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Joseph von Fraunhofer - Namenspatron der Fraunhofer Gesellschaft

Berühmte Personen

Joseph von Fraunhofer - Namenspatron der Fraunhofer Gesellschaft

Die Fraunhofer - Gesellschaft kennen Jugendliche heute vor allem als Erfinder der MP3-Technik, mit der sich Musik aus dem Internet herunterladen lässt. Doch woher kommt der Name der Gesellschaft? Wer war Joseph von Fraunhofer?

Mit zwölf Jahren Vollwaise
Joseph Fraunhofer hat nie eine Schule besucht und sich dennoch einen Namen als anerkannter Erfinder, Forscher und erfolgreicher Unternehmer gemacht: Am 6. März 1787 wurde er als elftes und letztes Kind des Glasermeisters Franz Xaver Fraunhofer in Straubing geboren. Bereits mit zwölf Jahren war er Vollwaise.

1801 brach in München das Haus seines Lehrherren zusammen. Joseph wurde lebend aus den Trümmern geborgen und schlagartig stadtbekannt. Sogar der Kurfürst und spätere König Max Joseph I. hörte davon und schenkte ihm 18 Dukaten (heute sind das etwa 5 000 DM), um die Fähigkeiten des Jungen zu fördern. Dieses Startkapital nutzte der Vierzehnjährige für seine Aus- und Weiterbildung: Er erarbeitete sich die theoretischen und praktischen Kenntnisse für sein Handwerk als Glasschleifer und Optiker.
Im Alter von 26 Jahren leitete er bereits das mathematisch-mechanische Institut und die Glasschmelze in Benediktbeuern.

Fraunhofersche Linien
Joseph Fraunhofer entwickelte unter anderem das damals größte Fernrohr der Welt. Am 10. März 1814 entdeckte er rund 500 schwarze Linien im Spektrum des Sonnenlichts. Diese dunklen Linien im Sonnenspektrum sind nach ihm benannt worden.
1821 veröffentlichte er seine Arbeiten zur Lichtbeugung. Es gelang ihm, die Wellenlänge von Licht verschiedener Spektralfarben mit erstaunlicher Genauigkeit zu bestimmen. Seine Entdeckung bildete die Grundlage für die Spektralanalyse, mit deren Hilfe man auch geringe Mengen chemischer Elemente nachweisen kann
Fraunhofer setzte wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in die Praxis um und erreichte mit seinen Beobachtungs- und Messgeräten wie Fernrohren für Sternwarten oder Theodoliten zur Landvermessung eine bisher nicht gekannte Qualität.

Seine umfangreichen Arbeiten verschafften Fraunhofer Anerkennung als erfolgreicher Unternehmer und renommierter Wissenschaftler: Die Bayerische Akademie der Wissenschaften nahm ihn 1821 als außerordentliches Mitglied auf. Später wurde er zum Professor und Konservator berufen. Der bayerische König erhob ihn sogar in den Adelsstand. Am 7. Juni 1826 starb Joseph Fraunhofer im Alter von 39 Jahren an Tuberkulose.

Namenspatron moderner Forschung
Die 1949 gegründete Fraunhofer-Gesellschaft hat sich Joseph von Fraunhofer als Namenspatron gewählt, da er wie kaum einer anderer wissenschaftliches Arbeiten mit wirtschaftlicher Umsetzung verband.
Ganz im Sinne seines Leitsatzes «Forschen für die Praxis» entwickelt. sich die Fraunhofer Gesellschaft erfolgreich weiter Sie zählt heute mit ihren rund 50 Instituten zur größten Organisation auf dem Gebiet der angewandten Forschung in Europa mit weltweit 9000 Mitarbeitern.

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