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Die Welt der Gewürze

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Die Welt der Gewürze

Wusstet ihr, das in der Antike Gewürze mehr wert waren als Gold? Dass ihr für ein Pfund Ingwer oder Pfeffer sogar ein Pferd bekommen habt? Gewürze sind eines der ältesten Handelsgüter der Menschen. Sogar Kriege wurden um die kleinen Köstlichkeiten geführt. Wir nehmen euch nun mit auf eine Reise durch die bunte Geschichte der Gewürzwelt!


Gewürze sehen sehr unterschiedlich aus und finden überall Anwendung.


Der Ursprung

Begonnen hat die Nutzung von Gewürzen schon im Jahr 7000 vor Christus. Mexikanische Ureinwohner nutzten verschiedene Chillisorten zum Verfeinern ihrer Mahlzeiten. 2000 Jahre später gab es in Indien bereits ein Handelsnetz, dass ganz auf den Transport von Gewürzen spezialisiert war. Safran, Gewürznelken und Pfeffer wurden nach China, Persien und Ägypten geliefert.

Im alten Ägypten verwendeten Pharaonen die Kräuter jedoch nicht nur zum Würzen von Speisen. Es wurden heilende Bäder hergestellt, sogar ihre Sklaven durften Gewürze zu sich nehmen. So schützte man sich schon früh vor Krankheiten und Epidemien. Daneben wurden Gewürze oft als teure Grabbeigaben in den Särgen mit eingeschlossen.


In diesem Laden findet man so gut wie jedes Gewürz!

Durch den regen Handel von Römern und Ägyptern gelangten die verschiedensten Kräuter und Gewürze in den Folgejahren auch nach Europa. Viele Jahrhunderte wurde nun reger Gewürzhandel betrieben. Die großen Städte Alexandria und Kairo erlangten allein dadurch einen riesigen Reichtum.

Eine weitere wichtige Entdeckung geschah 1492. Eigentlich auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien entdeckte Christoph Kolumbus Amerika. Statt den gewünschten indischen Gewürzen wie Safran brachte Kolumbus nun Kostbarkeiten aus der neuen Welt mit nach Hause dazu zählen Vanille, Paprika und Chilli. Mit dieser Entdeckung begann der Welthandel von Gewürzen.

Heute sieht der Gewürzhandel anders aus. Man baut nicht mehr unbedingt in den Ursprungsregionen an. Klimatisch günstigere Regionen werden von den großen Firmen bevorzugt. Gewürze sind immer günstiger geworden und gelten mittlerweile als Massenware.


Bei so vielen Gewürzen weiß man gar nicht welches man zuerst benutzen soll.


Verwendungsarten der Gewürze

Warum aber waren Gewürze so wertvoll? Die kleinen Kostbarkeiten sind nicht nur zum Verfeinern von Speisen gut. Obwohl das Verstärken, Abschwächen oder Verändern von Aromen sicherlich ihre Hauptaufgabe ist. Da Gewürze als Teile von Pflanzen besitzen sie nämlich starke Geschmacks- und Geruchsstoffe. Vor allem die Geruchsstoffe sind dabei wichtig, da ein großer Teil unserer Geschmacksnerven in der Nase sitzt. Wir "riechen" den Geschmack also mehr als das wir ihn "schmecken".

Daneben finden Gewürze auch Verwendung in der Heilkunde. Schon im Jahr 400 vor Christus schrieb der Philosoph Hippokrates ein Buch über 230 Kräuter, die verschiedene Krankheiten heilen konnten. Zusätzlich kann man sich gegen Krankheiten und Epidemien schützen sowie die eigenen Abwehrkräfte stärken.

Eine weitere Art der Anwendung sind Öle. Die Düfte und Stoffe lassen eure Sinne und Muskeln entspannen. In Hautpflegeprodukten wie Gesichtsmasken oder Waschlotions sind Kräuter ebenfalls nicht mehr wegzudenken.


So sieht der Safran-Krokus aus, bevor er zum Gewürz gemacht wird.


Das teuerste Gewürz der Welt

Wie bei allen Gegenständen gibt es natürlich auch bei Gewürzen große Preisunterschiede. Den höchsten Betrag muss man für Safran zahlen. Hergestellt wird Safran aus einer Krokusblume desselben Namens. Für ein Kilo des Gewürzes benötigt man 80.000 150.000 Blüten. Die Anbaufläche für ein Kilogramm Safran muss also ungefähr 1000 Quadratmeter betragen.

Da die Blüten sehr leicht kaputt gehen, muss das ganze Feld in Handarbeit geerntet werden. So schafft ein Bauer am Tag ungefähr 60 bis 80 Gramm Safran herzustellen. Ein Gramm kostet uns dann im Handel zwischen vier und vierzehn Euro. Ihr kennt Safran heute sicher auch, das Gewürz ist für seine leuchtend gelbe Farbe berühmt. Daher wurde es nicht nur zum Würzen, sondern auch zum Färben von Kleidung verwendet.

Ausstellung in Rosenheim

Haben wir jetzt eure Neugier geweckt? Da Gewürze so wichtig sind, wurde ihnen jetzt sogar eine ganze Ausstellung gewidmet. Begonnen bei den Anfängen könnt ihr deren Geschichte in Rosenheim interaktiv verfolgen. Im dortigen Lokschuppen präsentiert man euch unter dem Titel "Gewürze sinnlicher Genuss. Lebendige Geschichte" wirklich alles rund um das Thema. Also dann, nichts wie hin nach Rosenheim euch erwartet ein würziges Erlebnis!

Text: Sebastian Billmeier, 08.04.2010, Bilder: Gewürze: Sigismund von Dobschütz (cc-by-sa 3.0), Aufgereihte Gewürze: Bertrand Devouard (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0), Gewürz-Laden: Mohammed Aliwi (pd), Safran: KENPEI (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt