Die große Wissenswelt
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Ist es schlimm, wenn Kühe so viel pupsen?

Noel, 7 Jahre, fragt:

Vor einigen Jahren haben Wissenschaftler den Gasausstoß von Kühen und anderen Nutztieren gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass bei der Verdauung eine bemerkenswerte Menge an Gasen entsteht. Daher auch die berechtigte Frage von Noel, 7 Jahre: Ist es schlimm, wenn Kühe so viel pupsen?

Kuhherde
Große Kuhherden in Südamerika stillen nicht nur den Fleischhunger der westlichen Welt, sie produzieren auch jede Menge Methan. Quelle © Peter Zaharov, Shutterstock
 

Fest steht: Kühe tragen durch ihr Pupsen auf alle Fälle zum Klimawandel bei. Doch der Reihe nach. Das Klima der Erde verändert sich. Kein Wissenschaftler bezweifelt diese Tatsache. Es gibt aber Streit darüber, ob das ein natürliches Phänomen ist, oder ob die Aktivität des Menschen die Ursache ist und ihn womöglich noch beschleunigt hat. Spätestens mit Beginn der industriellen Revolution vor etwa 200 Jahren verändert der Mensch die Umwelt.

Landwirtschaft setzt Treibhausgase frei

Dazu gehören unter anderem der immer schneller steigende Verbrauch von Kohle und Öl, die Abholzung von großen Waldgebieten und auch die intensive Viehhaltung und Landwirtschaft. Bei der Verbrennung von Kohle und Gas entsteht unter anderem Kohlendioxid. Es spielt eine große Rolle bei der Veränderung des Klimas.

Die physikalischen Eigenschaften von Kohlendioxid bewirken, dass die Energie der Sonnenstrahlung wie in einem Treibhaus in der Atmosphäre der Erde gespeichert wird. Dadurch erhöht sich die Temperatur der Atmosphäre. Daher auch die Bezeichnung Treibhausgas. Es gibt aber noch andere Gase, die den gleichen Effekt haben. Dazu gehört etwa Stickstoffdioxid, auch als Lachgas bekannt, oder eben Methan.

Wie produzieren Kühe Methan?

Kühe fressen Gras. Das ist aber schwer zu verdauen. Deshalb sind Kühe Wiederkäuer. Sie haben mehrere Mägen, in denen Bakterien für die Verdauung des Grases sorgen. Dabei entstehen verschiedene Gase, unter anderem Methan. Pupsen und Rülpsen der Kühe entlässt dieses Gas in die Atmosphäre.

Methan als Klimagas ist 21 Mal stärker als Kohlendioxid. So tragen Kühe immerhin zu vier Prozent zum weltweiten Klimawandel bei. Und der Anteil wird noch zunehmen. Denn die Weltbevölkerung wächst und auch der Wohlstand nimmt zu. Damit wächst auch der Hunger nach Fleisch.

Abhilfe durch gekeimtes Getreide

Es gibt aber Lösungen. So würde es helfen, wenn die Kühe mit gekeimtem Getreide gefüttert werden würden. In den Keimlingen sind Stoffe enthalten, die die Verdauung leichter machen. Und die Kühe können das Futter auch besser nutzen. Weil weniger gefüttert werden müsste, könnten die Landwirte sogar noch Kosten sparen. Auch andere Ernährungsumstellungen würden helfen, dass Kühe weniger Methan ausstoßen. Mehr Fett oder Fütterungen über den Tag verteilt reduzieren ebenfalls den Gasausstoß der Kühe.

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 117 Bauernhof. Tiere, Pflanzen und Maschinen