Die große Wissenswelt
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Gab es Pocahontas wirklich?

Jede Woche beantworten wir Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Lea, 7 Jahre: "Gab es Pocahontas wirklich?" Hier kommt unsere Antwort!

So sah Häuptlingstochter Pocahontas in Walt Disney`s Zeichentrickfilm aus. Quelle: Public Domain
 

Die Häuptlingstochter Pocahontas vom Stamm der Powhatan ist – ganz im Gegensatz zu Winnetou – keine erfundene Figur. Sie war Nordamerikas berühmteste Ureinwohnerin und lebte von 1595 bis 1617 in Virginia und England. Sie war auch unter dem Namen Matoaka bekannt. Das bedeutet "die Verspielte, die kleine Übermütige".

Mutig und selbstbewusst

Mit den Siedlern aus England pflegte sie ein besonderes Verhältnis. Diese begannen sich in der neuen Welt, wie die Europäer Amerika damals nannten, niederzulassen. Wohl aus Neugier fühlte sie sich zu den Weißen hingezogen.

Schon als junges Mädchen soll sie mutig und selbstbewusst gewesen sein und immer wieder die Friedensverhandlungen zwischen Indianern und Weißen vorangetrieben haben.

Indianerprinzessin rettet Captain John Smith

Den Engländer Captain John Smith rettete Pocahontas durch beherztes Eingreifen sogar vor dem sicheren Tod. Dieser hatte im Streit zwei Indianer von Pocahontas’ Stamm erschlagen und war vom Vater der Prinzessin zum Tode verurteilt worden. Als man seinen Kopf auf einen Opferstein legte und ihn mit einer Keule zerschmettern wollte, warf sich die Zwölfjährige schützend dazwischen. Daraufhin ließ der Häuptling sein Urteil fallen und adoptierte Smith sogar.

Geisel für den Frieden

Später wurde Pocahontas’ Heldentat häufig zu einer Liebesgeschichte weitergesponnen. Auch der nach der Häuptlingstochter benannte Disneyfilm setzt hier an. Doch mit John Smith verband Pocahontas nur Freundschaft. Einen Weißen heiratete sie dennoch, den wohlhabenden Sir John Rolfe. Es war die erste registrierte Ehe zwischen einer Ureinwohnerin  und einem Engländer.

Pocahontas wird "Lady Rebecca"

Die Reaktionen auf die Hochzeit in England waren positiv. Sie wurde als Zeichen dafür gewertet, dass sich Native Americans sehr wohl "umerziehen" lassen. Pocahontas wurde fortan europäisch gekleidet und in „Prinzessin Rebecca“ umbenannt. 1615 brachte sie ihr einziges Kind, Sohn Thomas, zur Welt. Sie selbst starb zwei Jahre später an einer Virusinfektion.

Sohn Thomas

Thomas Rolfe wurde zum Begründer einer der erfolgreichsten Dynastien Virginias, die auch viele Politiker hervorbrachte. Bis zum Verbot der Rassenmischung 1864 galt es als schick, Thomas Rolfe im Stammbaum zu haben. Pocahontas wurde deshalb lange als "Mutter Amerikas" bezeichnet.

Noch mehr Spannendes zum Thema findest Du in WAS IST WAS Band 42 Indianer. Die Ureinwohner Nordamerikas