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Erster Astronaut schwebt frei im All

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Erster Astronaut schwebt frei im All

Am 7. Februar 1984 schwebte zum ersten Mal ein Astronaut ohne Verbindungsleine zu seinem Raumschiff im All. Der amerikanische Astronaut Bruce McCandless trug ein Steuerungsgerät auf dem Rücken, das er ihm erlaubte, sich bis zu 100 Metern von der Raumfähre zu entfernen.

Bereits vor McCandless waren Astronauten aus den Raumfähren ausgestiegen und hatten sich im Weltraum bewegt. Das neue an seiner Mission war, dass er ohne Sicherungsleine im Weltraum flog. Seine manned maneuvering unit (MMU) war Raumanzug und Raumfahrzeug in einem. Die von Martin Marietta entwickelte MMU wurde als Rucksack mit Selbstantrieb in Form eines Schaukelstuhles beschrieben.
Funktionsweise des schwebenden Raumanzuges
Elektroanschlüsse an der MMU ermöglichten den Gebrauch von elektrischem Licht und verschiedenen Elektrogeräten außerhalb des Raumschiffs. Mithilfe seiner Fingerspitzen konnte McCandless die 10 Millionen Dollar teure MMU steuern: die linke Hand war für Vorwärts-, Rückwärts-, Links-, Rechts-, Aufwärts- und Abwärtsbewegungen zuständig während die rechte Hand die Tasten für Rotationsbewegungen betätigte.

Temperaturausgleich
Um extreme Hitze von über 65 Grad Celsius abzuhalten, war die MMU außen weiß. Eine Elektroheizung wiederum sorgte für die Erwärmung im Inneren der MMU, wenn der Astronaut sich bei sehr kalter Außentemperatur bewegte. Angetrieben wurde das Gerät mit Stickstoff, der sich in zwei Tanks befand.

Gewicht
Mit rund 150 Kilogramm wäre die größtenteils aus Aluminium bestehende MMU auf der Erde von einer Person nicht zu tragen gewesen. In der Schwerelosigkeit des Weltraums spielte das Gewicht natürlich keine Rolle.

Sicherheit für die Astronauten
Aus Sicherheitsgründen besaß die MMU zwei Antriebssysteme. Sollte eines ausfallen, genügte auch das verbleibende. Im Space Shuttle wurden zwei MMUs mitgenommen. Für den Fall, dass der Astronaut außerhalb des Raumschiffs in Not geraten sollte, hätte der Kollege ihm zur Hilfe kommen können.

Das Satellitenrettungsteam
Bruce McCandless war zwar der erste, nicht aber der einzige Astronaut, der mit einer MMU in den Weltraum schwebte. Auf drei Space Shuttle Flügen im Jahr 1984 kamen die fliegenden Raumanzüge zum Einsatz. Sechs Astronauten bewegten sich mit ihnen insgesamt 10 Stunden lang im All.

Konstruiert wurde die MMU um defekte Satelliten zu bergen und ins Space Shuttle zu bringen. Die NASA bot diesen Service verschiedenen Organisationen an, die Satelliten im All hatten. Einer der Satelliten, den die Astronauten in ihren MMUs zurückholen sollten war Solar Max, ein defekter Sonnenbeobachtungssatellit. Erst nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es einem Astronauten, den schnell rotierenden Satelliten zu stoppen und fest zu halten.

McCandless gewinnt Preis
Der Beweis, dass Menschen sich im All auch ohne Verbindungsleinen zum Raumschiff sicher bewegen können war ein großer Erfolg für die amerikanische Raumfahrt. Deshalb vergab die National Aeronautic Association den Robert Collier-Preis 1984 an die NASA (und mit ihr Bruce McCandless) sowie Martin Marietta für die Leistungen der Entwicklung der MMU sowie des Satelliten-Rettungsteams.

Text: LM 06.02.04, Foto: Photodisc

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