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Hieroglyphen: Die Schrift der Alten Ägypter

Die Hieroglyphen sind ein kompliziertes Schriftsystem, in dem manche Zeichen für Buchstaben, andere für Laute stehen oder die Bedeutung eines ganzen Satzes beeinflussen können.Quelle: © Bildagentur Zoonar GmbH, Shutterstock.

 

Hieroglyphen bedeutet auf Altgriechisch heilige Schriftzeichen. Diese ältesten uns bekannten ägyptischen Schriftzeichen, von denen viele so aussehen wie kleine Bilder, wurden von etwa 3200 vor Christus bis 300 nach Christus in Ägypten verwendet. Nach dieser Zeit gerieten sie für viele Jahrhunderte in Vergessenheit. Man konnte sie zwar noch auf vielen alten Gebäuden und Statuen sehen, aber niemand wusste mehr, was sie bedeuteten.

Was ist der Stein von Rosette?

Die Stadt Rosette befindet sich am Nildelta, also an der vielarmigen Mündung des Nils ins Mittelmeer. Hier entdeckte ein französischer Offizier am 15. Juli 1799 einen großen Stein, in den eine lange Inschrift in drei verschiedenen Schriftzeichen eingemeißelt war: eine Version in Altgriechisch, eine in Demotisch und eine in Hieroglyphen.

Der Stein wurde zunächst von französischen Wissenschaftlern in Ägypten untersucht. Nachdem die Franzosen jedoch den Briten im Kampf um Ägypten unterlagen, mussten sie diesen den wertvollen Stein abgeben. Er befindet sich seither im British Museum in London.

Warum wurde die Inschrift in drei Sprachen niedergeschrieben?


Bei der Inschrift des Steines handelt es sich um eine Art Gesetzestext, in dem die Pflichten der ägyptischen Priester gegenüber Pharao Ptolemaios V. festgelegt wurden. Damals wurde Ägypten von griechischen Königen beherrscht und regiert. Auch Ptolemaios V. war Grieche deshalb erschien der Gesetzestext auf Griechisch. Für die Priester wurde er in Hieroglyphen niedergeschrieben und für die ägyptischen Beamten in demotischer Schrift.

Jean-François Champollion: Ein genialer Sprachforsher

Nach der Entdeckung des Steines dauerte es jedoch noch mehr als zwei Jahrzehnte, bevor ein genialer Sprachforscher entzifferte, was die Hieroglyphen bedeuten sein Name war Jean-François Champollion. Mit 18 beherrschte er bereits acht Sprachen des Altertums. Während seines Studiums in Paris lernte er außerdem noch Persisch, Koptisch und Arabisch. Er war so wissensdurstig, dass er nahezu Tag und Nacht Bücher las.


Obwohl es sich bei der Inschrift auf dem Stein von Rosetta dreimal um den gleichen Text handelt, war die Übersetzung der Hieroglyphen-Zeichen trotzdem sehr schwierig. Das lag an der Besonderheit der Hieroglyphen. Da manche für Wörter, andere hingegen für einzelne Laute standen und wieder andere die Bedeutung ganzer Sätze änderte, ließ sich der Text vom Griechischen nicht einfach so übertragen.

Champollion orientierte sich daher zunächst an sogenannten Kartuschen, also umkreisten Zeichenfolgen, die für den Namen von Herrschern standen. Er verglich diese mit anderen ägyptischen Inschriften. Diese Kartuschen waren gut zu erkennen und kamen häufig vor. Nachdem Champollion dadurch bereits einige Konsonanten entziffert hatte, kam er auch mit dem restlichen Text besser voran. Nach und nach entdeckte er, dass einzelne Hierglyphen für ganze Wörter stehen können, da er merkte, dass manchmal der Text in den anderen Sprachen deutlich mehr Zeichen erforderte.

Hieroglyphen entziffert

Im September 1822 stellte Champollion Forscherkollegen das System für die vollständige Entzifferung der Hieroglyphen vor. Etwa 14 Jahre lang hatte er also immer wieder daran gearbeitet, die altägyptischen Zeichen komplett zu verstehen. Zunächst glaubte ihm niemand und er wurde geradezu ausgebuht. Heute wird sein Lebenswerk als Meilenstein in der Erforschung des Alten Ägyptens gefeiert.