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Wie wird eigentlich Erdnussbutter hergestellt?

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Wie wird eigentlich Erdnussbutter hergestellt?

In etwa 75 Prozent aller amerikanischen Haushalte findet man Erdnussbutter. Jedes Produkt, das du in Amerika mit der Bezeichnung "peanut butter" (Erdnussbutter) kaufen kannst, enthält per Gesetz mindestens 90 Prozent Erdnuss-Anteil. Aber wie wird sie überhaupt hergestellt, die Erdnussbutter?

Geröstet, gemahlen, erhitzt, angereichert - fertig ist die Creme

Auch wenn alle Amerikaner Erdnussbutter kennen - die Hauptproduzenten des kalorienreichen Aufstrichs sind neben den USA, Argentinien, China und Afrika.

Zur Erdnussbutter- Herstellung eignen sich besonders ölhaltige Erdnüsse. Nach der Ernte, werden die Erdnüsse mit Schale geröstet und wieder abgekühlt. Anschließend wird die Schale und die rote Innehaut entfernt. Danach werden die Nüsse zermahlen, für gewöhnlich in zwei unterschiedlichen Stufen um ganz feine Butter herstellen zu können. Während des Mahlens wird die Mischung auf ungefähr 170° erhitzt.

90 Prozent Erdnuss muss die amerikansiche Erdnussbutter enthalten. Die restlichen 10 Prozent setzen sich aus Stabilistatoren, die die Creme haltbarer machen, Salz aber auch Würz- und Süßstoffe zusammen.

Nun werden Stabilisatoren hinzugefügt - sie verhindern unerwünschte chemische Reaktionen. Ohne Stabilisatoren würde sich das Öl von den festen Bestandteilen absetzen. Im Anschluss daran wird die Erdnussbutter rasch abgekühlt auf 120° oder weniger. Fertig ist die Erdnusscreme wie sie in Deutschland offiziell heißt.

Wo kommt die Erdnuss her?

Ursprünglich kommt die Pflanze aus Südamerika. Weil sie so nahrhaft ist, sahen die Inkas sie als himmlische Speise an. Sie gaben Erdnüsse ihren Verstorbenen als Grabbeilage mit für ihr Leben nach dem Tode. Forscher haben in verschiedenen Fürstengräbern Gefässe mit Erdnüssen und Töpfe in Erdnussform gefunden. Das zeigt, dass es die Erdnuss bereits vor mehreren tausend Jahren in Südamerika gab. Sie kultivierten die wilde Erdnusspflanze und machten auch schon eine Erdnusscreme, die sie mit Honig und Kakao verfeinerten.

Wie wächst eine Erdnuss?

Wir haben den Geobotaniker Dr. Walter Welss, von der Universität Erlangen- Nürnberg, gefragt:

"Die Ernuss besitzt als Schmetterlingsblütler ganz normale Blüten, die wir etwa auch von Erbsen her kennen. Sie sind bei der Erdnuss ca 1 - 2 cm groß und oberirdisch am Stängel. Die Befruchtung erfolgt meist durch Selbstbefruchtung, gelegentlich auch durch Insekten. Nach der Befruchtung entwickelt der untere Teil des Fruchtknotens einen 15 bis 20 Zentimeter langen "Nagel" aus, der stark zur Erde hin wächst und die Erdnussfrucht in den Boden bohrt. Dadurch, dass die Erdnuss unterirdisch wächst, wird sie vor dem Austrocknen geschützt."

Die Hülsen enthalten meist 2, maximal 4 Samenkerne die von einer rötlichbraunen, dünnen Samenschale umgebem wind. Die Erdnuss gehört zu den Hülsenfrüchten.

Was enthalten Erdnüsse?

100 Gramm geröstete Erdnüsse liefern mehr Eiweiß als ein Steak, mehr Kalium als ein Apfel und mehr Vitamin E als 100 Gramm eines Pflanzenöls. Der große Anteil an B-Vitaminen stärkt die Nerven. Außerdem enthalten Erdnüsse viel Folsäure. Neben dem Vitamin E ist diese Säure für die Bildung von roten Blutkörperchen und Blutfarbstoff notwendig sowie lebenswichtige Spurenelemente wie Eisen, Fluor, Kupfer, Magnesium oder Kalium. Erdnüsse enthalten 42 Prozent Fett. Das ist ein sehr hoher Anteil. Aber dieses Fett besteht aus einem gesunden Mischungsverhältnis zwischen so genannten ungesättigten, mehrfach ungesättigten und gesättigten Fettsäuren, so dass Erdnüsse trotz hohen Fettgehalts, gesundheitlich ungefährlich sind.

Erdnussbutter- Rezept zum Nachmachen:
Zutaten: 1 kg Erdnüsse mit Schale, roh

Erdnüsse schälen und anschließend ohne Öl in einen Topf bei mittlerer Hitze rösten bis die Nüsse ein wenig braun werden. Anschließend die rote Haut entfernen.

Nun müssen die Erdnüsse gemahlen werden. Traditionell wird dafür ein Mühlstein und ein Mahlstein verwendet. Einige Erdnüsse werden auf den Mühlstein gelegt und mit dem Mahlstein zermahlen. Die so entstandene Paste wird immer wieder neu zusammengekratzt und erneut gemahlen bis sie die Konsistenz von Erdnussbutter aufweist.

Ihr braucht also viel Geduld!

-ab-06.08.02/Text, Fotos: www.pittjes.ch

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