Die große Wissenswelt
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Wurden im alten Ägypten auch Tiere mumifiziert?

Theo, 10 Jahre, fragt:

Berühmte Mumien wie Tutenchamun kann man im Museum bestaunen. Gibt es aber auch Tiere, die im alten Ägypten mumifiziert wurden? Das fragt uns Theo, 10 Jahre.

Katzenmumie
Auch Haustiere wie Katzen wurden im alten Ägypten häufig mumifiziert. Die Menschen nahmen ihre Tierlieblinge mit ins Grab. Quelle © Andrea Izzotti, shutterstock
 

Für die Ägypter waren bestimmte Tiere heilig, denn sie verbanden deren Fähigkeiten mit den Kräften der Götter. So wurde zum Beispiel Horus, der Schutzpatron der Könige, als Falke dargestellt.

In der Spätzeit des alten Ägypten richteten die Menschen extra Friedhöfe zur Bestattung von Tiermumien ein. Damit wollten sie ihre Schutzgottheiten ehren. Bestimmte Tiere wurden mit einer bestimmten Gottheit in Verbindung gebracht und für sie geopfert.
So wurde in Bubatis die Katzengöttin Bastet geehrt. Die Gläubigen pilgerten dorthin um mumifizierte Katzen zu opfern. Hunde wurden dagegen für den schakalköpfigen Anubis geopfert, Krokodile für Sobek, den Krokodilgott, der für Wasser und Fruchtbarkeit zuständig war, Fische fürden Vegetationsgott Osiris, und Ibisse für Thot, den Gott des Mondes, der Magie, der Weisheit und des Kalenders.

Im Ägyptischen Museum in Kairo gibt es zahlreiche dieser Tiermumien. Durch sie wissen Forscher zum einen mehr über den alten Glauben, zum anderen aber auch über die damals existierenden Tiere. So ist der heilige Ibis heute ausgestorben, und Krokodile und Paviane gibt es in Ägypten auch nicht mehr.

Neben den heiligen Tieren, die als Mumien gefunden wurden, entdeckte man auch zahlreiche Mumien von Haustieren. Sie dokumentieren die starke Tierliebe der alten Ägypter.

Auch im Frankfurter Senkenberg Museum sind mumifizierte Katzen, Falken, junge Krokodile und Ibisse ausgestellt und erklärt.

Im Januar 2001 konnte durch einen Erdrutsch in der altägyptischen Stadt Abydos ein Friedhof von Tiermumien entdeckt werden. Ägyptische Archäologen fanden dort unter anderem sechs große Tongefäße, jedes mit 25 Falkenmumien und acht kleine Kalksteinsärge, vermutlich mit Rattenmumien.

Die alten Ägypter glaubten, dass Ratten die Herzen von Sündern fraßen, während Falken den Gott Horus, Sohn von Isis und Osiris, repräsentierten.

Noch mehr zum Thema findest du in WAS IST WAS Band 70 Das alte Ägypten. Goldenes Reich am Nil