Die große Wissenswelt
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Worauf muss man beim Pilzesammeln achten?

Der Wald ist der beliebteste Ort zum Pilze sammeln. Viele Speisepilze findet man im September und Oktober, so zum Beispiel den Steinpilz, den Maronenröhrling und den Pfifferling. Doch was muss man bei der Suche beachten?

Waldpilze

Besonders der Herbst ist eine beliebte Jahreszeit, um Pilze zu suchen. Quelle: ©Galyna Andrushko, Shutterstock
 

Vorbereitung ist wichtig

Bevor du losziehst, um im Wald Pilze zu sammeln, musst du an die richtige Ausrüstung denken. Für deine Funde benötigst du einen Korb und eventuell einige Papiertüten. Damit kannst du unbekannte Pilze, die möglicherweise nicht essbar sind, von anderen zu trennen. Ein (Taschen-)messer zum Abschneiden und eine kleine Bürste zum Reinigen der Pilze kannst du ebenfalls gut brauchen.

Pilzbestimmungs-App für dein Smartphone

Willst du neue Arten kennen lernen, dann nimm auch Lupe, Fotoapparat, Notizblock und Pilzbestimmungsbuch mit. Für Smartphones gibt es mittlerweile sogar nützliche Apps zur Pilzbestimmung. Wenn du noch unerfahren bist, dann mach dich lieber mit einem Pilzexperten auf den Weg. Du solltest nämlich nicht wahllos alles abrupfen, was du findest. Damit schädigst du die Natur! Bitte nur Pilze mitnehmen, die du (er)kennst und die essbar sind.

Es gibt auch geführte Pilztouren, die beispielsweise von den Volkshochschulen angeboten werden. Pilzberatungsstellen helfen dir, wenn du bei einzelnen Exemplaren nicht weißt, ob sie genießbar sind.

Vorsicht vor Giftpilzen!

Sicher ist dir klar, dass du niemals unbekannte Pilze probieren darfst. Schließlich gibt es etliche Arten, deren Verzehr tödlich sein kann. Auch ein angenehmer Geruch oder das appetitliche Äußere sagen nichts darüber aus, ob ein Pilze genießbar ist. Schnecken oder andere Tiere als Vorkoster sind kein Hinweis darauf, dass wir Menschen diese Art vertragen. Du kannst Pilze über der Erde abschneiden oder sie vorsichtig herausdrehen. Das ist egal. Bist du dir jedoch unsicher, ob du diese Art kennst, musst du die Stielbasis mitnehmen, um sie genau bestimmen zu können.

Alte, winzig kleine und von Tieren angefressene sowie bereits herausgerissene Pilze lässt man dort, wo sie sind. Da Pilze schnell verderben, sollte man den Fund noch am selben Tag verbrauchen und niemals roh essen.

Anfangs ist es sicherer, nur Röhrenpilze zu sammeln, denn unter den Lamellenpilzen befinden sich die gefährlichsten Giftpilze. Wir stellen euch nun einige Speisepilze vor. Diese Kenntnisse genügen jedoch nicht, um dich zu einem Pilzkenner zu machen. In jedem Fall musst du jemanden um Hilfe bitten, der Erfahrung mit Pilzen hat.

Steinpilz (Boletus edulis)

Einer der beliebtesten Speisepilze ist der Steinpilz, auch Herrenpilz genannt. Dieser zweite Name kommt daher, dass man ihn früher beim jeweiligen Großgrundbesitzer, dem Herren, abgeben musste, wenn man ihn fand. Er gehört zu den großen, festfleischigen Röhrenpilzen. Sein glatter Hut misst 5-25 Zentimeter und ist hell- bis kastanienbraun. Die Röhren auf der Unterseite sind beim jungen Pilz weißlich, später grün-gelb. Der Stiel ist keulenförmig und von einem feinen weißen Netz überzogen.

Du findest ihn in Nadelwäldern unter Fichten, hauptsächlich in der Zeit von September bis November, so lange es noch nicht friert. Leicht zu verwechseln sind junge Exemplare mit dem Gallenröhrling, der sehr bitter schmeckt und ungenießbar ist.

In Butterschmalz gebraten und mit Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie schmecken Steinpilze köstlich. Wie alle Pilze sollte man auch den Steinpilz vor dem Garen nicht waschen, da er sich sonst mit Wasser voll saugt. Besser ist es, ihn vorsichtig abzubürsten, mit einem Küchentuch sauber zu reiben und schlechte Stellen abzuschneiden.

Maronenröhrling (Boletus / Xerocomus badius)

Neben dem Steinpilz ist der Maronenröhrling wohl einer der bekanntesten Röhrenpilze. Sein kastanienbrauner Hut wird 5 bis 10 Zentimeter groß, die Röhren sind anfangs hell, später olivgelb oder -grün, bei Druck verfärben sie sich grünblau. Er riecht leicht säuerlich und mild.

Er lebt unter Fichten und Lärchen, aber auch im Laubwald. Man findet ihn in feuchten Sommern bereits ab Juni, hauptsächlich jedoch von September bis November. Der Maronenröhrling ist weit verbreitet von der Küste bis ins Hochgebirge. Roh ist der Maronenröhrling giftig und führt zu Durchfall, Übelkeit und Brechreiz.

Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius)

Auch der Pfifferling gehört zu den begehrten Speisepilzen. Er ist trompetenförmig nach oben geöffnet und dottergelb. Sein Hut ist im jungen Stadium gewölbt, später klassisch trichterförmig vertieft. Er wächst in Laub- und Nadelwäldern, ist jedoch selten geworden. Leicht verwechseln kann man ihn mit dem Falschen Pfifferling, der nicht essbar ist und zu Verdauungsstörungen führt.

Du willst noch mehr über den Wald und seine Bewohner erfahren? Hier kommst du zu unserem WAS IST WAS Band 134 Wald. Mehr als nur Bäume.