Die große Wissenswelt
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Die Mauer: Symbol für die Teilung Deutschlands

Einige reste der Berliner Mauer gibt es heute noch in der deutschen Hauptstadt zu sehen. Sie sind heute eine Touristenattraktion.

 

Am 13. August 1961 begann die DDR-Führung in Berlin mit dem Mauerbau. Damit besiegelte sie damals die Teilung Deutschlands, die bis 1989 andauern sollte. Die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten war vor allem für die Menschen in der DDR fast unüberwindlich.

Aktion Rose

In einer Nacht- und Nebelaktion lief in der Nacht zum 13. August 1961 die "Aktion Rose" an.
Kurz nach Mitternacht begannen bewaffnete Verbände der DDR, den Ost-Sektor von Berlin mit Straßensperren abzuriegeln. Extra in Rumänien bestellter Stacheldraht wurde hochgezogen, Panzer fuhren auf. Die Bürger sahen fassungslos zu.

Grundlage war ein Beschluss des DDR-Ministerrates vom Vortag, in dem es hieß, dass "zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militaristischen Kräfte Westdeutschlands und West-Berlins" die Grenze zu den Westsektoren Berlins so zu kontrollieren sei, wie es an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist.

Niemandsland

In einem symbolischen Akt schlossen DDR-Grenzpolizisten am 14. August das Brandenburger Tor. Bereits einen Tag später wurden von ostdeutschen Bauarbeitern die ersten Mauerstücke errichtet. Betonpfosten und Wälle wurden in die Erde gerammt. Das Brandenburger Tor stand plötzlich im Niemandsland.

Berlin - die geteilte Stadt

Das DDR-Innenministerium verfügte, dass zwischen Ost- und West-Berlin nur noch 13 Übergänge geöffnet blieben. DDR-Bürger durften West-Berlin nur noch mit besonderer Genehmigung betreten. Außerdem wurde ihnen verboten, in West-Berlin zu arbeiten. Der S- und U-Bahn-Verkehr zwischen beiden Teilen der Stadt wurde unterbrochen. Nur der Bahnhof Friedrichstraße blieb geöffnet und gewann mit dem „Tränenpalast", dem Ort, an dem sich die in den Westen zurückreisenden Besucher von ihren Verwandten verabschiedeten, bald symbolische Bedeutung.

Todesschüsse

Bereits am 24. August 1961 wurde der erste Mauerflüchtling von einem Grenzposten am Humboldt-Hafen getötet - ein 24jähriger Mann. Für das größte Aufsehen sorgte 1962 der Tod des 18jährigen Maurergesellen Peter Fechter. Aufgebrachte West-Berliner beschimpften hinterher nicht nur die Ost-Berliner Grenzpolizisten tagelang mit "Mörder! Mörder!"-Rufen. Auch die Westalliierten wurden angepöbelt. Obwohl diese das Recht hatten, den Ostsektor zu betreten, waren sie dem verblutenden Peter Fechter nicht zu Hilfe gekommen.

Bis zum 5. Februar 1989 verloren 239 Menschen an der Berliner Mauer ihr Leben - eine traurige Bilanz. Der 20jährige Chris Gueffroy war das letzte Todesopfer an der Mauer.

Der eiserne Vorhang

Bald wuchsen die Grenzanlagen über Westberlin hinaus. Rund um die geteilte Insel Berlin erreichte die Grenze eine Länge (Umfang) von 155 Kilometern. An der innerdeutschen Grenze zwischen BRD und DDR wurden es sogar knapp 1400 Kilometer. Die DDR-Führung perfektionierte das todbringende System im Lauf der Jahre immer mehr. Sogar heute werden noch vereinzelt Minen im ehemaligen Todesstreifen gefunden. Es ist ratsam, dort nicht spazieren zu gehen.

Die friedliche Wende

Immer mehr Menschen zeigten sich 1989 unzufrieden mit ihrer Regierung, vor allem, weil es keine Reisefreiheit und keine freien Wahlen gab. Nach einer Reihe von friedlichen Demonstrationen wurde am 9. November 1989 die Mauer geöffnet: Das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski erwähnte auf einer Pressekonferenz scheinbar beiläufig, die DDR habe mit sofortiger Wirkung die Grenzen geöffnet. Wenig später stürmten tausende DDR-Bürger über die Grenzübergänge. 28 Jahren nach ihrer Errichtung fiel die Mauer.

Der Fall der Mauer

Statt des beabsichtigten kontrollierten Reiseverkehrs ab dem 10. November lösten Schabowskis Mitteilungen und die Berichterstattung über die Pressekonferenz einen Ansturm von Ost-Berlinern auf die Grenzübergänge aus. Am Grenzübergang Bornholmer Straße, im dichtbesiedelten Stadtbezirk Prenzlauer Berg gelegen, war der Ansturm am stärksten.

Zunächst reagierten die Grenzwächter abwartend, verwiesen die Menschen auf den nächsten Tag. Dann erlaubten sie Einzelnen die Ausreise. Der Druck vor dem Schlagbaum wurde so stark, dass die Passkontrolleure und die Grenzsoldaten um ihr Leben fürchteten. Auf eigene Entscheidung stellten sie gegen 23.30 Uhr alle Kontrollen ein. „Wir fluten jetzt!“ kündigte der leitende Offizier der Passkontrolle an; dann wurden die Schlagbäume geöffnet. Die Öffnung der Bornholmer Straße löste eine Kettenreaktion aus: Um Mitternacht standen alle innerstädtischen Grenzübergänge offen. Die Mauer war weg - nach 28 Jahren.

1990 traten fünf neue Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland bei.

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