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Hermann Oberth - Der erste Raumfahrtpionier

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Hermann Oberth - Der erste Raumfahrtpionier

Hermann Oberth war einer der bedeutendsten Pioniere der Raumfahrt- und Raketenforschung. Als erster Wissenschaftler untersuchte er, ob Weltraumflüge überhaupt durchführbar sind und entwarf realistische Konzepte und Konstruktionspläne. In seinen Büchern legte er die Grundlagen für die Entwicklung der Raketentechnik fest. Der Wissenschaftler wurde am 25. Juni 1894 in Hermannstadt im heutigen Rumänien geboren.

Eine kurze Biographie

Hermann Oberth wurde am 25. Juni 1894 in Hermannstadt, im heutigen Rumänien, geboren. Schon von klein auf interessierte er sich für die Raumfahrt. Als er mit elf Jahren das erste Mal die Romane von Jules Verne Von der Erde zum Mond und Reise um den Mond las, war er fasziniert. Er beschäftigte sich mit der Frage nach einem Flugobjekt, das diese fantastische Reise möglich machen könnte. Schon im Gymnasium fing er an erste Pläne für Raketen zu entwerfen.

Der Physikstudent Oberth erkannte früh, dass im luftleeren Raum des Weltalls die einzige Antriebsmöglichkeit auf dem Rückstoßprinzip beruhen muss. Das bedeutet, dass jeder Kraft, die man aufwendet, eine genauso große Kraft entgegen wirkt. Also genau das Prinzip des Raketenantriebs. Er berechnete Flugbahnen und entwickelte Raumstationen mit künstlicher Schwerkraft. Viele seiner Vorhersagen und Ideen gehören heute zu den Standards der Raumfahrt.

Im Jahre 1923 erschien Hermann Oberths erstes Buch. Es hatte den Titel Die Rakete zu Planetenräumen und enthielt die Grundlagen für die Entwicklung der Raketentechnik. Außerdem zeigte es erstmals konkrete Wege zu einer bemannten Raumfahrt auf. Sein zweites Buch Wege zur Raumschifffahrt gilt bis heute als das Standardwerk der Raumfahrt.

Hermann Oberth machte aber bei der Theorie nicht halt. Er nahm zahlreiche praktische Tests und Versuche vor und entwickelte so den ersten Raketenmotor für flüssige Treibstoffe, die "Kegeldüse". Unterstützt wurde er bei den Versuchsarbeiten von jungen Technikern. Einer von ihnen war Wernher von Braun. Der erst 17 Jahre alte Student hatte begeistert Oberths Bücher gelesen und wurde zu seinem Meisterschüler.

Die erste Rakete

1938 erhielt Hermann Oberth einen raketentechnischen Studienauftrag an der Technischen Hochschule Dresden. Dort befasste er sich mit Arbeiten für die militärische Raketenversuchsanstalt des Dritten Reichs in Peenemünde, wo er danach bis 1943 tätig war. Dort entwickelte er mit seinem ehemaligen Schüler, Wernher von Braun, der inzwischen Leiter der Heeresversuchsanstalt war, die ersten Großraketen: A4. Sie erreichten 1943 als erste Langstreckenraketen der Welt die vierfache Schallgeschwindigkeit.

Später wurden diese Vergeltungswaffe 2 (V2) genannten Raketen im Zweiten Weltkrieg als Waffen eingesetzt. Mit ihrer Hilfe wurden Tausende von Menschen in England, Frankreich und Bulgarien getötet. Dabei kamen während der Produktion des todbringenden Geschosses sogar mehr Menschen ums Leben, als durch den Einsatz als Waffe.

Damit hatte das Militär die Grundlagen der Raumfahrttechnik für ihre mörderischen und zerstörerischen Zwecke missbraucht. Die beiden Physiker billigten dies jedoch, um ihre Forschungen fortsetzen zu können.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Hermann Oberth endlich sehen, wie sein Traum von der Raumfahrt Wirklichkeit wurde. Von Braun, der inzwischen Direktor des "Marshall Space Flight Center" in Huntsville, Alabama, geworden war, holte seinen alten Lehrmeister in die USA. Dort arbeitete Oberth an Studien über die Zukunft der Raumfahrt. Schon drei Jahre später, 1958, ging er in den Ruhestand und kehrte nach Deutschland zurück. Trotzdem nahm er immer noch Aufträge als beratender Ingenieur an, schrieb Bücher und erhielt zahlreiche internationale Ehrungen.

Das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum e.V. in Feucht Erlebnis Raketentechnik und Raumfahrt

Wenn ihr noch mehr über Hermann Oberth und die Geschichte der Raumfahrt wissen wollt könnt ihr zum Beispiel das Hermann-Oberth-Museum in Feucht besuchen. Dort ist alles zu bewundern von Oberths "Kegeldüse" bis zu den modernen Raketentriebwerken.

Außerdem gibt es ein Programm nur für euch. Dort könnt ihr mit physikalischen Experimenten den Grundprinzipien der Raumfahrt auf die Spur kommen. Ganz nach dem Motto Erleben staunen experimentieren begreifen.

Hier gelangt ihr zum Museum

Sp - 24.06.2004 ergänzt: -jj- 19.6.2009 / Bilder: Oberth PD; V2 Bundesarchiv cc-by-sa 3.0;

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