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Wenn ich im Winter kalte Hände habe, will meine Mutter, dass ich sie unter das kalte Wasser halte, damit sie warm werden. Warum?

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Wenn ich im Winter kalte Hände habe, will meine Mutter, dass ich sie unter das kalte Wasser halte, damit sie warm werden. Warum?

Diese Frage stellte Jean-Michel aus Innsbruck.

Man hat im Winter kalte Hände, weil sich die Blutgefäße im Körper verengen, um dem Körper seine normale Temperatur von 37 Grad Celsius zu erhalten. Der Körper versucht durch einen Schutzmechanismus unseren komplizierten Wärmehaushalt aufrecht zu halten und zu regulieren.

Der Mensch ist ein so genannter Warmblüter. Und um die lebensnotwendigen Stoffwechselprozesse aufrecht zu erhalten, benötigt er eine konstante Körpertemperatur im Inneren. Diese Körperkerntemperatur liegt bei einer Umgebungstemperatur von 20°C bei rund 37°C.

Der Mensch versucht seine Temperatur so zu regulieren, dass sie immer ausgewogen ist. Die aufgenommene und abgegebene Wärme sollen die Körperkerntemperatur auf einen gleichbleibenden Wert halten. Das Zentrum der Wärmeregulierung befindet sich im Zentralen Nervensystem und im Gehirn. Hier werden die Informationen gesammelt. Die Wärmeregulation erfolgt dann hauptsächlich über die Haut an Armen und Beinen, denn sie haben eine große Oberfläche.

Bei Hitze werden die Blutgefäße in diesen Bereichen erweitert und verstärkt durchblutet. Auf diese Weise wird überschüßige Wärme abgegeben. Das rückströmende Blut kühlt dann den Körperkern. Bei Kälte verengen sich dagegen die Blutgefäße der Beine und Arme. So wird die Durchblutung der Arme und Beine vermindert, damit vor allem der Körperkern mit seinen lebenswichtigen Organen wie Herz, Lunge, Niere und Gehirn, versorgt werden kann. Gleichzeitig wird bei zu niedrigen Außentemperaturen die Wärmebildung durch eine Steigerung des Stoffwechsel in der Muskulatur erhöht. Man friert, die Zähne klappern und man beginnt zu zittern.

Wenn man nun kalte Hände hat und diese unter noch kälteres Wasser hält, dann ziehen sich die Blutgefäße der Arme noch mehr zusammen. Gut wäre es dann eigentlich - wie bei den berühmten Anwendungen von Sebastian Kneipp - zwischen kalten und warmen Reizen zu wechseln. Also immer abwechselnd die Arme in kaltem und warmen Wasser baden. Die Blutgefäße ziehen sich zunächst zusammen, um sich dann umso schneller zu öffnen und die Arme werden schneller warm. Bei allen Anwendungen, die ich finden konnte, wurde immer von Wechselbädern gesprochen. Dabei muss man aber immer, wie deine Mutter es macht, zunächst sehr kaltes Wasser verwenden und dann warmes. Dann öfter wechseln und die Arme und Hände werden wieder warm. Gleiches gilt auch für die Füße.

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