Die große Wissenswelt
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Giraffen: Die höchsten Landsäugetiere

Bis zu 20 Stunden am Tag verbringen die fredlichen Giraffen mit Fressen von Laub. Quelle: © belizar, shutterstock

 

Die Giraffe ist das höchste an Land lebende Tier. Sie wird bis zu sechs Meter hoch und wiegt ein bis zwei Tonnen. Um ihren langen Hals nach unten zu bewegen, muss die Giraffe viel Kraft aufbringen. Deshalb ist ihr Herz sehr leistungsstark. Es kann bis zu 60 Liter Blut pro Minute pumpen und bringt ganze zwölf Kilogramm auf die Waage. Der Blutdruck der Giraffe ist dreimal höher als der des Menschen.

Flecken mit Kühleffekt

Auch die braunen Flecken, mit denen die sanften Riesen übersät sind, haben eine wichtige Aufgabe. Sie sorgen dafür, dass der große Körper immer ausreichend gekühlt wird, selbst wenn für längere Zeit kein Schatten in Sicht ist. Um jeden Fleck verläuft eine ringförmige Ader, die für eine stärkere Durchblutung sorgt. So kann die Giraffe viel Hitze abgeben und ihre Körpertemperatur senken.Die Hufe der Giraffen bestehen, wie auch unsere Finger- und Fußnägel, aus Horn. In der Natur nutzen sich die Hufe automatisch ab, wenn die Giraffen über raue Böden laufen. Da die Giraffen im Zoo nicht so viel herum laufen können, wie sie es in freier Wildbahn tun würden, hat der Nürnberger Tiergarten einen speziellen Boden in den Boxen der Tiere verlegt. Seine Oberfläche ist besonders rau und hat den gleichen Effekt wie eine Nagelfeile beim Menschen.

Lieblingsfutter: Akazienblätter

Die Zunge der Giraffe ist blaugrau und bis zu 50 Zentimeter lang (das ist ein halber Meter!). Damit Blätter gut von Ästen abgestreift werden können, ist ihre Oberfläche sehr rau. Zusammen mit der borstigen Schnauze schützt sie außerdem vor spitzen Dornen und abstehenden Holzspänen.

Bis zu zwanzig Stunden am Tag verbringen Giraffen damit, rund 30 Kilogramm Laub zu fressen; am liebsten Akazienblätter. Über die Nahrung decken sie ihren Wasserbedarf für mehrere Wochen.

Voll in Fahrt: Über 50 Stundenkilometer

In freier Wildbahn kommt es gelegentlich vor, dass eine Giraffe vor einem Fressfeind, zum Beispiel einem Löwen oder Leoparden, fliehen muss. Ist sie erst einmal in Fahrt, kann sie dabei Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometer pro Stunde erreichen. Zum Vergleich: Innerorts darf man in Deutschland 50 Kilometer pro Stunde fahren.

Schwachpunkt sind jedoch ihre langen, dünnen Beine, die sie nur auf festem Untergrund tragen. Sumpfige oder nasse Böden werden daher möglichst umgangen. Flüsse stellen ein unüberwindliches Hindernis dar. Da Giraffen aber sehr gut sehen, hören und riechen können, nehmen sie ihre Feinde oft schon aus einem Kilometer Entfernung wahr und können so rechtzeitig die Flucht ergreifen.

Duell der Riesen

Begegnen sich zwei Männchen, liefern sie sich meistens einen Kampf. Dabei stellen sie sich nebeneinander und schlagen ihren Kopf gegen den Hals des anderen. Gilt es, ein Weibchen für sich zu gewinnen, fällt das Duell jedoch aggressiver aus. Der Konkurrent wird dann manchmal sogar bewusstlos geschlagen. Die Lebenserwartung von Giraffen beträgt rund 15 Jahre in freier Wildbahn, im Zoo werden sie bis zu 30 Jahre alt. Heute kommen Giraffen nur noch in Afrika, südlich der Sahara vor.

Noch mehr zu spannenden Tieren erfährst du in WAS IST WAS Band 13 Wilde Tiere. Ungezähmt in der Wildnis