Die große Wissenswelt
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Das Wattenmeer als Weltkulturerbe

Neue Techniken wie RFID helfen bei der Organisation. Quelle: © leunngchopan, Shutterstock

 

Seit dem 26. Juni 2009 ist es amtlich: das Wattenmeer in der Nordsee gehört zum UNESCO-Welterbe und damit zu den besonders schützenswerten und einmaligen Naturlandschaften unserer Erde. 2011 folgte auch das Hamburgische Wattenmeer.

Das Welterbekomitee der UNESCO berät jedes Jahr darüber, welche besonderen Natur- oder Kulturgüter neu in die Welterbeliste aufgenommen werden sollen.

Was bedeutet Wattenmeer?

Der Name Wattenmeer bezeichnet ein Meer, durch das man waten kann. Er deutet damit auf die Besonderheit dieser Gegend hin. Während der Ebbe zieht sich das Meer so weit zurück, dass große Küstenstreifen trocken fallen. Kommt die Flut, werden sie wieder vom Wasser bedeckt. Durch diesen ständigen Wechsel gibt es hier eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebewesen, die nur unter diesen Bedingungen gedeihen. Für Wattwürmer, zahlreiche Muschel- sowie Vogelarten sind das niederländische sowie das schleswig-holsteinische und niedersächsische Wattenmeer ideale Lebensräume.

Das Wattenmeer der Nordsee ist zwar nicht das einzige, aber eines der größten Ökosysteme unserer Erde, die von Ebbe und Flut abhängig sind. Rund 10.000 Tieren, Pflanzen und Kleinstlebewesen bietet es einen Lebensraum. Zehn bis zwölf Millionen Zugvögel rasten alljährlich hier auf ihrem Weg in ihre Sommer- beziehungsweise Winterquartiere. Außerdem handelt es sich sich um die größte zusammenhängende Sand- und Schlickfläche unserer Erde.

Das Wattenmeer ist damit die erste deutsche Naturlandschaft, die zum Welterbe erklärt wurde. Während die Tourismusverbände sich nun auf einen Anstieg der Besucherzahlen freuen, kritisieren Naturschützer genau diese Entwicklung. Durch den Welterbestatus würden noch mehr Touristen an die Nordsee kommen, wodurch die sensible Naturlandschaft gefährdet würde.

Noch mehr zum Thema erfährst du in WAS IST WAS Band 126 Deutschland. Land und Leute