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Warum heißen einzelne Gebiete am Mond eigentlich "Meere"?

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Warum heißen einzelne Gebiete am Mond eigentlich "Meere"?

Diese Frage stellt Michael aus Wien.

Seit der ersten Mondlandung am 20. Juli 1969 wissen wir, aus welchen Bestandteilen sich der Mond zusammensetzt. Und die Menschen wissen seither auch, dass es auf dem Mond kein Meer gibt.

Aber der Mond kreist seit Jahrmillionen um die Erde und seit Jahrtausenden wird er von den Menschen beobachtet. Von der Erde aus erkannte man die dunklen Flecken auf der Mondoberfläche sogar mit bloßem Auge. Früher hielt man diese Flecken noch für Ozeane und nannte sie deshalb Meere.

Man versuchte das, was man sah, zu deuten. Deshalb ranken sich auch so viele, ganz unterschiedliche Legenden und Mythen um den Mond. Und man versuchte die Erscheinung des Mondes zu erklären. Das gelang zunächst nur, indem man das Gesehene am Himmel mit dem verglich, was man von der Erde her kannte. Zunächst glaubte man sogar, der Mond würde nur das Spiegelbild dessen liefern, was es auf der Erde gab. So meinte auch der Künstler und Wissenschaftler Leonardo da Vinci, auf dem Mond gäbe es Meere und Berge.

Erst als man den Mond durch das Fernrohr beobachten konnte ergab sich ein neues Bild und der "Mondozean" verwandelte sich in Tausende bergähnlicher Gebilde. Bei niedrigem Sonnenstand warfen diese lange Schatten. Diese fielen auch in die offenbar tiefer liegenden dunklen Fleckengebiete, die selbst bei starker Vergrößerung nur wenige Details zeigten. So stellte Galileo Galilei 1610 fest, dass auf dem Mond Wasser nur in den grauen Flecken Wasser gxistieren könne.

Viele Astronomen waren fasziniert vom Mond. Und 1651 veröffentlichte der italienische Jesuit Giovanni Riccioli eine detaillierte Mondkarte. Noch heute werden die Phänomene auf dem Mond nach seinen Bezeichnungen benannt. Damals enstand auch der Begriff "mare" (lat. Meer; Mehrzahl "maria") für die großen dunklen Flecken. Die Mondmeere bekamen lateinische Namen wie Mare Crisium, Mare Serenitatis oder Mare Imbrium.

Erst heute wissen wir, dass die Anziehungskraft des Mondes zu gering ist, um Luft und Wasser festzuhalten. Die Wissenschaftler haben aber dennoch den Begriff "Mondmeere" beibehalten. Eigentlich sind diese Mondmeere, die auch Mare-Gebiete genannt werden, riesige, tockene Flächen aus dunklem Lavagestein.

Foto: Luc Viatour/GFDL

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