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Höchste Auszeichnung für Ian Wilmut

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Höchste Auszeichnung für Ian Wilmut

Ein Schaf hat ihn weltberühmt gemacht: Der britische Genforscher Ian Wilmut klonte 1996 das erste Lamm aus den Zellen eines erwachsenen Tieres. Dieses Klon-Schaf Dolly sorgte für weltweites Aufsehen und bot Stoff für unzählige Diskussionen über die Möglichkeiten und die Ethik der Genforschung. Am 14 März 2005 wurde dem 60-Jährigen Forscher in Frankfurt der mit 100 000 Euro dotierte Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis verliehen.

Die Idee zur Kerntransplantation hatte der deutsche Zoologe Hans Spemann (1869-1941, Medizin-Nobelpreis 1935) bereits 1938, doch erst 1951 ersetzten Robert W. Briggs und Thomas J. King am Institut für Krebsforschung in Philadelphia erstmals den Kern einer Eizelle durch den einer Körperzelle. Damals reiften die Zellen noch nicht bis zum erwachsenen Tier heran. Dies gelang 1963 John B. Gurdon an der Universität Oxford, beim Krallenfrosch Xenopus laevis. 1977 wurde Gurdon dafür mit dem Paul Ehrlich-Preis ausgezeichnet. Den Preis teilte er sich damals mit Torbjorn Caspersson vom Karolinska-Institut in Stockholm.

Das Kalb aus dem Eis

Ian Wilmut studierte Agrarwissenschaften, promovierte aber in Biologie mit einer Arbeit über das Einfrieren von Sperma promoviert. Seinen Durchbruch schaffte er 1973 mit dem Kalb "Frosty". Es war die weltweit erste Schöpfung eines Kalbes aus einem eingefrorenen Embryo. Seit 1974 arbeitet Wilmut am Roslin-Institut im schottischen Edinburgh. Mitte der 80er Jahre wandte sich der Forscher dem Klonen zu. Schon 1995 gelang es seinem Team die Bergschafe "Megan" und "Morag" aus Embryo-Zellen zu klonen.

Das Klonschaf "Dolly"

Ein Jahr später entstand das Klonschaf "Dolly". Die Forscher hatten damals Zellen eines Schaf-Euters in den Zellkern einer von einem zweiten Schaf stammenden Zelle hineingegeben. Diese veränderte Eizelle wurde dann in die Gebärmutter eines dritten Schafes eingesetzt. Hier entwickelte sich Dolly zum Lamm. Am 5. Juli 1996 erblickte der erste Klon aus den Zellen eines erwachsenen Säugetieres das Licht der Welt. Das Forscherteam vergab den Namen nach der Country-Sängerin Dolly Parton.

Leider wurde "Dolly" nur halb so alt wie ein gewöhnliches Schaf und starb im Februar 2003. Ob der frühe Tod mit Dollys Ursprung als Klon-Schaf zusammenhing, ist unklar.

Text: RR 14. 3. 2005, Bilder: Roslin Institute Edinburgh

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