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Welt-Alzheimer-Tag 2003

Berühmte Personen

Welt-Alzheimer-Tag 2003

Alzheimer ist längst zum modischen Schlagwort geworden: ist jemand vergesslich, schusselig oder desorientiert, heißt es flapsig, der hat wohl Alzheimer. Das ist aber natürlich eine Verharmlosung der Krankheit. Mit dem Welt-Alzheimer-Tag am 21. September 2003 will die Internationale Alzheimer Gesellschaft die Aufmerksamkeit auf die zunehmend häufiger auftretende Erkrankung lenken

Weltweit leiden zur Zeit schätzungsweise knapp 20 Millionen Menschen an der Krankheit. Die Zahl der Erkrankten wird sich in den nächsten 20 Jahren wegen der Zunahme der Lebenserwartung verdoppeln, schätzen Experten. Woher die Krankheit kommt, wissen die Gesundheitsexperten jedoch noch immer nicht genau.

Das Krankheitsbild

Es beginnt kaum spürbar: Leichte Vergesslichkeit, nachlassende Urteilsfähigkeit, Orientierungsprobleme, Sprachschwierigkeiten, häufige Geistesabwesenheit. Das ist das erste Stadium der Krankheit, der Anfang, an dem das Gehirn beginnt, zu Grunde zu gehen. Der Betroffene selbst spürt das etwas nicht stimmt, wird unruhig, hat Angst und wird aggressiv. Im zweiten Stadium folgt der Abschied vom Ich. Der Betroffene erkennt seine Umgebung und selbst seinen Partner nicht mehr, findet sich nicht zurecht, kann sich nicht sauber halten, nicht allein essen. Der geistige und körperliche Verfall ist dann für alle sichtbar. Danach beginnt das dritte Stadium. Dieses kann Jahre dauern, fünf, sechs, sieben Jahre. In dieser Zeit hat der Betroffene die Intelligenz eines Neugeborenen erreicht und erst der Tod setzt der Entmündigung und Entwürdigung einer einstmaligen Persönlichkeit ein Ende.

Der Namensgeber

Diesen ständig fortschreitenden Prozess der geistigen Zerrüttung nennt man Alzheimer(sche)-Krankheit, Morbus-Alzheimer, Demenz vom Alzheimer-Typ oder salopp einfach Alzheimer. Wissenschaftlich beschrieben wurde dieses Leiden bereits vor knapp 100 Jahren von dem in Frankfurt, Heidelberg, München und Breslau wirkenden Psychiater Alois Alzheimer (1864-1915) aus Marktbreit bei Würzburg.

Berühmte Fälle

Richtig ins Bewusstsein der Menschen in Industrieländern kam die Krankheit aber erst durch das Schicksal der amerikanischen Schauspielerin Rita Hayworth. Das Sex-Symbol der vierziger Jahre erkrankte 1981 daran. Sechs Jahre später starb die Schauspielerin entmündigt, gelähmt und geistig völlig umnachtet.

Eine ebenfalls weltweit bekannte Persönlichkeit ist der frühere US-Präsident Ronald Reagan. Nachdem bei ihm die Verdachts-Diagnose Alzheimer gestellt worden war, ging er selbst an die Öffentlichkeit. Im November 1994, veröffentlichte er einen handgeschriebenen Brief, der mit dem aufwühlenden Satz anfängt: Ich beginne jetzt die Reise in die Abenddämmerung meines Lebens, aber ich weiß, dass es für Amerika immer einen lichten Morgen gibt.

Vorbeugen ist möglich

Forscher haben inzwischen festgestellt, dass Menschen, die bestimmte Präparate einnehmen, seltener an Alzheimer erkranken. Große Hoffnungen werden dabei auch in Vitamin E gesetzt. Neueste Studien weisen darauf hin, dass natürliches Vitamin E - in hoher Dosierung vor zunehmendem Gedächtnisverlust im Alter schützen kann. Wichtig sind im Alter ferner ein laufendes Gedächtnistraining leider nicht mehr möglich, sobald die Krankheit ausgebrochen ist , gesunde Ernährung und viel Bewegung.

Keine Heilungschancen

Eine Heilung ist bei Alzheimer leider nicht möglich. Im Verlauf von Alzheimer gehen viele der Billionen von Nervenverbindungen und Milliarden von Nervenzellen unwiderruflich zu Grunde. Heute kann ein Arzt aber Medikamente einsetzen, die die Symptome mildern, die Lebensqualität erhöhen und das Eintreten der totalen Pflegebedürftigkeit hinauszögern.

Das Leiden nimmt zu

Inzwischen leiden allein in Deutschland bereits eine Million Menschen darunter. Tendenz steigend. In zehn bis 15 Jahren so schätzen Experten wird sich die Zahl der Betroffenen verdoppelt haben. Am 21. September wird der Welt-Alzheimer-Tag begangen. Er macht auf die einer Krankheit aufmarksam, die als Leiden des 21. Jahrhunderts bezeichnet wird.

18.9.03 / sw Bild: Emergency Care

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