Die große Wissenswelt
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Wie funktioniert eine Hubbrücke?

Auch in Rotterdam gibt es eine bekannte Hubbrücke namens De Hef. Die ehemalige Eisenbahnbrücke ist heute nur noch ein Industriedenkmal. Sie wurde 1993 geschlossen und durch einen Eisenbahntunnel ersetzt.

 

Viele Brücken überqueren in Hamburg die Elbe. Eine von ihnen ist die 1973 gebaute Kattwyk-Brücke, die größte Hubbrücke der Welt - zumindest was die Höhe anbelangt, in die man das Mittelteil der Brücke anheben kann (46 Meter). Dadurch haben auch großen Schiffen genug Platz um unter der Brücke zu passieren.

Das Mittelteil der insgesamt 290 Meter langen Brücke ist an 32 Stahlseilen aufgehängt, mit deren Hilfe es in die Höhe gezogen werden kann. Autos und Fußgänger müssen in der Zwischenzeit warten. Etwa 15 bis 20 Minuten dauert das Heben und Absenken der Brücke, dann wird sie für den Straßenverkehr wieder freigegeben. Das geschieht tagsüber zu festgelegten Zeiten alle zwei Stunden.

Was macht die Kattwyk-Brücke so besonders?

Doch nicht nur der Schiffs- und Straßenverkehr muss hier durchgeschleust werden. Auch Züge werden über die Brücke geleitet. Da die Brücke nicht zu breit werden sollte, dachten sich ihre Erbauer etwas ganz Besonderes aus: Sie verlegten die Eisenbahnschienen direkt auf der Straße, wie man es sonst nur von Straßenbahnschienen kennt. Kommt ein Güterzug, wird durch eine eigene Schrankenanlage der Straßenverkehr gesperrt.

40 Güterzüge der Hafenbahn überqueren täglich die Stahlbrücke. Auch dann müssen die Autos warten, denn schließlich ist die Straße nun durch die Bahn belegt. Diese Sperrungen dauern jedoch nur acht bis zehn Minuten. Zur Entlastung der Brücke wird allerdings zur Zeit nördlich der bestehenden Brücke eine weitere Hubbrücke speziell für Züge gebaut. Sie soll im August 2018 fertiggestellt werden.

Warum braucht man bewegliche Brücken?

Baut man Brücken über Flüsse oder Meeresarme so gibt es oft ein Problem: Die Brücke soll den Schiffsverkehr nicht beeinträchtigen. Um auch hohe Schiffe durchzulassen, zum Beispiel Segelschiffe mit hohen Masten, Kreuzfahrtschiffe oder Frachter mit vielen Etagen von Containern, müsste die Brücke sehr, sehr hoch sein.

Um das zu ermöglichen, müsste man für die Anfahrtsstraßen lange Rampen aufschütten. Das ist jedoch in den meisten Fällen zu kompliziert und viel zu teuer. Besonders in Städten wäre diese Lösung ohnehin undenkbar.

So erfanden Brückenbauer im Lauf der Jahrhunderte unterschiedlichste Techniken um Brücken für den Schiffsverkehr durchlässig zu machen. Am bekanntesten sind Klappbrücken, wie etwa die Tower Bridge in London. Diese sind nach dem Prinzip der Zugbrücken gebaut, die mittelalterliche Burgen vor unliebsamen Eindringlingen schützten.
Bei Drehbrücken hingegen wird entweder das gesamte Mittelstück oder nur ein Teil davon durch einen Mechanismus um 90 Grad gewendet, wodurch der Wasserweg passierbar wird. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven, die schon über 100 Jahre alt ist.

Empfindliche Technik

Der Nachteil beweglicher Brücken ist jedoch ihre Anfälligkeit. Gerade Hubbrücken werden heute kaum mehr gebaut, da die meisten von ihnen nicht besonders lange halten. Je öfter sie geöffnet werden müssen, umso größer ist der Verschleiß.

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