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Ein Halbgott in Weiß: Ferdinand Sauerbruch

Berühmte Personen

Ein Halbgott in Weiß: Ferdinand Sauerbruch

Am 3. Juli 1875 wurde Ferdinand Sauerbruch in Wuppertal geboren. Der herausragende Mediziner entwickelte unter anderem eine bewegliche Hand-Prothese und ermöglichte somit vielen Kriegsopfern ein halbwegs normales Leben.

Nach dem frühen Tod des Vaters, wuchs der kleine Ferdinand bei seinem Großvater in ärmlichen Verhältnissen auf. Weil er ein guter Schüler war, durfte er die Universität besuchen und war 1902 bereits fertig ausgebildter Arzt.

Erste Erfolge

Die folgenden Jahre verbrachte Sauerbruch als Assistenzarzt in Breslau. Dort entwickete er eine bahnbrechende Methode in der Lungenchirurgie. Sein "Druckdifferenzverfahren" lieferte die Grundlage für erfolgreiche Operationen bei geöffnetem Brustraum. Bis dahin hatten die Patienten bei solchen Operationen in akuter Lebensgefahr geschwebt, weil die Lungenfunktion zu versagen drohte.   

Die bewegliche Prothese

In den Jahren des ersten Weltkrieges gelang es Sauerbruch, der mittlerweile Professor war, neuartige Arm- und Beinprothesen zu entwickeln. Diese waren erstmals beweglich und ein wahrer Segen für die vielen Kriegsversehrten. Mit einer Handprothese nach Sauerbruch konnte ein Patient seine Finger nach eigenem Willen bewegen und zum Beispiel wieder selbständig essen. 

Sauerbruch am Ziel

1927 war Sauerbruch am Höhepunkt seiner Karriere. "Der Lehrstuhl in Berlin ist in Deutschland die beste Stelle, an die man gelangen kann", sagte er bei seiner Ernennung zum Direktor der Berliner Chirurgischen Klinik. Hier führte er komplizierte und riskante Operationen durch, die ihm weltweit größtes Ansehen einbrachten.

Fragwürdige politische Haltung

Während der düsteren Zeit des Nationalsozialismus verhielt sich Sauerbruch relativ ruhig. Man warf ihm vor, keinen wirklichen Widerstand geleistet zu haben. Viele meinten, er hätte es wagen können, denn die Nazis brauchten das Wissen des genialen Chirurgen. Sauerbruch kritisierte den NS-Staat zumeist nur im privaten Umfeld und unterstützte auch nur im Geheimen befreundete Juden.

Die letzten Jahre

Ferdinand Sauerbruch arbeitete bis 1949 als Chirurg weiter. Seine letzten Jahre waren von Krankheit überschattet. Am 2. Juli 1951, einen Tag vor seinem 76. Geburtstag, starb er in Berlin.

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Text: IRI 29.9.2001 // Bilder: Vorschau: Deutsches Historisches Museum Berlin; Portrait: Bundesarchiv cc-by-sa 3.0;

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