Die große Wissenswelt
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Bionik: Die Natur als Vorbild

Genial selbstreinigend: Von den Blättern der Lotusblume perlen Wasser und Dreck einfach ab.Quelle:Oliver S

 

Der Klettverschluss

Ein Beispiel für Bionik im Alltag ist der Klettverschluss. Die Pflanze, die dafür Pate stand ist - na? - die Klette. Der Verschluss wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt. George de Mestral untersuchte die kleinen, harten Kügelchen, die nach Spaziergängen im Fell seines Hundes hingen. Unter dem Mikroskop entdeckte er die kleinen Haken, mit denen die Klette hängenbleibt. Daraus entwickelte er den praktischen, oft verwendbaren Klettverschluss.

Lotus-Effektt

Ein bekanntes Phänomen aus dem Bereich der Bionik ist der Lotus-Effekt. Der Lotus ist eine Pflanze aus Asien, die dort fast als heilig gilt. Sie ist der Inbegriff von Reinheit, weil sie aus dem dicksten Morast unbefleckt hervorsprießt. Erst seit einigen Jahren ist klar, weshalb. Auf der Blattoberfläche befinden sich winzigste Erhebungen aus Wachs. Darauf kann kein Schmutz haften - Wasser oder Dreck perlt einfach ab. Auch Insekten wie Libellen und Schmetterlinge machen sich den Effekt zu Nutze um Körperstellen zu schützen, die sie nicht selbst reinigen können.

Mittlerweile hat man verschiedene Produkte mit solch einer selbstreinigenden Oberfläche hergestellt, unter anderem Dachziegel und Geschirr. Der Lotus-Effekt kommt auch bei anderen Pflanzen vor, etwa bei Kapuzinerkresse und Kohlrabi. Aber Kohlrabi-Effekt klingt einfach nicht so exotisch und geheimnisvoll.

Wie bei der Seifenblase

Das sind längst nicht alle Technologien, bei denen von der Natur abgeschaut wurde. Das Dach des alten Olympiastadions in München nahm sich Seifenblasen als Vorbild. Die Dachfläche wirkt wie ein Seifenfilm, der sich zwischen den Pfosten und Begrenzungen spannt. Dadurch wird Druck von Wind, Schnee oder Regen am besten abgefedert.

Extrem haltbar: Knochen und Bäume

Knochen sind nach einem ähnlichen Prinzip konstruiert. Mit wenig Material wird große Tragkraft und Stabilität erzielt. Und Ingenieure lassen Bauteile für Maschinen im Computer wie Bäume wachsen. Dort, wo die Beanspruchung groß ist, wird viel Material verwendet, woanders wenig. Dadurch wirken die neuen Bauteile in gewisser Weise natürlich.

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 34 Erfindungen. Genie und Geistesblitz und in WAS IST WAS Band 122 Bionik