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Weltbevölkerungstag 2010

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Weltbevölkerungstag 2010

Die Weltbevölkerung beträgt derzeit rund 6,8 Milliarden Menschen. Nicht immer lebten so viele Menschen auf unserem Planeten. Lange Zeit war die Weltbevölkerung ziemlich konstant. 1804 erreichte sie die Marke von etwa einer Milliarde Menschen.

Von da an ging es steil bergauf. 1900 waren es bereits 1,6 Milliarden und innerhalb des 20. Jahrhunderts vervierfachte sich die Zahl annähernd. 1999 lebten 6 Milliarden Menschen auf der Erde. Derzeit wächst die Weltbevölkerung alle 14 bis 15 Jahre um eine weitere Milliarde. Das bedeutet, dass es 2013 schon 7 Milliarden Menschen geben wird, 2050 dann 9,2 Milliarden.

Es ist kaum vorstellbar, wie sich das Leben verändern wird, wenn es so viele von uns geben wird. Besonders drastisch wirkt sich die steigende Zahl an Menschen in den Entwicklungsländern aus, denn gerade dort wächst die Bevölkerung am meisten. Eine Folge davon ist, dass immer mehr Menschen in Slums leben, die Spirale der Armut dreht sich immer weiter.

Reiche Länder schrumpfen

In den Industrienationen, wie Deutschland oder Großbritannien hingegen werden immer weniger Kinder geboren, die Bevölkerung geht zurück.

In Deutschland leben heute 82,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2050 werden es nur noch 75,1 Millionen sein. Das liegt daran, dass jede Frau durchschnittlich 1,3 Kinder zur Welt bringt. Etwa 2,1 wären jedoch nötig, um die Bevölkerungszahl konstant zu halten.

Auch das bringt Probleme mit sich: In ländlichen Gegenden, besonders in den neuen Bundesländern leben immer weniger Menschen. Infolge dessen schließen dort Läden und öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Büchereien oder Schwimmbäder. Für die Leute, die noch dort wohnen wird das Leben immer schwieriger.

Dank guter medizinischer Versorgung werden die Menschen in Deutschland immer älter. Das bedeutet aber bei schrumpfenden Bevölkerungszahlen, dass immer weniger junge Menschen die Rente und Pflegekosten für immer mehr Ältere aufbringen müssen. Im Jahr 2035 wird bereits ein Drittel der Deutschen über 65 Jahre alt sein.

Während also in den Entwicklungsländern die größte Generation von Jugendlichen heranwächst, die jemals unseren Planeten bewohnte, fehlen in den Industrienationen die Kinder.



 Ein Bild für die Weltbevölkerung

Um sich die Weltbevölkerung besser vor Augen halten zu können, kam jemand auf die Idee sie als Dorf darzustellen. Wenn die Welt also ein Dorf mit nur 100 Einwohnern wäre, dann wären davon

... 61 Asiaten
... 14 Afrikaner
... 11 Europäer
... 9 Südamerikaner
und 5 Nordamerikaner.

29 Dorfbewohner wären Kinder unter 15 Jahren, nur 7 Bewohner wären älter als 65 Jahre. 53 Bewohner würden von weniger als 2 Euro am Tag leben und 12 würden unter Wasserknappheit leiden.

Im Jahr 2050 würden bereits 141 Menschen im Dorf leben, davon 81 Asiaten, 31 Afrikaner, 13 Südamerikaner, 10 Europäer und 7 Nordamerikaner.

Verhütung ein wichtiges Thema

Der Weltbevölkerungstag möchte immer wieder auf Missstände aufmerksam machen. In sehr vielen Ländern der Erde haben die Menschen nämlich keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Verhütungsmitteln.

Oft werden sie nicht einmal aufgeklärt, wissen also gar nicht, wie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften oder Krankheiten schützen können.

Foto: Jedes zehnte Mädchen wird in Afrika schon im Alter von 15 bis 19 Jahren schwanger: weil sie zu früh verheiratet werden oder weil sie einfach nicht wissen, wie Verhütung funktioniert. Die Folge sind häufig schwerwiegende Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt, weil ihr Körper noch nicht weit genug entwickelt ist für das Kinderkriegen.

Weltweit verwenden 53 Prozent der verheirateten Frauen eine moderne Form von Familienplanung. In den Ländern Afrikas südlich der Sahara sind Verhütungsmittel jedoch viel weniger verbreitet: In Uganda beispielsweise verhüten nur 18 Prozent der verheirateten Frauen.

Bis zum Jahr 2050 wird sich die Bevölkerung Ugandas von heute 27,7 auf 130 Millionen Menschen mehr als vervierfachen. Aber schon heute leben 97 % der Einwohner unterhalb der Armutsgrenze.

AIDS - Die Seuche im Vormarsch

Eines der Hauptprobleme dabei ist, dass sich auf diese Weise die Seuche AIDS ungehindert weiter ausbreitet. Jedes Jahr stecken sich weltweit vier bis fünf Millionen Menschen mit der unheilbaren Krankheit an. In Uganda sind heute 7,1 Prozent der Einwohner infiziert.


Ein Ziel ist es deshalb, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bessere Möglichkeiten zu schaffen, sich über Gesundheitsvorsorge und Familienplanung zu informieren. In den Entwicklungsländern soll verstärkt in Gesundheitserziehung an Schulen investiert werden, außerdem werden jugendliche Berater ausgebildet, die Gleichaltrigen weiterhelfen können.

In Uganda zeigten diese Maßnahmen bereits erste Erfolge: Während 1992 fast jede dritte schwangere Frau HIV-positiv war, waren im Jahr 2000 "nur" noch 10 Prozent der Schwangeren infiziert.

Foto: Eine DSW (Deutsche Stiftung Weltbevölkerung)-Jugendberaterin in Südafrika erklärt Jugendlichen auf der Straße, wie man Kondome richtig anwendet.

All das kostet natürlich Geld. Gerade die Länder mit den höchsten Infektionsraten haben meist nicht die finanziellen Möglichkeiten, die nötig wären um Abhilfe zu schaffen.

Am Weltbevölkerungstag werden die Regierungen der Industrienationen daran erinnert, ihre Versprechen einzuhalten und zugesagte Unterstützungen zu zahlen. 


Wollt ihr mehr über die Weltbevölkerung wissen, dann klickt doch mal auf die Internetseite der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.

Text: LM, 10.7.06, ergänzt -jj- 7.7.2010; Fotos: www.weltbevoelkerung.de und Tessloff Archiv (Bild: zwei Jungen)

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