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M.C. Escher Meister der optischen Täuschung

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M.C. Escher Meister der optischen Täuschung

Am 17. Juni 1898 wurde im niederländischen Leeuwarden der Künstler und Grafiker Maurits Cornelius Escher geboren. Bekannt wurde er durch die Darstellung unmöglicher Figuren und Szenen. Aber wie funktionieren eigentlich optische Täuschungen?


Cover des Buches "M.C. Escher", erschienen im Taschen Verlag

Der unter der Abkürzung M.C. Escher bekannt gewordene Künstler wurde als jüngster von drei Söhnen des Hydraulikingenieurs G.A. Escher im niederländischen Leeuwarden geboren. Er war ein schlechter Schüler, sogar im Fach Kunst.


Escher machte keinen Schulabschluss, und beschäftigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend mit der Technik des Linolschnittes. Dabei werden aus einem Material, das dem PVC-Fußboden ähnelt, Teile herausgeschnitten. Die übrig bleibenden, erhöhten Stellen werden später eingefärbt und auf Papier oder Stoff gedruckt.

Lehrer erkennt Talent
 

Beispiel für die Technik des Linolschnittes



Escher begann ein Architekturstudium, das er ebenfalls nicht abschloss. Doch ein Lehrer erkannte sein grafisches Talent und förderte ihn. Ab den 1920er Jahren erlangte Escher einige Bekanntheit. Nach der Heirat mit seiner Frau Jetta Umiker folgten Umzüge nach Italien und in die Schweiz.


Er rettete große Teile des Werkes seines Lehrers Mesquita, der 1944 von den Deutschen in ein Konzentrationslager verschleppt und ermordet wurde. 1950 erlangte er mit seinem Werk Aufmerksamkeit in den USA, 1955 wurde ihm die Ritterwürde des Orange-Nassau-Ordens verliehen. Nach einer Erkrankung und zwei Operationen verstarb er 1972 in Holland.

Meister des Unmöglichen

Bekannt geworden ist Escher mit der Darstellung von unmöglichen Perspektiven, Szenen und Objekten sowie optischen Täuschungen. Darum hat die Kunstgeschichte auch ein Problem mit ihm, denn er lässt sich nicht in die bestehenden Schubladen einordnen. Dafür gewann er viel Anerkennung unter Wissenschaftlern und Mathematikern, denn seine Bilder sind Beispiel dafür, wie sich Mathematik anschaulich und überraschend erfahrbar machen lässt.


Wie funktionieren optische Täuschungen?


Das es optische Täuschungen gibt, liegt an der Art und Weise, wie unser Gehirn funktioniert. Zum einen nimmt es die Sinnesdaten wahr, die in diesem Fall vom Auge geliefert werden. Zum anderen hat das Gehirn aber im Laufe des Lebens schon sehr viel darüber gelernt, wie die Welt im Allgemeinen aussieht.


Sehen ist also ein aktiver Prozess, kombiniert aus der Wahrnehmung der Sinnesdaten und der Interpretation an Hand von schon Bekanntem. Wenn nun beides nicht zusammenpasst, dann kommt es zu einer optischen Täuschung: Das Gehirn interpretiert auf Grund seiner schon gemachten Erfahrungen die gelieferten Sinnesdaten falsch.


Das Gesehene wird schon im Auge in verschiedenste Aspekte zerlegt: etwa Bewegung, Farbe, Kontrast oder räumliche Orientierung. Darum gibt es auch verschiedene optische Täuschungen: Bistabile Figuren, bei denen ein Bild auf zwei mögliche Arten interpretiert werden kann, Täuschungen über die Farbigkeit eines Bildes, falsche Interpretation von Größe und mehr.


Erforscht werden Wahrnehmungstäuschungen von der Gestaltpsychologie. In der Kunst beschäftigt sich die so genannte Op-Art damit. Im folgenden stellen wir euch einige eindrucksvolle Fehlleistungen der optischen Wahrnehmung vor. Erklärungen dazu findet ihr, wenn ihr den Links am Ende des Artikels folgt.

Gerade oder Krumm?


 


Unglaublich, aber alle Linien sind gerade und parallel! Anton/GFDL




Auch diese waagrechten Linien sind alle parallel! Ein Lineal liefert den Beweis. Fibonacci/GFDL





Auch die Diagonalen sind alle parallel! Fibonacci/GFDL



Grau ist alle Theorie


 



Zähle alle weißen und schwarzen Punkte! PD




Der Balken hat überall die gleiche Farbe! Der Verlauf im Hintergrund führt zur Täuschung. Dodek/GFDL




Auch wenn es kaum zu glauben ist: Die Felder "A" und "B" haben die gleiche Farbe! Schuld ist ein Wahrnehmungsphänomen namens "Farbkonstanz", dass auch dazu führt, dass eine Banane für uns immer gelb ist, egal unter welcher Beleuchtung. Den Beweis für die Gleichfarbigkeit findet ihr hier. PD



Größe ist relativ




Welche blaue Kugel ist größer? Die links oder rechts? PD




Alle Schwesternpaare sind gleich groß. Die Perspektive führt zur Größentäuschung. Anton/GFDL



Unmögliche Gegenstände



Mit der Darstellung solch unmöglicher Körper oder ähnlich konstruierter Szenen wurde Escher berühmt. Diese Figur heißt nach einem berühmten Physiker Penrose-Dreieck oder auch Tribar. Tobias R /GFDL




Auch diese Kiste ist so nicht möglich. DemonDeLuxe GFDL



Dinge, die nicht da sind




Hier ergänzt das Gehirn eine Gestalt, die aber eigentlich nicht da ist. Fibonacci/GFDL



So oder so?



Diese Figuren kann man aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, ohne seinen Standpunkt zu verändern. Der Würfel im Bild ist die bekannteste dieser Kippfiguren und heißt Necker-Würfel. Bei den Pfeilen nimmt man entweder nach außen gerichtete schwarze oder nach innen gerichtete weiße wahr. Alexander Meier/GFDL




Eine der ältesten bistabilen Figuren: Ente oder Kaninchen, was siehst du? PD



Ruhe und Bewegung



Schau auf den Punkt in der Mitte und bewege den Kopf langsam vor und zurück.Die Ringe scheinen sich gegenläufig zu bewegen. Seltsam, oder? Fibonacci/GFDL




Interessant bei den oben vorgestellten Täuschungen ist, dass die unterschiedliche Wahrnehmung der gleichfarbigen grauen Fließen besonders hartnäckig und unglaublich ist.

Übrigens gibt es nicht nur optische Täuschungen. Auch alle anderen Sinne lassen sich in die Irre führen. Hier kommst du zu einer scheinbar ewigen Tonleiter (Shepard-Risset). Ogg-Player, Winamp oder Ogg-Plug-In für Windows Media Player nötig.

Diese Seite stellt viele umfangreiche Täuschungen samt Erklärung dar (Englisch).

Auf dieser Seite finden sich einige Spezialitäten (Deutsch). Besonders das Drehrad (zum Herunterladen) ist sehr beeindruckend.

Wer es etwas ausführlicher mag, findet hier Erklärungen samt interaktiver Täuschungen.

Text: -jj- 17.6.2008 // Bilder: Cover Taschen Verlag; Linolschnitt Hartmut Josi Bennöhr/GFDL

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt