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Die islamische Zeitrechnung

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Die islamische Zeitrechnung

Am 15. oder 16. Juli 622 floh der Prophet Mohammed aus seiner Heimatstadt Mekka nach Medina. Mit diesem EReignis, das man Hidschra nennt, begann die islamische Zeitrechnung. Das Besondere: Der islamische Kalender orientiert sich am Mond und nicht wie der christlich - gregorianische Kalender an der Sonne.

Seit wann gibt es die islamische Zeitrechnung?

Ebenso wenig wie die christliche Zeitrechnung am Tag von Jesu Geburt begann, zählte man auch zu Lebzeiten des Propheten Mohammed die Jahre nicht nach seiner Auswanderung aus Mekka. Erst etwa fünf Jahre nach seinem Tod einigte man sich darauf, eine islamische Jahreszählung einzuführen, die mit dem Jahr der Hidschra beginnen sollte.

Wie funktioniert der islamische Kalender?


Der islamische Kalender orientiert sich ausschließlich am Mond. Ein neuer Monat beginnt, sobald nach dem Neumond die Mondsichel wieder am Himmel erscheint. Das ist etwa zwei bis drei Tage nach dem astronomischen Neumond also dem Zusammentreffen von Sonne und Mond der Fall.


Abbildung: Dieses Islam-Symbol bezieht sich auch auf den Mond.

Ganz genau weiß man also nicht im voraus, wann der nächste Monat anfängt. Manche Kalender berufen sich auf ein vorher berechnetes Datum, andere auf das tatsächliche Erscheinen der Mondsichel. In verschiedenen islamischen Ländern unterscheiden sich die Kalender daher um ein bis zwei Tage.

Und wie viele Monate gibt es?

Das Jahr besteht aus zwölf Monaten, von denen sechs 29 und sechs 30 Tage dauern. Ein Jahr ist 354 Tage lang und somit etwa elf Tage kürzer als ein astronomisches Sonnenjahr, also die Zeit, in der die Erde einmal um die Sonne kreist.

Dadurch verschieben sich die Monate im Laufe der Jahre gegenüber den Jahreszeiten. Der Fastenmonat Ramadan kann zum Beispiel mal im Winter liegen und etwa 15 Jahre später wieder im Sommer.

Um mit einem exakten Mondjahr überein zu stimmen, das nicht 354 Tage sondern 354 Tage, 8 Stunden und 48 Minuten dauert, erfordert auch der islamische Kalender Schaltjahre. Und zwar genau elf Schaltjahre innerhalb von 30 Jahren. In diesen Jahren wird der 12. Monat um einen Tag verlängert.

Woher weiß ich, welches Datum der andere meint?

Wie ihr seht ist die Datums-Rechnerei schon so ziemlich kompliziert. Noch schwieriger wird es, wenn die Nutzer zweier verschiedener Kalendersysteme miteinander einen Termin vereinbaren wollen. Foto: Es gibt sogar eine mathematische Formel, mit der man jeden Tag des islamischen Kalenders in einen Tag des gregorianischen Kalenders umrechnen kann.

Ein Beispiel: Der 16. Juli 2007 des gregorianischen Kalenders entspricht dem 1. Radschab 1428 des islamischen Kalenders.



Gregorianischen Kalender nennt man übrigens die Zeitrechnung, die sich in Westeuropa seit der Kalenderreform durch Papst Gregor im Jahr 1582 langsam durchsetzte. Doch um internationale Verabredungen zu vereinfachen, ist mittlerweile auch in vielen islamischen Ländern der gregorianische Kalender gebräuchlich.

Die Monate

Der islamische Kalender besitzt jedoch für die religiösen Feiertage weiterhin eine wichtige Bedeutung. Vier Monate sind dem Muslim heilig: der erste, siebte, elfte und zwölfte Monat im Jahr. Besonders bekannt ist außerdem der Ramadân, der Fastenmonat, während dessen Muslime tagsüber nichts essen und trinken sollen. Hier die Namen der Monate:

  1. Muharram
  2. Safar
  3. Rabî alawwal
  4. Rabî al achar
  5. Dschamâdi al awwal
  6. Dschamâdi al achar
  7. Radschab
  8. Schabân
  9. Ramadân
  10. Schawwâl
  11. Dhûl qada
  12. Dhûl hidscha


Die Tage

Der islamische Tag beginnt, wie in vielen orientalischen Kulturen - so auch im Judentum -, mit dem Einbruch der Nacht und endet am darauf folgenden Tag mit dem Sonnenuntergang. Die Woche beginnt mit dem Sonntag. Freitag ist Feiertag, genannt Tag der Zusammenkunft, an dem sich die Gläubigen zum gemeinsamen Gebet in der Moschee treffen.

Text: lm 16.07.07

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