Die große Wissenswelt
Die große Wissenswelt

Der Dachs: Bau mit Bioheizung

Der Dachs ist in den Wäldern Europas zu Hause und lebt in großen unterirdischen Bauten. Wenn es im Winter kalt wird, hält der Dachs Winterruhe. Damit es nicht zu kalt wird, hat der Dachsbau eine eingebaute Bio-Heizung.

Dachs

Dachse graben im Wald unterirdische Bauten, wo sie zum Teil über mehrere Generationen mit ihrer Familie leben.Quelle: ©Jiri Balek, Shutterstock
 

Mit seinem gedrungenen Körper und seiner spitzen Schnauze ist der bestens gerüstet für das Leben im Unterholz und die Suche nach Regenwürmern, Insekten und Kleinsäugern. Seine schaufelartigen Pfoten sind hervorragend zum Graben geeignet. Mit ihm legt er seinen großen Bau an. Der Dachsbau besteht aus einem verzweigten System aus unterirdischen Gängen im Waldboden. Hier lebt der Dachs mit seiner Familie, oft sogar über mehrere Generationen.

Gut belüftet und mit WC

Der Dachsbau kann einen Durchmesser von bis zu 30 Metern erreichen. Das Wohnzimmer des Dachses liegt in etwa fünf Metern Tiefe und bildet das Zentrum des weit verzweigten Baus. Damit das ganze Heim gut belüftet wird, gräbt der Dachs ein ausgeklügeltes Gangsystem an die Oberfläche. So wird die Wohnkammer immer mit genügend Sauerstoff versorgt, ohne dass es zieht. Um es schön gemütlich zu haben, kleidet der Dachs seinen Bau mit Laub und Moos aus. Es gibt sogar ein Dachs-WC. In der Nähe der Eingänge gräbt der Dachs nämlich kleine Erdlöcher, in die er seinen Kot setzt. So bleibt der Bau sauber.

Wärme durch Bakterien

Wenn im Winter die Temperaturen sinken, findet der Dachs immer weniger Nahrung im Wald. Deshalb hält er Winterruhe, während der er weniger Nahrung benötigt, weil er viel schläft und seinen Stoffwechsel reduziert. Damit es im Bau nicht zu kalt wird, hat der Dachs eine eigene Bio-Heizung. Der Dachs schafft feuchtes Laub und Erde in seine Wohnung und deponiert sie in einer Kammer. Die Bakterien in der Erde beginnen nun damit, das Laub zu fressen. Das Laub verfault. Dabei produzieren die Bakterien Wärme, die so genannte Fäulniswärme. Durch das Gangsystem wird die Wärme im ganzen Bau verteilt und so muss der Dachs nicht frieren.

Gute Kinderstube

Ganz besonders wichtig ist ein gut gewärmter Bau, wenn die Kinder des Dachses auf die Welt kommen. Die Paarungszeit ist im August und die Jungen werden meist im Februar geboren. Zu dieser Zeit ist es meist draußen noch sehr kalt, doch durch die Bio-Heizung des Baus haben die Dachs-Babys es schön warm.

Du willst noch mehr über den Wald und seine Bewohner erfahren? Hier kommst du zu unserem WAS IST WAS Band 134 Wald. Mehr als nur Bäume.