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Mariner 9 erreicht den Mars

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Mariner 9 erreicht den Mars

Nach 167 Tagen Raumflug erreichte Mariner 9 am 13. November 1971 den Mars. Sie war die erste Raumsonde, die in die Umlaufbahn eines anderen Planeten eintauchte. Ihre Aufgabe war es, den Mars zu vermessen und klimatische Daten zur Erde zu senden.

Zwischen 1962 und 1973 startete die NASA das Mariner-Programm mit insgesamt 10 Raumsonden, welche die inneren Planeten unseres Sonnensystems erkunden sollten.


Mariner 1 und 2 sollten zur Venus fliegen, doch Mariner 1 musste bereits beim Start gesprengt werden. Mariner 2 gelang trotz einiger Probleme der Vorbeiflug an der Venus und die Übermittlung von Daten zur Erde.

Mariner 3 und 4 hatten bereits den Mars als Ziel. Während Mariner 3 den Erdorbit nicht verlassen konnte, schaffte Mariner 4 am 15. Juli 1965 als erste irdische Sonde überhaupt den Vorbeiflug am roten Planeten in rund 10.000 Kilometern Abstand. Dabei schickte sie 22 Bilder zur Erde, die einen ersten Einblick vom Mars vermittelten.

Mariner 5 flog 1967 erfolgreich an der Venus vorbei.

Mariner 6 und 7 hatten ebenfalls den Mars als Ziel, flogen aber in geringerem Abstand als Mariner 4 am Planeten vorbei und kartierten bereits 20 Prozent der Oberfläche. Durch Aufnahmen von Mariner 7 konnte die Größe des Marsmondes Phobos bestimmt werden.

Mariner 8 und 9 sollten als erste Sonden in die Umlaufbahn des Mars einschwenken. Nach einem Fehlstart, durch den Mariner 8 am 8. Mai 1971 zerstört wurde, machte sich Mariner 9 am 30. Mai 1971 allein auf die Reise.

Am 13. November 1971 schwenkte die Sonde in die Marsumlaufbahn ein. Zu diesem Zeitpunkt tobte ein gewaltiger Staubsturm auf dem roten Planeten, der die Oberfläche verhüllte, so dass die ersten Fotos der Mariner-Sonde nur die Gipfel einiger Vulkane zeigten. Erst Anfang 1972 klärte sich die Atmosphäre auf, und Mariner 9 begann endlich mit der Kartierung des Mars. Auch die Oberflächentemperaturen und die Zusammensetzung der Atmosphäre konnten bestimmt werden.
21 Stunden am Tag nahm die Sonde Bilder auf und übertrug diese in den restlichen drei Stunden zur Erde. Damals wurden Daten noch auf Magnetband aufgezeichnet, so dass pro Tag maximal 36 Bilder erfasst werden konnten. In heutigen Zeiten der schnellen Digitalfotografie erscheint uns das wenig. Immerhin wurden bis zum 27. Oktober 1972 7329 Bilder zur Erde gesendet. Entdeckt wurden ausgetrocknete Flüsse, Vulkane bis 27 km Höhe und das Valles Marineris, ein 4000 km langes Canyon System, das nach den Mariner Sonden benannt wurde. Mit Hilfe von Mariner 9 gelang die Erstellung der ersten Marskarte.
Obwohl die Sonde Ende Oktober 1972 abgeschaltet wurde, umkreist sie den Mars noch immer. Die Umlaufbahn der Sonde wird noch mindestens bis zum Jahr 2022 stabil bleiben.

Mariner 10 startete als letzte Mariner-Sonde am 3. November 1973 zum Merkur und erreichte den sonnennächsten Planeten am 29. März 1974. Sie konnte den Planeten zu 45 Prozent erfassen und übertrug rund 9000 Einzelbilder zur Erde.

Text: RR, Bilder NASA
Stand: 13. 11. 2006

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