelegt.

Mumifikation: Die natürliche Mumie

Während nur wenige Menschen – etwa Könige – künstlich mumifiziert wurden, kam die natürliche Mumifikation viel häufiger vor. So bestattete man die Toten in der Frühzeit des Alten Ägypten beispielsweise einfach im Wüstensand. Durch Austrocknen hielten sich die Leichen lange - vorausgesetzt sie wurden nicht von Raubtieren gefressen. Auch im Eis oder im Moor bleiben Leichname erhalten, denn ohne Sauerstoff können sich zersetzende Bakterien nicht vermehren.

Was passiert bei der Mumifikation?

Natürliche Mumien entstehen durch bestimmte örtliche Bedingungen. Vor allem ideale Temperaturen sind für eine gute Konservierung notwendig, damit ein lebloser Körper selbst in Tausenden von Jahren nicht verwest. Die natürliche Mumifizierung kann besonders durch trockene Hitze, Dauerfrost, Luftabschluss, Pech oder Asphalt einsetzen.

„Ötzi“ - die Mumie aus dem Eis

Bei anhaltender Kälte oder trockener Hitze sind die wechselwarmen, zersetzenden Bakterien kaum oder gar nicht aktiv. So können zum Beispiel Eismumien wie der "Ötzi" entstehen. Es gibt aber auch so genannte "Moorleichen". Das sind Tote, die durch das Moorwasser mumifiziert wurden. Im Moorwasser befinden sich Huminsäuren und Gerbstoffe, die die Mumifzierung bewirken und Haut in Leder verwandeln können.

 

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