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Zwangspause für die Space-Shuttles

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Zwangspause für die Space-Shuttles

Elf winzige Risse haben die gesamte Shuttle- Flotte der US-Raumfahrtbehörde NASA auf den Boden verbannt. Erst Ende September 2002 sollen die Raumfähren wieder zur Internationalen Raumstation ISS fliegen.

Elf winzige Risse haben die gesamte Shuttle- Flotte der US-Raumfahrtbehörde NASA auf den Boden verbannt. Erst Ende September 2002 sollen die Raumfähren wieder zur Internationalen Raumstation ISS fliegen.

Risse in den Treibstoffleitungen
Im Juni hatte die NASA die ersten Risse in Treibstoffleitungen der Fähren Atlantis und Discovery entdeckt. Die millimetergroßen Sprünge durchziehen eine Schutzschicht im Inneren der Leitungen. Flüssiger Wasserstoff fließt hier zu den Triebwerken der Fähren. Im Juli wurden ähnliche Risse auch in den Leitungen der Endeavour und Columbia geortet.

Vermutlich fliegen die Fähren schon länger mit diesen Rissen, ohne dass es dabei zu Problemen gekommen ist. Natürlich hätte die NASA deshalb entscheiden können, nichts zu unternehmen und die Shuttles damit weiterfliegen zu lassen. Allerdings ist das Risiko zu groß, dass die Leitungen platzen und ins Triebwerk geratene Metallfetzen eine Katastrophe auslösen.
Das Hauptproblem bei der Reparatur besteht darin, dass die Techniker nur schwer an die Leitungen kommen. Ein Kitten der Risse könnte zudem dazu führen, dass sich der Druck an anderen Stellen verstärkt und neue Probleme verursacht. Dennoch will die NASA die Risse jetzt schweißen lassen.

Geänderter Flugplan
1999 gab es einen vergleichbaren Fall: Damals traten bei der gesamten Flotte Probleme mit den elektrischen Leitungen auf. Die NASA ließ alle Leitungen austauschen, und die Raumfähren blieben fünf Monate am Boden. Eine weitere Zwangspause würde den Ausbau der ISS noch mehr verzögern und die Flugpläne bis weit ins kommende Jahr durcheinander bringen.
Schon jetzt sind erste Flüge ausgefallen: Der für den 19. Juli geplante Start der Columbia zu einer Wissenschaftsmission mit Israels erstem Astronauten an Bord musste ebenso verschoben worden wie der für Ende August angesetzte Flug der Atlantis, die weitere Teilen für die Raumstation ISS ins All fliegen sollte. Im neuen Flugplan der NASA findet die Wissenschaftsmission der Columbia nun frühestens am 29. November statt, wird möglicherweise aber auch noch bis Januar geschoben.
Als erstes wird die Atlantis repariert, die nun am 28. September mit Bauteilen für die ISS ins All fliegen soll. Bis Anfang November soll die Endeavour wieder einsatzbereit sein und die neue Langzeitmannschaft zur ISS bringen. Ursprünglich war dieser Flug für Mitte Oktober geplant gewesen.

Bei der NASA findest du mehr Informationen über die Space-Shuttles und die Internationale Raumstation - leider nur in englischer Sprache.

Fotos: NASA (Risse) und PhotoDisc (Shuttle) Text: RR/dpa 5. 8. 2002

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