Eine haarige Angelegenheit: Der Eichenprozessionsspinner

 

 

 

 

 

Durch ihre kaum sichtbaren Brennhaare können die Raupen des Eichenprozessionsspinners bei Menschen schwere Allergien und Hautreizungen auslösen.

 

 

 

 

 

 

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart, die sich in den letzten Jahren in einigen Regionen Deutschlands und Österreichs stark vermehrt hat. Im Raupenstadium leben die Tiere auf Eichen. Für den Menschen können ihre Brennhaare schädlich sein, da sie Allergien, Hautentzündungen und Atembeschwerden auslösen.

 

Wenn die Eichen ihre Blätter bekommen, also im Mai, schlüpfen aus den Eiern die rötlichen Raupen. Wie eine Prozession sieht es aus, wenn sie sich abends im Gänsemarsch auf den Weg machen. Den Baumstamm hinauf bis in den Wipfel, wo sie sich die jungen Eichenblätter schmecken lassen.

 

Nach der zweiten Häutung Ende Mai, Anfang Juni bekommen sie ihr haarig-graues Erscheinungsbild. Nun besitzen die Raupen neben ihren auffälligen, langen weißen Haaren auch kurze, kaum sichtbare Brennhaare. Diese brechen bei Wind oder Berührung sehr leicht ab und werden durch die Luft bis zu 200 Meter weit getragen.

 

Achtung: Gifthaare im Anflug!

 

Mit Widerhaken kletten sie sich an unserer Haut fest und bringen ihr Gift in die so entstandene kleine Wunde ein. Starker Juckreiz ist die Folge. Auch die Nester der Spinner enthalten Gifthaare, die sogar noch nach Jahren wirksam sind. In diesem Stadium krabbeln die Raupen in großen Scharen wie ein breites Band die Baumstämme hinauf.

Im Juli verpuppen sich die Larven. Nach drei bis sechs Wochen schlüpft aus der Puppe ein bräunlicher unscheinbarer Nachtfalter aus. Er erreicht eine Flügelspannweite von nur 2,5-3 Zentimetern.

Die nachtaktiven Schmetterlinge fliegen auf Lichtquellen zu und halten sich deshalb bevorzugt in der Nähe von Häusern, beleuchteten Straßen oder am Waldrand auf. Dort legen sie auch ihre Eier auf die oberen Zweige von Eichen. Im Herbst bilden sich in den Eiern bereits Jungraupen, die vor allem in milden Wintern scharenweise überleben.

 

Allergiegefahr

 

Unangenehm für uns Menschen werden die Eichenprozessionsspinner dann, wenn wir ihre Brennhaare abbekommen. Und das kann ganz leicht passieren. Gefährdet ist davon nicht nur, wer auf einen befallenen Baum klettert oder die Tierchen anfasst. Die Juckreiz verursachenden Haare fliegen auch in der Luft herum und befinden sich sogar in längst verlassenen Raupennestern.

Und was passiert, wenn die Gifthaare auf unserer Haut landen? Die Härchen verletzen die Haut, ihr Gift dringt ein und löst eine kleine Entzündung aus. Nicht jeder Mensch ist den Raupen gegenüber gleichermaßen empfindlich. Doch wer ohnehin eine sensible Haut hat und zu Allergien neigt, kann einen Ausschlag, Quaddeln oder insektenstichartige Knötchen bekommen. Dagegen hilft je nach Schwere eine Histamin- oder Kortisonsalbe.

Atmet man die Gifthaare ein, kann es zu Husten, Bronchitis oder Asthma kommen. Fieber, Schüttelfrost und Müdigkeit können Begleiterscheinungen sein. Im Extremfall besteht sogar das Risiko eines allergischen Schocks. Gelangt das Gift in unsere Augen kann eine Bindehautentzündung die Folge sein. Stellst du diese Krankheitszeichen bei dir fest, dann solltest du einen Arzt aufsuchen.

 

Wie kann man sich schützen?

 

Wenn ihr Warnhinweise lest oder die Raupen entdeckt, solltest du die Tiere nicht aus der Nähe betrachten, sondern dich von den befallenen Bäume entfernen. Wenn du bereits Kontakt mit den Eichenprozessionsspinnern hattest, ist es ratsam, sich zu duschen und die Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen um das Gift abzutöten.

 

Wo treten Eichenprozessionsspinner auf?

 

Ursprünglich waren die Eichenprozessionsspinner eher in südeuropäischen Ländern verbreitet. Doch seit einigen Jahren findet man sie auch in Deutschland und Österreich auffallend häufig in einigen Regionen. Die heißen Sommer und milden Winter sind wohl der Grund für die Ausbreitung. Ein Ende der Vermehrung ist noch nicht in Sicht.