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Wer entdeckte den Titan?

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Wer entdeckte den Titan?

Am 25. März 1655 entdeckte der niederländische Astronom Christiaan Huygens mit seinem selbstgebauten Teleskop erstmals den Saturnmond Titan. Der Himmelskörper ist größer als der Planet Merkur und der zweitgrößte Mond unseres Sonnensystems.

Christiaan Huygens wurde am 14. April 1629 in Den Haag geboren und starb dort am 8. Juli 1695. Er war einer der führenden Mathematiker und Physiker des 17. Jahrhunderts und gilt als Universalgenie.

In seinen Untersuchungen zum elastischen Stoß formulierte er ein Relativitätsprinzip. Er begründete die Wellentheorie des Lichts und konstruierte die ersten Pendeluhren.
Außerdem verbesserte er Teleskope und beobachtete die Sterne.

Der Saturn hat keine Ohren

Eine der wichtigsten seiner astronomische Entdeckungen war der Saturnmond Titan.

Damit vertiefte er die Beobachtungen des Galileo Galilei. Der hatte 1610 die vier größten Jupitermonde entdeckt und eine Anomalie am Saturn, die er als Ohren des Saturns bezeichnet hatte. Huygens erkannte in diesen "Ohren" als erster die Saturnringe.

Der Saturn war somit der dritte Planet unseres Sonnensystems nach Erde und Jupiter, bei dem ein Mond beobachtet wurde.

Die Sterne des Orion

Huygens erkannte auch, dass das Trapez im Zentrum des Orion-Nebels aus vier einzelnen Sternen bestand. Zu seinem Gedenken wird die hellste Region des Orion-Nebels auch Huygenssche Region genannt.

Er entdeckte viele weitere Nebel und Doppelsternsysteme und wies die Rotation des Mars nach. Ausserdem vermutete er, dass die Venus von einer dichten Wolkenhülle verhangen sei.

Der größte Saturnmond

Lange hielten die Astronomen den Titan für den größten Mond unseres Sonnensystems. Inzwischen wissen wir aber, dass seine Atmosphäre so dick und somit seine Oberfläche ein wenig kleiner als die des Jupitermondes Ganymed ist.

Dennoch ist der Durchmesser von Titan größer als jener der Planeten Merkur und Pluto. Über die Landung der Sonde Huygens am 14. Januar 2005 auf Titan haben wir in einem anderen Artikel bereits berichtet. Mehr darüber erfährst du, wenn du unten auf den Link klickst.

Eine unwirtliche Oberfläche

Die Oberfläche des Titan besteht größtenteils aus Wassereisbrocken, Schlamm und flüssigem Erdgas, das sich in Flüssen, Flussdeltas, Seen und Meeren sammelt.

Es ist sehr kalt, um -180°C, und duster, der Himmel ist tagsüber orangefarben und es stinkt wie in einer Raffinerie. Außerdem ist es ziemlich neblig. Als Mensch hötte man durch die dichte Atmosphäre (1,5 bar) einen ziemlichen Druck auf den Ohren. Atmen könnte man nur mit Sauerstoffmaske, aber man ist auf Titan im Vergleich zur Erde um 2/3 leichter.
 
Forscher nehmen an, dass es auf Titan ähnlich aussieht wie auf der Erde vor 4 Milliarden Jahren - bis auf die Kälte. Denn wenn es Leben auf Titan gibt - was nicht ausgeschlossen werden kann - darf es definitiv nicht verfroren sein. Flüssiges Wasser gibt es nur unter der Oberfläche oder wenn mal ein Meteorit einschlägt.


Große Methanvorkommen

Nicht erst seit der Huygens-Landung machen sich Planetenforscher Gedanken über die Physik des großen Mondes. Auf Titan regnet es, es gibt Flüsse und Wolkenformationen. Das Methan in der Atmosphäre stellt für die Forscher das größte Rätsel dar. Offenbar liegen die Vorkommen auf der Oberfläche gefroren vor.

Obwohl die Mondoberfläche faszinierende Landschaften aufweist, die deutlich von Flüssigkeiten geformt worden sein müssen, kommt das Methan nicht in flüssiger Form dort vor. Noch ist völlig unklar woher das in der Atmosphäre enthaltene Methan eigentlich kommt.
 

Auf der Seite der esa findest du mehr Informationen zur Huygens-Mission und zum Titan

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Text: RR, Stand: 24. 3. 2010, Bilder: Caspar Netscher (Gemälde von 1671), Bernard Vaillant (Porträt von Christiaan Huygens), NASA (Fotos des Titan).

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt