Die große Wissenswelt
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Abgefahren: Bahnreisen in der Zukunft

Wenn wir den Zukunftsvisionen der Ingenieure glauben dürfen, können Züge vielleicht einmal in Überschallgeschwindigkeit fahren. Quelle: © muratart, Shutterstock

 



Immer schneller, immer weiter, immer bequemer – Ingenieure testen eifrig, wie Reisen per Bahn in Zukunft aussehen könnten. Heutzutage erreichen moderne Züge bereits Geschwindigkeiten von 300 Stundenkilometern und hängen damit Autos, die auf der Autobahn fahren, deutlich ab. Doch so schnell sind Züge nur auf speziellen Hochgeschwindigkeitstrassen unterwegs. Für deutlich höhere Geschwindigkeiten sind die Strecken vieler Länder nicht geeignet. Deutschland ist dafür zum Beispiel zu dicht besiedelt.

Die Magnetschwebebahn

Eine andere Möglichkeit zum Schienenverkehr auf Rädern ist die Magnetschwebebahn, die über 500 Stundenkilometer fahren kann. Sie schwebt auf einem Magnetfeld und bewegt sich ohne elektrische Reibung fort. Im chinesischen Shangai verbindet zum Beispiel die Magnetschwebebahn Transrapid den Flughafen mit der Innenstadt und braucht für die 30 Kilometer lange Strecke nur acht Minuten. In Deutschland, wo der Transrapid entwickelt und getestet wurde, kam er auf keiner echten Strecke zum Einsatz.

Fliegende Züge

Eine Variante der Zukunft wäre ein Hochgeschwindigkeitszug, der durch eine luftleere Röhre auf einem Luft- oder Magnetkissen fliegt. Der Zug hätte keine Reibung und keinen Luftwiderstand und könnte Überschallgeschwindigkeit erreichen. Mit rund 1.200 Stundenkilometern wäre er schneller als ein Passagierflugzeug.

Ein amerikanisches Unternehmen plant derzeit eine Röhrenbahn, die Hyperloop. Sie soll zwischen Los Angeles und San Francisco verkehren und für die 600 Kilometer lange Strecke nur 30 Minuten benötigen.

Mit der Bahn von Europa in die USA

Auch eine Bahnröhre zwischen Europa und Amerika mitten durch den Atlantik ist denkbar. Der Zug könnte 7.500 Stundenkilometer schnell fahren und wäre nur eine Stunde von London nach New York unterwegs. Die Hälfte der Strecke würde der Zug beschleunigen, die andere Hälfte bremsen. Im Jahr 2050 könnte der Atlantiktunnel von Europa nach Nordamerika so selbstverständlich sein wie heute der Ärmelkanaltunnel.

Rollende Bahnsteige

Auch „rollende Bahnsteige“ - oder auch "moving platforms" - sind eine Zukunftsvision, die Wirklichkeit werden könnte. Dabei steigen die Passagiere während der Fahrt um und werden so an ihren Zielbahnhof geleitet. Wie das gehen soll? Ein Beispiel: Ein Zug fährt ohne Stopp von Hamburg nach München. Während der Fahrt nähern sich an festgelegten Punkten auf Parallelgleisen fahrende Züge. Computerprogramme sorgen dafür, dass beide Züge die gleiche Geschwindigkeit halten und ankoppeln können. Besondere Türen werden geöffnet, durch die ein gefahrloses Umsteigen möglich ist. Durch diese Technik könnte viel Zeit und Energie gespart werden.

Moderne Autozüge

Moderne Autozüge sind eine andere Möglichkeit, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen und damit die Umwelt zu schonen. 2010 wurde ein solcher Entwurf vorgestellt. Autos müssten demnach nicht mehr aufwändig verladen und entladen werden, sondern könnten direkt am Bahnhof in den Zug fahren und ihn am Zielort wieder verlassen.

Noch mehr zum Thema erfährst Du in WAS IST WAS Band 54 Eisenbahn. Auf Schienen in die Zukunft