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Sonne, Mond und Sterne...

Berühmte Personen

Sonne, Mond und Sterne...

Unter dem Motto "Unsere Nachbarn im All" geht es am 3. Astronomietag besonders um Mars, Mond und Venus. Organisiert wird er von der Vereinigung der Sternfreunde zusammen mit dem Rat der Planetarien. Aktuell sind 217 Veranstaltungen in vielen Städten Deutschlands angemeldet.

Venus, Mars und Mond sind die Himmelskörper, die unserer Erde am nächsten sind. Sie spielen auch eine große Rolle in antiken Mythen. (Ein Mythos ist eine nicht wissenschaftliche Erklärungen der Entstehung der Welt).

Der Mars - von Krieg und Kanälen

Mars hat seinen Namen nach dem römischen Kriegsgott. Sein Symbol stellt Schild und Speer dar. Grund dafür, Mars mit Krieg gleichzusetzen, dürfte die blutrote Färbung des vierten Planeten gewesen sein. Die rote Farbe stammt vom reichlich vorhandenen Eisenoxid - auf der Erde als Rost bekannt.

Das Symbol für den Mars stellt ein Schild und einen Speer dar. Wikipedia

1877 verursachte der Astronom Schiaparelli großes Aufsehen. Er behauptete, auf dem Mars künstlich angelegte Kanäle beobachtet zu haben. Die Spekulationen über Kanäle und eine fremde Zivilisation auf dem Mars wurden erst um 1975 beendet. Die amerikanischen Mariner-Raumsonden konnten keine Hinweise auf Kanäle und außerirdisches Leben entdecken.

Aktuelle Beobachtungen mit Sonden und Teleskopen haben aber Wasser und Methan auf dem Mars nachgewiesen. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Leben auf dem Mars durchaus möglich sein könnte. Auch Spuren auf einem Marsmeteoriten werden von manchen Wissenschaftlern als Hinterlassenschaften von Mikroben gedeutet.

Wegen der unterschiedlichen Umlaufzeit von Mars und Erde um die Sonne scheint sich Mars manchmal rückwärts zu bewegen! Über den Mars gibt es noch viel mehr spannendes zu berichten, fragt am Astronomietag in einer Sternwarte in eurer Nähe nach.

Wolkenverhüllte Venus

Venus ist lateinisch und bedeutet "Anmut" oder "Liebreiz". Venus war die altrömische Liebesgöttin, ihr Symbol ist der Handspiegel. Die Venus ist wegen ihrer Sonnennähe oft knapp über dem Horizont als heller Morgen- und Abendstern zu sehen.

Die Bilder von der Venusoberfläche wurden mit Radar aufgenommen. Mit optischen Instrumenten kann man die dichte Wolkendecke der Venus nicht durchdringen. Foto: NASA/PD

Erde und Venus sind sich sehr ähnlich, was Größe, Masse und chemische Zusammensetzung betrifft. Und auch auf der Venus gibt es vulkanische Aktivität wie auf der Erde. Doch die Atmosphären beider Planeten unterscheiden sich deutlich. Auf der Venus herrscht ein Druck wie 900 Meter tief im Meer.

Das Symbol der Venus ist der Handspiegel der gleichnamigen Göttin. der horizontale Strich unten ist der Haltegriff. Wikipedia

Auch ist sehr viel Kohlendioxid vorhanden. Das ist mit ein Grund dafür, dass die mittlere Temperatur auf der Venus 470 Grad Celsius beträgt. In Bodennähe wird es nie kälter als 440 Grad Celsius! Venus ist ständig von einer geschlossenen Wolkendecke, hauptsächlich aus Schwefelsäure bestehend, verhüllt.

Auch die Venus hat einige Besonderheiten zu bieten: Sie dreht sich andersherum als die anderen Planeten, die Sonne geht also im Westen auf und im Osten unter. Warum sich die Venus andersherum dreht, weiß man bisher nicht. Und über acht Jahre ergeben bestimmte Bahnpunkte der Venus ein fast perfektes Pentagramm. Auch über die Venus gibt es also mehr als genug Fragen, die ihr den Mitarbeitern am Astronomietag stellen könnt.

Guter Mond ...

Der Begriff Mond lässt sich auf alte, indogermanische Wurzeln zurückführen und bedeutet sinngemäß "Wanderer". Der Mond hat als Himmelskörper auf das Leben auf der Erde, neben der Sonne, den meisten Einfluss: Ebbe und Flut gäbe es in dieser Form ohne Mond nicht. Auch der Erdboden hebt und senkt sich unter dem Einfluss der Schwerkraft des Mondes (und der Sonne) täglich um etwa einen halben Meter. Dadurch wird auch der Mond abgebremst, so dass er sich pro Jahr um etwa vier Zentimeter von der Erde entfernt.

Der Mond ist gar nicht so strahlend, wie er uns am Abendhimmel erscheint. Die Staubschicht, die den Mond bedeckt, ist eher dunkelgrau. Nur der Kontrast zum schwarzen Hintergrund lässt ihn so hell wirken. Übrigens wird auch die Rückseite des Mondes von der Sonne beschienen. Foto: NASA/PD

Ebenso hängen viele Fortpflanzungsrythmen in der Natur von der Umlaufdauer des Mondes ab. Wie der Menstruationszyklus bei Frauen beträgt sie 29 Tage. Immer wieder diskutiert man auch die Wirkung des Mondes auf Nutzpflanzen. In Mondkalendern werden die besten Zeitpunkte (Vollmond/Neumond) angegeben, bei denen man bestimmte Pflanzen Ernten soll. Auch für Haareschneiden oder Operationen soll es günstige Mondzeitpunkte geben. Wissenschaftlich konnten diese Regeln bisher aber nicht bestätigt werden.

Über die Entstehung des Mondes wird noch gerätselt. Man nimmt an, dass er durch die Kollision der jungen Erde mit einem Kometen entstand. Dabei wurde Material ins All geschleudert, dass schließlich erkaltete und den Mond bildete. Erde und Mond haben also ein enges Verhältnis. So eng, dass auch die Rotation des Mondes von der Erddrehung abhängt. Deshalb zeigt der Mond immer mit der selben Seite zur Erde.

Fragen über Fragen...

Wenn ihr jetzt neugierig auf noch mehr Informationen zu den drei Himmelskörpern seid, dann nutzt die Gelegenheit, am 10. September die Mitarbeiter eurer regionalen Sternwarten mit Fragen zu löchern. Bestimmt gibt es auch eine Veranstaltung in eurer Nähe. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage des Astronomietags.

Übrigens...

Mars hat bis heute seine Spuren in der Sprache hinterlassen. Der Monatsname März leitet sich von ihm ab. Ebenso der Name Markus, der "Dem Mars geweiht" bedeutet. Und "martialisch" steht für "kriegerisch".

Die Bezeichnung Monat geht auf die gleichen Sprachwurzeln wie der Mond zurück.

Wenn dich unser Universum, die Planeten und Raumfahrt interessiert, dann schau doch auch einmal in unseren

 WAS IST WAS-Band 16: Planeten und Raumfahrt oder in den

WAS IST WAS-Band 102: Unser Kosmos.

Links:

Homepage des 3. deutschen Astronomietages
Eine Astronomieseite speziell für Kinder

Text: -jj- 7.9.2005 // Fotos: © NASA /Public Domain

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