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Robert Gallo: Der Entdecker des HI-Virus

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Robert Gallo: Der Entdecker des HI-Virus

Robert Gallo heißt der Entdecker des HI-Virus. HIV ist Auslöser der tödlichen Immunschwäche AIDS. Weil immer bessere Medikamente zur Verfügung stehen, nehmen Sorglosigkeit und damit die Ansteckungszahlen, besonders bei Jugendlichen, wieder zu. Doch die Krankheit führt immer noch zu einem frühen Tod ...

Robert Gallo wurde am 23. März 1937 in Waterbury, Connecticut, USA geboren. Der Sohn italienischer Einwanderer studierte zunächst Biologie und machte 1959 einen Bachelorabschluss. 1963 erhielt er einen Abschluss als Doktor der Medizin.

Nach einem Praktikum an der Universität von Chicago widmete er sich der Forschung am Nationalen Krebs Institut der USA (National Cancer Institute, NCI). Nach eigenen Angaben wurde er bei seiner Berufswahl stark vom frühen Tod seiner Schwester beeinflusst, die an Leukämie, also Blutkrebs, verstarb.

Die Entdeckung von HIV

Durch den Biologen David Baltimore erwachte in Gallo das Interesse an so genannten Retroviren. Was ist das? Bakterien kann man sich als kleine Zellen vorstellen, die Nahrung brauchen, sich bewegen und teilen, also fortpflanzen können. Viren dagegen bestehen aus fast nichts anderem als ihrer Erbsubstanz (DNA) , die sie in andere Zellen einschleusen. Sie haben keinen Stoffwechsel und pflanzen sich nicht selbständig fort. Viren sind im eigentlichen Sinne nicht lebendig.

Retroviren im speziellen enthalten eine besondere Form der Erbsubstanz. Sie wird im befallenen Organismus in die Erbsubstanz der Zellen eingebaut. Dann wird nur noch der Virus produziert, bis die Zelle voll ist und platzt und neue Viren in den Wirt entlässt. Auch eine bestimmte Form der Leukämie wird durch Retroviren verursacht. Und Gallo entdeckte Ende der 80er,  dass eine damals neue, rätselhafte Krankheit durch einen Retrovirus, den HI-Virus, ausgelöst wurde.

HIV und AIDS

HIV steht für Human Immunodeficiency Virus, das heißt Menschlicher Immunschwächevirus. HI-Viren befallen bestimmte Zellen des Immunsystems. Das Immunsystem ist für die Abwehr von Krankheiten zuständig. Durch den Befall von Immunzellen versagt irgendwann, teils erst nach Jahren, dieser Schutz. In Folge einer HIV-Ansteckung befallen Erreger, die ein gesunder Mensch abwehren kann, den geschwächten Organismus.

Ist die Immunabwehr zusammengebrochen und die ersten diese Gelegenheit nutzenden Erreger befallen den Erkrankten, spricht man vom Ausbruch von AIDS. AIDS steht für Acquired Immunodeficiency Syndrome, also Erworbenes Immunschwächesyndrom. Schließlich führen Lungenetzündung, bestimmte Krebsformen und Pilzerkrankungen zum Tod des Infizierten.

Gibt es Medikamente gegen den HI-Virus?

Medikamente gegen andere Krankheiten nehmen eine bestimmte Schwachstelle des jeweiligen Erregers ins Visier.  Penicillin etwa hindert Bakterien daran, ihre schützende Zellwand zu vervollständigen. Andere Medikamente stören den Stoffwechseln von Bakterien.

Medikamente gegen virale Erkrankungen zu finden ist schwieriger, denn Viren leben ja nicht und haben darum keinen Stoffwechsel, der gestört werden könnte. Und ihre Vermehrung findet ja in den Körpereigenen Zellen statt, die durch wirksame Medikamente auch angegriffen würden. Darum gibt es zum Beispiel auch noch kein effektives Mittel gegen die Grippe, die auch durch Viren verursacht wird.

Tarnen und täuschen

Der HI-Virus macht es den Forschern noch schwieriger, denn er ändert ständig seine äußere Hülle. Wäre der HI-Virus ein Mensch, dann hätte er heute blonde Haare und eine große Nase, morgen wäre er braungebrannt und trüge eine Sonnebrille und so weiter.  Medikamente können diese unterschiedlichen Verkleidungen kaum alle erkennen. Biologisch gesprochen gibt es kaum Angriffsmöglichkeiten für Medikamente, weil der HI-Virus ständig die Struktur der Bausteine seiner Hülle ändert.

Mittlerweile gibt es allerdings verschiedene Kombinationen von Wirkstoffen, mit denen der Ausbruch von AIDS lange hinausgezögert werden kann. Dennoch bleibt man infiziert und kann die Erkrankung weitergeben.

Wie kann man sich schützen?

Zum Glück wird der HI-Virus nicht so leicht übertragen wie eine Grippe. Besonders gefährlich ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Ungeschützt heißt: ohne Kondom, denn die Antibabypille oder andere Verhütungsmethoden schützen nicht vor einer Ansteckung. Also, immer an Safer Sex denken - es rettet Leben! Auch infizierte Blutkonserven oder gemeinsam genutztes Drogenbesteck führen zu einer Ansteckung.

Aber das Trinken aus dem gleichen Glas wie ein HIV-Infizierter, das Umarmen oder Küssen sind keine Ansteckungsquellen.

Übrigens: Auch Tiere haben mit einem ähnlichen Erreger zu kämpfen. Affen erkranken an SIV (Simian Immunodeficiency Virus). Man vermutet, dass sich in Afrika der menschliche HI-Virus aus diesem SIV entwickelt hat. Katzen erkranken an FIV (Feline Immunodeficiency Virus). Für den Menschen geht von diesen aber keine Gefahr aus.

Wenn dich Medizin interessiert, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 50: Der menschliche Körper oder WAS IST WAS-Band 66: Berühmte Ärzte

Text: -jj- 23.3.2007 // Bilder: Bilder: Gallo: US Gov/PD; HI-Schema: US NIH/PD; Virusquerschnitt: US DoE/PD, LANL: Unless otherwise indicated, this information has been authored by an employee or employees of the University of California, operator of the Los Alamos National Laboratory under Contract No. W-7405-ENG-36 with the U.S. Department of Energy. The U.S. Government has rights to use, reproduce, and distribute this information. The public may copy and use this information without charge, provided that this Notice and any statement of authorship are reproduced on all copies. Neither the Government nor the University makes any warranty, express or implied, or assumes any liability or responsibility for the use of this information.

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