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Zecken: Gefährliche Spinnentierchen

Haben Zecken erst mal einen Wir gefunden, warten sie nicht lange: Sie stechen ihre Fresswerkzeuge in die Haut des Opfers und saugen sich mit Blut voll. Dabei können sie ihre Körpergröße um das 100- bis 200-fache vervielfachen. Während des Saugens hängt ihr Hinterleib im Freien, der Kopf befindet sich in der Wunde. Bis zu neun Tage können Zecken bei ihrem Wirt verharren. Haben sie genug Blut gesaugt und sind dabei nicht erwischt worden, lassen sie sich einfach fallen.

Zecken lauern auf Wiesen und im Unterholz von Wäldern. Von Bäumen, wie oft behauptet wird, lassen sie sich aber nicht auf den Wirt fallen. Quelle: © Erik Karits, Shutterstock.

 

 

Wie schützt man sich vor Zecken?

Ein Zeckenbiss ist zwar nicht schmerzhaft, kann aber für Mensch und Tier gefährlich werden. Die beiden bekanntesten und gefährlichsten Krankheiten, die von Zecken übertragen werden, sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME und die Borreliose.

FSME - eine Nervenkrankheit

FSME ist eine Erkrankung des Nervensystems. Sie lässt sich - ist man einmal angesteckt - nicht in ihrer Ursache bekämpfen. Man kann nur versuchen die Erscheinungsformen der Krankheit zu lindern. FSME kann unterschiedlich verlaufen. Im einfachsten Fall bekommt man Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, es können aber auch Sprach- und Schluckstörungen sowie psychische Veränderungen oder bestimmte Lähmungserscheinungen auftreten. Wirksam kann man sich gegen FSME mit einer Impfung schützen. Sie kann vom Hausarzt durchgeführt werden.

Borreliose

Häufiger als FSME übertragen Zecken Borreliose. Hat man sich mit der Borreliose angesteckt, kann zu verschiedenen Folgen kommen: Hautrötung um die Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen, Hirnhautentzündung und Gesichtslähmung können auftreten. Als chronische und bleibende Folge einer Borreliose wird Gelenkentzündung genannt.
Der Borreliose kann man im Gegensatz zu FSME mit Antibiotika entgegenwirken. Die besten Chancen einer Infektion zu entgehen hat man, wenn man die zecke schnell bemerkt und entfernt. Die Borreliose-Bakterien werden nämlich nicht sofort beim Zeckenbiss übertragen, sondern meist erst einige Stunden später.

Schütz dich vor Zecken!

Am besten ist es natürlich, Zecken gar nicht erst zubeißen zu lassen. Grundsätzlich ist es weniger gefährlich auf Waldwegen zu gehen als durch Gestrüpp und Wiesen zu streifen. Lange Kleidung und geschlossene Schuhe sind ein Muss! Ein guter, wenn auch nicht 100-prozentiger Schutz bei einem Wald- und Wiesenspaziergang ist eine lange Hose, über die unten die Sockenränder gestülpt werden, damit die Zecke nicht unter die Hose krabbeln kann. Auch viele Insektensprays schützen vor Zecken.

Nach dem Spaziergang oder wenn du vom Spielen nach Haus kommst, solltest du deinen Körper gründlich absuchen, ob sich irgendwo eine Zecke festgebissen hat. Man muss schon genau hinsehen um die kleinen schwarzen Pünktchen zu finden. Sollte eine Zecke zugebissen haben, bitte nur mit speziellen Werkzeugen entfernen. Besonders gut funktionieren Zeckenhaken, die es in der Apotheke in zwei Größen zu kaufen gibt.  Beim Verdacht auf eine Borreliose-Infektion, geh möglichst bald zum Arzt. Er verschreibt Antibiotika, damit die Krankheit möglichst gar nicht erst ausbrechen kann.

Du willst noch mehr über den Wald und seine Bewohner erfahren? Hier kommst du zu unserem WAS IST WAS Band 134 Wald. Mehr als nur Bäume.