Die große Wissenswelt
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Wieso kann ein Pottwal so lange so tief tauchen?

Luca, 10 Jahre, fragt:

Es ist kaum zu glauben, aber ein Pottwal kann mindestens eine Stunde unter Wasser bleiben und soll bis zu 2.500 Meter tief tauchen können. Luca, 10 Jahre, hat uns gefragt wie er das macht. Das Geheimnis ist das "Spermaceti-Organ". Was das ist erfahrt ihr hier.

Pottwal
Auf Tauchstation: Mit etwa 2000 Metern Tiefe hält der Pottwal den Tauchrekord für einen Warmblüter. Quelle © Kjersti Joergensen, Shutterstock
 

Pottwale verspeisen gerne Tintenfische. Diese Tintenfische leben in der Tiefsee. Damit ein Pottwal überhaupt in diese Tiefen tauchen kann muss er große Sauerstoffmengen entwickeln und speichern. Und er muss schnell Auf- und Abtauchen können. Dazu ist sein Körper den extremen Bedingungen angepasst.

Genial: Das Spermaceti-Organ


Ein Pottwal verfügt über das so genannte "Spermaceti-Organ". Das ist ein riesiges Kissen aus weichem Wachs, das sich im Kopf des Pottwals befindet. Durch dieses Kissen führt einer der beiden Nasengänge. Dieses Wachs schmilzt bei einer Temperatur von 42 Grad Celsius. Ist die Temperatur höher, ist das Wachs flüssig und vergleichsweise leicht. Kühlt es ab, wird es schwer und fest.

Beim Tauchen in die Tiefe fließt kaltes Wasser durch den Nasengang und das Wachs kühlt ab. Zum Auftauchen wird das Wachs über die Blutgefäße erhitzt, es wird wieder flüssig.

Bevor die Wale zur Nahrungssuche in der Tiefe abtauchen, bleiben sie etwa 10 Minuten an der Wasseroberfläche und atmen tief. So kommt Sauerstoff in die Lungen und von dort in die Muskeln. Dort bindet die Substanz Myoglobin den Sauerstoff. Auch das Fett saugt den Sauerstoff auf.

Sauerstoff tanken

Hat der Pottwal genug Sauerstoff "getankt", stellt er sich kopfüber ins Wasser, das Wachs in seinem Spermaceti-Organ wird fest - und ab geht´s in die Tiefe.

Wale besitzen außerdem die Fähigkeit, aus ihrem Blut den Stickstoff herauszufiltern. Dieser würde nämlich beim schnellen Auftauchen durch den wieder geringer werdenden Wasserdruck "auskochen". Wir Menschen kennen dieses Phänomen als Taucherkrankheit.

Dafür besitzt das Blut der Wale viel Hämoglobin und Myoglobin: der erste Stoff ist für den Sauerstofftransport im Blut wichtig, letzterer für das Herauslösen und Bereitstellen in den Muskeln und im Gehirn. Bei langen Tauchgängen führen Wale auf diese Weise eine große Menge chemisch gebundenen Sauerstoffs mit sich.

 

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 85 Wale und Delfine. Die sanften Riesen.