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Nobelpreise 2008

Berühmte Personen

Nobelpreise 2008

Wir stellen euch die Nobelpreisträger für das Jahr 2008 vor. Der Preis wurde von dem schwedischen Erfinder Alfred Nobel gestiftet, der damit herausragende Leistungen in den Wissenschaften prämieren wollte. Auch für Friedensarbeit und Literatur werden Preise vergeben.

Alfred Nobel stiftete den Preis, weil er ein schlechtes Gewissen hatte. Denn er erfand das Dynamit und sah das große Leid, das er damit anrichtete. Schließlich wurde es in großem Maßstab auf den Schlachtfeldern weltweit verwendet. Darum richtete er eine Stiftung ein, deren Ertrag als als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben. Das Preisgeld wird zu gleichen Teilen auf Physik, Chemie, Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen verteilt.


Physik

Die Nobelpreise für Physik gehen 2008 an einen Amerikaner japanischer Herkunft und zwei Japaner. Alle drei haben sich mit grundlegenden Fragen über den Aufbau der Materie und ihrer Grundbausteine, den Quarks, beschäftigt. Yoichiro Nambu (links), USA, erhält die Hälfte des Preisgeldes, Makoto Kobayashi (rechts) und Toshihide Maskawa, Japan, bekommen je ein Viertel.


Chemie

Der Chemienobelpreis geht je zu einem Drittel an die Forscher Osamu Shimomura, Martin Chalfie und Roger Y. Tsien, alle aus den USA. Sie werden mit dem Preis für ihre Entdeckung und Erforschung des GFP, des Grünen Fluoreszierenden Proteins ausgezeichnet. Das ist eine Substanz, mit der Prozesse in lebenden Zellen untersucht werden können.

Finden bestimmte Reaktionen statt, dann leuchtet diese relativ ungiftige Substanz auf. So kann man erkennen, welchen Einfluss Chemikalien auf Zellen und deren Erbsubstanz haben. Rechts ist eine spielerische Anwendung solcher farbgebender Proteine zu sehen.


Frieden

Der Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an den finnischen Sozialdemokraten und Diplomaten Martti Ahtisaari. Er wird für seine mehr als 30jährigen Bemühungen um Frieden und Konfliktlösung, besonders in Südafrika und Namibia, ausgezeichnet.

Literatur

Der Literaturnobelpreis geht an den Franzosen Jean-Marie Gustave Le Clézio. Der promovierte Literaturwissenschaftler erhielt schon verschiedene andere Preise, schrieb über 30 Romane, Erzählungen und Novellen und übersetzte zwei Texte der indischen Mythologie. Der Nobelpreis wird ihm verliehen als dem Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation.


Medizin

Den Nobelpreis in Medizin erhalten je zu einem Viertel Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier aus Frankreich für die Entdeckung des HI-Virus. Die restliche Hälfte erhält der deutsche Mediziner Harald zur Hausen. Er entdeckte und erforschte, gegen die Widerstände von Wissenschaftlern aus aller Welt, dass Gebärmutterhalskrebs durch bestimmte Warzen verursachende Viren ausgelöst wird.


Mittlerweile wurde dafür eine Impfung entwickelt, die zu 100 Prozent gegen das Virus und damit vor dem Krebs schützt. Der Krebs ist eine der fünf häufigsten Todesursachen bei Frauen. Mit dieser Impfung konnten schon viele Leben gerettet werden, wenn es auch teils zu Nebenwirkungen kam.


Doch in der Summe ist der positive Nutzen weit größer als die möglichen Gefahren. Nützlich ist die Impfung allerdings nur für Frauen vor dem ersten Geschlechtsverkehr, also etwa im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Seit 2007 übernehmen die Krankenkassen in Deutschland die Kosten für die Impfung.


Proteste aus Frankreich und Italien


Aus Frankreich und Italien gibt es Proteste gegen die diesjährigen Nobelpreise. Aus Italien kommt die Forderung den Kernphysiker Cabibbo beim Physiknobelpreis mit zu bedenken, denn er habe die grundlegende Idee für die Forschungen der Japaner geliefert.


Und Frankreich möchte, dass auch der ehemalige Mitarbeiter Chermann von Montagnier und Barré-Sinoussi gewürdigt wird. Er habe ebenso großen Anteil an der Entdeckung des HI-Virus gehabt, wie die beiden geehrten Mediziner.


Übrigens:

Einen Wirtschaftsnobelpreis gibt es nicht, der wird zwar auf der Homepage der Nobel-Stiftung geführt, heißt aber Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Nobel selbst schrieb: Ich habe keine Wirtschaftsausbildung und hasse sie von Herzen.


Darum bemühten sich Nachfahren Nobels auch, den Preis aus der Familie der Nobelpreise zu streichen, bislang allerdings leider ohne Erfolg. Sogar ehemalige Wirtschaftspreisträger geben zu, dass der Preis eher aktuelle Moden auszeichnet, als grundlegende Erkenntnisse, die es, anders als in Chemie oder Physik, in Wirtschaftslehre auch kaum gibt. Der Preis der Schwedischen Reichsbank wird am Montag, 13.10.2008, vergeben.


Auch in Mathematik wird kein Nobelpreis vergeben. Dafür gibt es aber viele andere Preise auf diesem Gebiet. Die Fields-Medaille hat in Mathematikkreisen den gleichen Stellenwert wie ein Nobelpreis. Angeblich mochte Nobel Mathematik nicht besonders.


Das es Preise für Frieden und Literatur gibt, wird auf seine Freundschaft mit der deutschen Pazifistin Bertha von Suttner zurückgeführt.


Text: -jj- 10.10.2008 // Bilder: Ahtisaari/PD; Leuchtproteine AndrewHires/GFDL; Yoichiro/Betsy Devine cc-by-sa 2.5; Kobayashi/Marcella Bona cc-by-sa 2.5

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