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Die Frage der Woche: "Wieso sind die Kontinente alle getrennt?"

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Die Frage der Woche: "Wieso sind die Kontinente alle getrennt?"

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Robin aus Hamburg: "Wieso sind die Kontinente alle getrennt?" Hier erfahrt ihr die Antwort



Wer nach Amerika oder nach Afrika möchte, muss mit Flugzeug oder Schiff meist große Wassermassen überqueren. Die Kontinente, also die trockenen Landmassen der Erde, sind durch große Ozean voneinander getrennt. Aber warum ist das so?

Globales Puzzle

Betrachtet man einen Globus, fällt einem auf, dass die Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas wie zwei Puzzlestücke zueinander passen. Auch früher war das den ersten Kartographen und Forschern schon aufgefallen, und man rätselte über den Grund dafür.

Die Puzzlestücke der Kontinente passen sogar noch genauer zusammen, wenn man die unter Wasser liegenden Schelfränder der Kontinente betrachtet. Als Schelf bezeichnet man den flachen, küstennahen Meeresboden, der 200 Meter weit ins Meer hineinragt.


Hier siehst du die Kontinente und die Platten, auf denen sie liegen.



Auch im 17. und 18. Jahrhundert machten sich die Menschen über das Zusammenpassen der Kontinente ihre Gedanken, darunter Benjamin Franklin. Er vermutete schon, dass die äußeren Schichten der Erde auf einer sehr dichten und schweren Flüssigkeit schwömmen.

Schwimmende Kontinente



Die Bewegung der Kontinente seit dem Erdaltertum vor etwa 550 Millionen Jahren bis heute.



Allerdings dauerte es bis ins 20. Jahrhundert, bis sich diese Ansicht durchsetzte. Der deutsche Forscher Alfred Wegener wurde anfangs für seine Theorie der sogenannten "Kontinentaldrift" noch scharf kritisiert und verlacht.

Vor allem, weil man keine Erklärung für die Bewegung der Kontinente hatte. Wegener selbst vermutete zunächst, dass sie sich aufgrund der Erddrehung oder dem Mondeinfluss bewegten. Das war aber falsch.


Ozeanische Platten sind schwerer als kontinentale Platten. Deshalb werden sie an den Rändern in das heiße Erdinnere gedrückt und schmelzen dort wieder. Dabei entstehen oft Vulkane an der Erdoberfläche.



Erst die Theorie der Plattentektonik lieferte in den 1960er Jahren eine Erklärung für die Bewegung der Kontinente. Sie schwimmen auf dem heißen und flüssigen Erdmantel. Durch die Bewegungen des Magmas im Erdinnern werden auch die Kontinente auf der Oberfläche mitbewegt. Dort, wo Platten aufeinander treffen, gibt es auch oft Erdbeben oder es gibt viele Vulkane dort.

Der glutflüssige Bauch der Erde

Als die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren aus Sternenstaub entstand, war sie noch ein sehr unwirtlicher Planet. Sehr heiß und mit einer Atmosphäre aus Helium und Wasserstoff. Dieser erdgeschichtliche Zeitraum wird auch als Hadaikum bezeichnet. Das kommt vom griechischen Wort "Hades" für die Unterwelt.

Die Oberfläche war noch sehr heiß und glutflüssig. Schwere Elemente sanken in den Erdkern, die Leichteren schwammen obenauf. Auch gab es noch keine Ozeane. Das auf der Erde vorhandene Wasser war auf Grund der hohen Temperatur nur als Wasserdampf vorhanden.

Nach und nach kühlte sich die Oberfläche auf unter 100 °C ab, und die Erdkruste verfestigte sich langsam. Nach und nach konnte sich auch Wasser auf der Erdoberfläche niederschlagen, ohne sofort wieder zu verdampfen. Während die Oberfläche immer mehr erkaltete und fester wurde, blieb der Erdkern flüssig bis heute.

Es gibt gewaltige Strömungen in diesem flüssigen Gestein. Dadurch werden die darauf schwimmenden Kontinentalplatten mitbewegt. Pro Jahr sind das immerhin bis zu einigen Zentimetern.

Die sieben Kontinente


Die "Leif, der Glückliche"-Brücke in Island verbindet die Eurasische und die Nordamerikanische Platte. Sie überspannt den Alfagja-Graben auf Reykjane.

Die Kruste der Erde ist in sieben solcher großen Platten unterteilt, nämlich die Pazifische, Antarktische, Nord- und Südamerikanische, die Afrikanische und Eurasische Platte sowie die Australische Platte. Dazwischen liegen noch einige kleiner Platten.

Dort, wo solche Platten zusammenstoßen, falten sich Gebirge auf. Das kann an Land oder im Meer sein. So ist der Himalaya das Ergebnis des Zusammenstoßes der Eurasischen und der Indischen Platte. Oder eine Platte taucht unter der anderen ab und wird im heißen Erdinnern wieder geschmolzen.

Pangäa, der letzte Superkontinent

Im Laufe von Jahrmillionen verschmelzen die Kontinente immer wieder zu einem riesigen Superkontinent. Hinweise darauf geben zum Beispiel Fossilien, die sowohl in Afrika als auch in Südamerika zu finden sind.

Pangäa, der letzte Superkontinent.



Der letzte alle Landmassen umfassende Superkontinent wird von Geologen "Pangäa"  genannt, das ist griechisch und bedeutet "Alles Erde". Er existierte vor 300 bis 150 Millionen Jahren. Seither haben sich die Kontinente langsam voneinander entfernt, und bieten uns heute das gewohnte Bild der Erdoberfläche.

Geht die Bewegung der Kontinente weiter wie bisher, wird in etwa 60 Millionen Jahren Australien gegen Asien stoßen. Und Forscher rechnen mit der Bildung eines neuen Superkontinents in etwa 300 Millionen Jahren.

Wenn du mehr über die Entstehung und Geschichte unseres Heimatplaneten erfahren willst, dann wirf doch einen Blick in unseren WAS IST WAS Band 1: Unsere Erde.

Text: -jj- 10.8.2012 // Bilder: Animation Aineias cc-by-sa 3.0; Brücke Island Chris73 cc-by-sa 3.0; Kontinentalplatten PD; Pangäa Kieff cc-by-sa 3.0; Subduktionszone Luis Maria Benitez cc-by-sa 3.0;

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