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Vogelgrippe

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Vogelgrippe

Die Vogelgrippe ist erstmals auch im Sommer ein Thema: In Nürnberg wurden Wasservögel tot aufgefunden, die nachweislich am gefährlichen H5N1-Virus erkrankt waren. Die Stadt hat einen Sperrbezirk eingerichtet. Wegen der möglichen Übertragung durch Zugvögel darf das heimische Geflügel hier nicht mehr frei herumlaufen, sondern muss in Innenräumen gehalten werden.

Die Tatsache, dass eine Untergruppe unseres Grippevirus auch Vögel befallen kann, ist schon seit mehr als 100 Jahren unter dem Namen "Geflügelpest" bekannt. Weltweit für Aufsehen sorgte das Problem 1997. Damals wurden in Hongkong mehr als eine Million Hühner und anderes Geflügel getötet, um dem Virus die Lebensgrundlage zu entziehen. Seit damals wissen wir, dass diese Viren auch auf den Menschen übertragbar sind.

Was ist die Vogelgrippe?

Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit, die Wildvögel, Ziervögel und Geflügel in Tierhaltung, hier vor allem Hühner und Puten, befällt. Die Viren kommen in Zugvögeln, insbesondere Enten, häufig vor, die davon aber nicht oder nur geringfügig erkranken. Geflügel wie Hühner und Puten hingegen erweisen sich als sehr anfällig für die Erkrankung.
Erreger ist ein Grippevirus (A/H5N1), das zur gleichen Familie wie jenes Virus gehört, das auch Menschen befällt. Allerdings sind die Vogelviren aggressiver.

Wie gefährlich ist diese Krankheit?

Als die Geflügelpest im Jahr 2003 in den Niederlanden wütete, erkrankten 83 Menschen, ein Patient starb sogar. Damals wurden die Tiere der betroffenen Farmen getötet.

Glücklicherweise fällt es dem Vogelgrippe-Virus schwer, sich von Mensch zu Mensch weiter auszubreiten, denn das Erbmaterial der Grippeviren von Vögeln und Menschen unterscheidet sich stark voneinander. Die Übertragung vom Tier auf den Menschen kam bisher fast ausschließlich bei sehr engem Kontakt zu infizierten Tieren vor. Beim Menschen treten Symptome einer echten Grippe auf, die in kurzer Zeit auch zum Tode führen kann. Etwa die Hälfte der Kranken leidet unter Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen können hinzukommen. Todesursache ist dann eine Lungenentzündung.

Wie kommt es zur Übertragung der Vogelgrippe?

Das Virus findet sich in Sekreten, also Ausscheidungen, der Atemwege der Vögel. Es ist aber vor allem im Kot von infiziertem Geflügel konzentriert. Die Übertragung auf den Menschen findet hauptsächlich durch versehentliches Einatmen virushaltiger Staubteilchen oder durch Tierkontakt bei mangelnder Händehygiene statt. In wenigen Fällen wird die Übertragung durch den Genuss roher Geflügelgerichte erklärt. In Einzelfällen konnte der Ansteckungsweg nicht geklärt werden.

Wo tritt die Geflügelpest hauptsächlich auf?

Seit Ende 2003 breitet sich eine Vogelgrippe-Epidemie des Subtyps H5N1 in Asien aus, die zu einem Massensterben in Geflügelfarmen führte und bis jetzt China, Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Südkorea, Thailand, Malaysia, Vietnam, Sibirien, Zentralasien, den Ural und zuletzt Eurasien und Teile Europas (Türkei, Rumänien etc.) erfasst hat. Mit einer weiteren Ausbreitung ist zu rechnen.

Gibt es Medikamente dagegen?

Es gibt ein Medikament, das die Viren an der Ausbreitung im menschlichen Körper hindert. Es heisst Tamiflu und muss frühzeitig eingenommen werden. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine vorsorgliche Grippeimpfung. Die derzeit erhältlichen Influenza-, also Grippe-, Impfstoffe zur Vorbeugung der menschlichen Grippe schützen aber nicht vor einem neuen Virus.
Die Influenzaimpfung ist dennoch zu empfehlen, insbesondere für chronisch Kranke, ältere Menschen und für Reisende in Länder mit Vorkommen von Vogelgrippe.

Stellt die Vogelgrippe eine Gefahr für die Menschheit dar?

Influenzaviren verändern sich stetig und bedingen dadurch eine jährliche Anpassung der Impfstoffe gegen die saisonale Influenza. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass eine gleichzeitige Infektion mit Vogel- und menschlichen Influenza A Viren im Menschen oder im Schwein zu einer Mischung (so genanntes Reassortment) und drastischen Veränderung des Erbmaterials der Viren (so genannter Antigenshift) führt. Das könnte zur Folge haben, dass die Körperabwehr des Menschen nicht auf den neuen Erreger vorbereitet ist und es wesentlich häufiger zu schweren Erkrankungen mit hoher Sterblichkeit kommt, wie es im vergangenen Jahrhundert wiederholt der Fall war. Ist das Virus auch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung und damit einer so genannten Pandemie. Im vergangenen Jahrhundert kam es 1918, 1957 und 1968 zu Influenza-Pandemien, die zu vielen Millionen Todesopfern führten. Experten befürchten, dass Ähnliches auch in naher Zukunft wieder geschehen könnte.

Was tun?

Wenn ihr irgendwo tote Vögel findet, dann haltet euch fern davon. Benachrichtigt das Gesundheitsamt oder die Polizei. Die kümmern sich anschließend um den oder die Kadaver. Am besten wäre auch, wenn ihr Hund und Katzen nicht mehr frei laufen lasst, denn auch diese Tiere können sich mit dem Vogelgrippevirus infizieren.

Weitere Informationen findest du bei Wikipedia.

RR - aktueller Stand: 25. 6. 2007 Bilder: Photodisc/Corbis
Quelle: Auswärtiges Amt

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt