Die große Wissenswelt
Die große Wissenswelt

Neandertaler: Hochentwickelte Urmenschen

Dumme Neandertaler? Diese Annahme war einmal! Inzwischen wissen wir, dass der Neandertaler ein hoch entwickeltes, soziales Wesen war. Und der erste Mensch, der es schaffte die Eiszeit zu überleben.

Neandertaler

Sein grobschlächtiges Aussehen täuscht - Der Neandertaler war sozial hoch entwickelt.Quelle: © Nicolas Primola
 

Der Neandertaler lebte vom Beginn der letzten Zwischeneiszeit (das war vor rund 125.000 Jahren) an bis vor ungefähr 30.000 Jahren in Asien und Europa, bis er plötzlich verschwand.
In der Wissenschaft wurde der Neandertaler früher als eine besonders gut an die eiszeitlichen Lebensbedingungen angepasste Form des Urmenschen angesehen, der, abgesehen von der Schädelentwicklung, dem heutigen Menschen ähnlich war.

Kein Vorfahr des „Homo sapiens“

Wissenschaftler haben inzwischen durch Erbgut-Analysen nachgewiesen, dass der „Homo neanderthalensis“ mit großer Sicherheit nicht zum direkten Stammbaum heutiger Menschen zählt. Es ist vielmehr so, dass Neandertaler und „Homo sapiens“ Tausende von Jahren friedlich nebeneinander existierten. Der „Homo sapiens“ kam etwas vor 43.000 Jahren von Afrika nach Europa und entwickelte sich weiter während der Neandertaler ausstarb.
Durch zahlreiche fossile Funde im Neandertal bei Mettmann, in einer Schlucht etwa 10 Kilometer östlich von Düsseldorf, haben wir inzwischen ein recht genaues Bild vom Neandertaler und seiner Lebensweise

Klug und sozial

Etwas kleiner und robuster gebaut als der „Homo sapiens“, war der Neandetaler offenbar ein geschickter Handwerker, nutzte das Feuer und stellte Kleidung her. Er plante, wanderte und passte sich seiner Umgebung an. An manchen Orten errichtete er Zelte aus Tierhäuten und stellte Kanus her. Er pflegte seine Kranken, beerdigte seinen Toten und pflegte eine Form von Religion. Das alles beweist, dass er sozial und klug gewesen sein muss.

Kunst und Musik

Schon die Neandertaler sammelten auffällige Fossilien und Mineralien. 35.000 Jahre alte Zeichnungen in Höhlen, Statuetten oder Ritzzeichnungen auf Stein und Knochen zeigen nicht nur handwerkliches Können. Sie beweisen auch ein Gefühl für Formen, künstlerische Ansprüche und oft auch einen rituellen oder religiösen Wert.
Dabei verblüfft die unglaubliche Kunstfertigkeit. Kleine Tierfiguren aus Elfenbein, Löwen- oder Pferdestatuetten hatten sicher auch einen symbolischen Wert. Daneben gibt es zum Beispiel auch Musikinstrumente wie eine Knochenflöte oder Schwirrknochen.