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Flutkatastrophe in Indien und Bangladesch

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Flutkatastrophe in Indien und Bangladesch

Insgesamt schätzen Hilfsorganisationen die Zahl der Flutopfer auf 40 Millionen. Rund 1, 5 Millionen Menschen in Teilen Indiens, Bangladeschs und Nepals benötigen dringend Nahrungsmittel, Notunterkünfte, Trinkwasser und Kleidung. Rund 1600 Menschen kamen ums Leben. Besonders die Kinder und Frauen sind durch die Monate langen Entbehrungen stark geschwächt und erkranken an Typhus oder Cholera. Diese Durchfallerkrankungen sind die Folge von verseuchtem Trinkwasser. Zudem wurden Tausende Hektar Ackerland zerstört. 30 Millionen Kinder und Erwachsene wurden obdachlos. Die Fluten haben alles mit sich gerissen. Die Abwasser- und Kanalsysteme brechen zusammen. Durch das jetzt ablaufende Wasser verschlammt alles und es kommt zu gefährlichen Erdrutschen.

Gründe für die Überschwemmungen:

Es gibt geografische und wetterbedingte Gründe für diese verheerende Flutkatastrophe. Es gibt aber auch Ursachen, die sich durch das menschliche Eingreifen in die Natur entwickelt haben. Einer der wichtigsten Gründe ist sicherlich

der Monsun:

Der regenbringende Monsun. Der Begriff Monsun leitet sich vom arabischen Wort mausim ab, das Jahreszeit bedeutet. Im Segelschiffalter nutzten arabische Kaufleute diese Winde für den Seehandel auf dem arabischen Meer.

Die Monsune bestimmen vor allem in Süd- und Südostasien (Bangladesch, Indien) das Wettergeschehen. Deshalb wird das Jahr in dieser Region auch nicht nach den vier Jahreszeiten, sondern nach dem Sommermonsun von Juni bis September und dem Wintermonsun von Dezember bis Februar eingeteilt. Dazwischen liegen die Übergangszeiten. Monsune sind also jahreszeitlich wechselnde, durchaus kräftige Winde, die vom Land auf das Meer und umgekehrt wehen.

Im Sommer erhitzen sich die asiatischen Landmassen durch die starke Sonneneinstrahlung. Über dem Festland steigt warme Luft auf, der Luftdruck sinkt. Auf dem kühlen Meer dagegen herrscht hoher Luftdruck. So entsteht ein Wind, der vom Indischen Ozean zum Land weht. Auf dem indischen Subkontinent fallen während des Sommermonsuns 78 Prozent des gesamten Jahresniederschlages. Deshalb ist dieser Monsun im Normalfall auch lebensnotwendig für die Menschen und die Natur. Er kann aber - wie in diesem Jahr - auch zu verheerenden Überschwemmungen führen.

Die Flüsse und das Meer

In Bangladesch treffen drei große Flüsse aufeinander: der Brahmaputra, der in Tibet entspringt und sich mit zahlreichen Nebenflüssen vereint. Der Ganges, der nach 225 Kilometern durch Bangladesch auf den Brahmaputra trifft. Sowie der Meghna, der ebenfalls zahlreiche Nebenarme hat. Bangladesch ist das Abfluss- und Mündungsgebiet dieser drei Flüsse. Bei Schneeschmelze und Monsunregen führen diese drei Flüsse Hochwasser.

Ganges und Brahmaputra sind durch Erdbeben und Versandungen nicht mehr tief genug, um genügend Wasser abzuführen. Da die an die Flüsse angrenzenden Flächen eben sind und zum Teil nur acht Meter über dem Meeresspiegel liegen, werden sie schnell überflutet. Zudem drücken hohe Meeresgezeiten und Springfluten Wassermassen in die Mündungsgebiete. Außerdem kann der Meeresspiegel durch den Monsun um 60 Zentimeter steigen.

Hinzu kommen tropische Wirbelstürme, die Zyklone, die verheerende Wirkung haben können. Zyklone können sich dort über dem Meer bilden, wo die Meerestemperatur mindestens 27 Grad Celsius hat.

Menschliche Eingriffe in die Natur:

Allein in Bangladesch leben auf einem Quadratkilometer etwa 836 Menschen, in Deutschland sind es 228. Das heißt, wenn es eine Überschwemmung gibt, sind wesentlich mehr Menschen betroffen als zum Beispiel in Deutschland. Das Ausmaß einer Katastrophe ist somit um ein Vielfaches höher. Die Bevölkerungszahlen steigen noch ständig an. Immer mehr Menschen benötigen immer mehr Platz und mehr Nahrung. So wird auch immer mehr in stark hochwassergefährdete Gebiete gebaut.

Da man in Nepal und Indien Dämme und Deiche zur Regulierung der Flut gebaut hat, wurde dort die Flutgefahr zwar verringert da das Wasser aber schneller abfließt, hat sich die Überflutungsgefahr in Bangladesch, wohin die Flüsse fließen erhöht.

In Nepal und Indien wurden riesige Waldflächen abgeholzt. Dadurch fehlen die Wurzeln und Blätter die das Regenwasser aufnehmen. So gelangt viel mehr Wasser direkt in die Flüsse und erhöht den Wasserstand.

Zahlreiche Einrichtungen und Hilfsorganisationen bitten um Spenden für diese Notregion und die betroffenen Menschen in Indien und Bangladesch. Besonders die Kinder benötigen Hilfe!
Wer mehr dazu wissen oder helfen möchte:

Unter www.kindernothilfe.de oder www.unicef.de/ gibt es mehr Informationen und Spendenkontos.

Wer mehr über die Ursachen von Zyklonen, Taifunen, Dürren oder Überschwemmungen wissen möchte, der kann im WAS IST WAS Band 74 Naturkatastrophen nachlesen.

-ab-03.08.04 Text / Fotos: environement concerns / destination asia.

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