Die große Wissenswelt
Die große Wissenswelt

Chanukka: Das jüdische Lichterfest

Die erleuchtete Menora symbolisiert mit ihen neun Armen die Wiedereinweihung des Heiligen Tempels in Jerusalem. Quelle: © Yeko Photo Studio, Shutterstock

 

Am 21. Dezember wurde abends, wenn die Sonne untergegangen ist, das erste Licht des Chanukkaleuchters angezündet. Ab dem 22. Dezember oder nach dem hebräischen Kalender ab dem 25. Kislev (Kislev ist der 9. Monat im hebräischen Jahr) - feiern die Juden das "Hanukah"oder "Chanukka-Fest". Chanukka ist das hebräische Wort für "Weihe" oder "Einweihung". Das achttägige Fest erinnert an die Wiedereinweihung des Heiligen Tempels in Jerusalem.

Lichtwunder im Tempel

Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 vor Chr.) In den Jahren 167 164 vor Christus hatten griechische Eroberer den Tempel entweiht und Bilder ihrer Götter dort aufgestellt. Judas Makkabäus kämpfte gemeinsam mit seinen Brüdern gegen die fremden Herrscher und besiegte sie schließlich. Seine Anhänger wurden Makkabäer genannt. Als erstes sollte der Tempel wieder geweiht werden.
 
Zu diesem Anlass musste der siebenarmige Leuchter, die Menora, angezündet werden. Es war aber nur geweihtes Öl für einen Tag da. Neues Öl zu beschaffen, hätte acht Tage gedauert. Nun hatte man ein Problem: Zum einen durfte dieser Leuchter niemals ausgehen. Zum anderen wollte man aber mit der Tempeleinweihung nicht mehr warten.
 
Da geschah ein Wunder: Der Leuchter brannte mit dem wenigen Öl acht Tage durch. So konnte wieder geweihtes Öl herbei geschafft werden. Deshalb hat der Chanukkaleuchter 8 Kerzen, die den acht Tagen entsprechen und eine neunte Kerze, die als Diener die anderen acht entzündet.

Häusliche Chanukkafeiern überall auf der Welt

Die Freude an dem neuen Tempel währte 234 Jahre. Im Jahre 3830 jüdischer Zeitrechnung (70 nach Chr.) statuierten die Römer ein Exempel an den aufständischen Juden und zerstörten den Tempel endgültig. In zahlreichen Auswanderungswellen, der so genannten jüdischen Diaspora, verstreuten sich die Juden über die ganze Welt. Ihre Riten und Bräuche nahmen sie mit, und so begannen in der Fremde bald erste häusliche Chanukkafeiern. Die Menora wurde zum heimatlichen Lichtbringer und Hoffnungsträger.

Am achtarmigen Chanukkaleuchter wird täglich ein Licht mehr angezündet und zwar immer von rechts nach links. Chanukka wird auch als Lichterfest bezeichnet. Und so stellen Juden auf der ganzen Welt ihren Chanukkaleuchter ins Fenster.

Familienfest zur dunklen Jahreszeit

Obwohl sich Weihnachten und Chanukka vom historischen Hintergrund her unterscheiden, haben einige der jüdischen Bräuche unser Weihnachtsfest, wie es heute gefeiert wird, sicher beeinflusst. In der Chanukka-Zeit versammeln sich die jüdischen Familien an den Abenden mit Freunden zu ausgelassenen Festen. Gemeindefeiern sind üblich, die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten. Der Brauch, zu Chanukka Gänsebraten zuzubereiten, wird mit dem anfallenden Fett begründet, das man ja auch in Leuchtern verbrennen kann. So lassen sich unsere Lichter am Weihnachtsbaum, der Brauch, die Kinder zu beschenken und die Weihnachtsgans auf den Einfluss jüdischer Bräuche zurückführen.

Noch mehr Spannendes zum Thema erfährst Du in WAS IST WAS Band 105. Religionen. Woran wir glauben