Die große Wissenswelt
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Paläontologie: Alten Lebewesen auf der Spur

Das Freilegen von versteinerten Lebewesen gehört auch zur Arbeit eines Paläontologen. Viele Einwanderer träumten in Kalifornien vom ganz großen Reichtum. Quelle: © LuFeeTheBear, Shutterstock

 

Eine kurze Geschichte der Paläontologie

Paläontologie als Wissenschaft von Lebewesen früherer Erdperioden ist seit jeher eng mit der Geologie verbunden. Der Begriff Paläontologie wurde im Jahr 1825 von dem französischen Forscher De Blainville in die wissenschaftliche Sprache eingeführt und ersetzte danach allmählich die älteren Bezeichnungen Oryktologie (von griechisch oryktos = ausgegraben) und Petrefaktenkunde. Paläontologie, das kommt von den griechischen Wörtern palaios (= alt), ontos (= wirklich) und logos (= Wissenschaft). Sie ist also die Wissenschaft vom wirklich Alten und zugleich Bio- und Geowissenschaft.

Deutung des Erdaufbaus

Geologie wird betrieben, seitdem der Mensch Gesteine und Erze für Werkzeuge, Waffen oder zum Bauen nutzt. Im 17. Jahrhundert begann man damit, die in Geländeaufschlüssen oder im Bergbau gewonnenen Erkenntnisse zur Deutung des Erdaufbaus zu verwenden. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Geologie schließlich als selbstständige Wissenschaft. Danach setzte eine Blüte der geologischen Forschung, der systematischen Ordnung der vorzeitlichen Lebewelt und der zeitlichen Einordnung der Ablagerungen in der Erdgeschichte ein.

Die Beschreibung und systematische Einordnung der vorzeitlichen Tier- und Pflanzenwelt ist seither fester Bestandteil geologischer Forschungen und die Grundlagen paläontologischer Untersuchungen sind seitdem die Fossilien.

Die Bedeutung der Paläontologie

Zu den wesentlichen Bestandteilen paläontologischer Arbeit gehören Forschungen zur Entstehung und Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt auf der Erde, die Rekonstruktion von Formen früherer Organismen sowie ihrer Umwelt und die Altersbestimmung von Gesteinsablagerungen. Seit ihrem Bestehen hat die Paläontologie grundlegende Beiträge zum Verständnis der Entwicklung der Lebewesen und somit zur Entwicklung des heutigen Weltbildes geleistet. In zunehmendem Maße trägt die Paläontologie zum Wissen über frühere Lebewesen, die Entwicklung des Lebens auf der Erde und zur Entwicklung von Ökosystemen bei.

Paläontologie ist jedoch nicht nur ein rein wissenschaftliches Fach. Sie ist auch Praxis bezogen. Durch die Beschreibung der Ablagerungsbedingungen von Fossilien lassen sich beispielsweise sehr gute Hinweise auf die Existenz von Erdöl- und Erdgaslagerstätten sowie von Erzablagerungen gewinnen.

Wie wird man Paläontologe?

Voraussetzung ist erst einmal das Abitur. Dann muss man studieren. Es gibt jedoch kein Studium der Paläontologie. Diese Wissenschaft ist in Deutschland immer ein Teilgebiet des Geologiestudiums. Paläontologen haben den akademischen Grad Diplom-Geologe oder Diplom-Geologin. Um sich später Paläontologe oder Paläontologin nennen zu können, muss man sich während des Geologiestudiums spezialisieren und eine Diplomarbeit mit paläontologischem Inhalt verfassen.

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 69 Fossilien. Spuren des Lebens sowie in WAS IST WAS Band 141 Archäologie. Schätze der Vergangenheit