U1: Das erste U-Boot der deutschen Marine

 

 

 

 

 

Heute können die Überreste des U-Bootes U1 im Deutschen Museum in München unter die Lupe genommen werden. Foto: Deutsches Museum

 

Das erste Unterwasserboot der deutschen Marine, die U1, wurde am 25. Januar 1906 in Kiel vom Stapel gelassen. Gebaut hatte es Marineingenieur Gustav Berling. Weil Kaiser Wilhelm II. den Russen militärisch überlegen sein wollte, hatte sein Reichsmarineleiter größere und schnellere U-Boote verlangt von dem erfahrenen Konstrukteur  Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die U1 bot Platz für rund zehn Mann Besatzung, konnte bis zu 12 Stunden unter Wasser bleiben und bis zu 30 Meter tief tauchen.

Nach mehreren Testfahrten wurde die U1 am 14. Dez. 1906 in Dienst gestellt. Im 1. Weltkrieg diente sie als Schulungsboot und musste bei Kriegsende wie alle anderen U-Boote ausgesondert werden. Die U1 wurde zerlegt, mit der Bahn nach München gebracht und in den Jahren 1921-1923 stückweise im neuen Museumsbau auf der Museumsinsel zusammengesetzt. Dort kann sie noch heute besichtigt werden.

 

Archimedisches Prinzip

 

Obwohl U-Boote schon seit über einem Jahrhundert existieren, haben sie bis heute nichts an ihrer Faszination eingebüßt. Die Technik hat sich weiter entwickelt, aber dennoch funktionieren die Unterwassergefährte immer noch nach dem gleichen Grundprinzip. Im Vergleich zu gewöhnlichen Schiffen schwebt ihr Körper im Wasser. Physikalisch bedeutet das, dass die Masse des gesamten Schiffskörpers gleich der Verdrängungsmasse ist. Als Voraussetzung für den Gleichgewichtszustand muss hierbei das spezifische Gewicht des Schiffskörpers gleich dem des Wassers sein (= Archimedisches Prinzip). Dieser Zustand wird allerdings nie hundertprozentig erreicht.

 

Nur akustisch wahrnehmbar

 

Während militärischer Operationen sollen U-Boote möglichst unauffällig bleiben. Da sie unter Wasser optisch nicht erfassbar sind und Radar unter der Meeresoberfläche nicht funktioniert, können sie auf größere Entfernungen nur akustisch wahrgenommen werden. Grundsätzlich gilt: Ein U-Boot kann um so schwerer ausgemacht werden, je kleiner und leiser es ist. Deshalb wird bei ihrem Bau darauf geachtet, dass sie so wenig Geräusche wie möglich machen. Das kann man durch einen stromlinienförmigen Körper und speziell geformte Schiffsschrauben erreichen. Auch der Antrieb spielt eine große Rolle.

 

Welche Typen gibt es?

 

Die elektrisch betriebenen Exemplare sind im getauchten Zustand anderen häufig überlegen, da sie sehr leise sind. Der Hauptvorteil der wesentlich teureren Atom-U-Booten liegt in ihrer Ausdauer und Geschwindigkeit. Allerdings sind sie lauter und werden deshalb schneller entdeckt. Der hohe Geräuschpegel führt außerdem dazu, dass sie selbst andere Schiffe schlechter orten können. Unter Wasser kann ein U-Boot andere Schiffe nur akustisch wahrnehmen. Das geschieht entweder über Unterwassermikrophone, so genannte Hydrophone, oder spezielle Schallwellen (Sonar), die allerdings wiederum die Position des U-Boots verraten.

 

So funktioniert die Kommunikation

 

Ein weiteres Problem bei U-Booten ist ihre schwierige Kommunikation mit der Außenwelt. Um große Datenmengen auszutauschen sind U-Boote gezwungen, sich der Wasseroberfläche mit herkömmlichen Antennen zu nähern. Dabei können sie allerdings leicht entdeckt werden. Mit einem getauchten U-Boot Kontakt aufzunehmen ist fast unmöglich, da nahezu keine Radiowellen unter Wasser existieren. Nachrichten an U-Boote werden üblicherweise auf einen Satelliten gespeichert und in Sekundenschnelle heruntergeladen. Über spezielle Funkbojen hat die Besatzung von U-Booten die Möglichkeit Notrufe auszusenden.

 

Auch Touristen können abtauchen

 

Nach wie vor werden U-Boote in erster Linie für militärische Zwecke eingesetzt. Es gibt aber auch Forschungs-U-Boote, die wesentlich tiefer tauchen können. Eine noch größere Reichweite haben unbemannte, oft mit Kameras ausgerüstete U-Boote, die man auch Tauchroboter nennt. Selbst Touristen haben heutzutage die Möglichkeit einen Blick unter Wasser zu riskieren. Dann wird in der Regel aber nur etwa zehn Meter tief und in der Nähe von Riffen getaucht.

Hier geht es zur Schiffe-Wissenswelt